Wiese am Gut Rocholz

Die Gevelsberger Jäger haben auch ein Herz für Hunde

Ein Blühstreifen am Rande der Wiese sorgt dafür, dass sich dort auch die Insekten wohlfühlen können.        

Ein Blühstreifen am Rande der Wiese sorgt dafür, dass sich dort auch die Insekten wohlfühlen können.        

Foto: privat

Gevelsberg.   Im Wald sollen die Hunde nicht frei herumlaufen. Deshalb haben sich die Gevelsberger Jäger eine Alternative am Gut Rocholz einfallen lassen.

Die Gevelsberger Jäger erheben nicht nur mahnend den Finger, wenn von freilaufenden Hunden Rehkitze und Weidetiere getötet werden, wie es in diesem Sommer wieder leider passiert ist. Die Waidmänner und -frauen sorgen auch dafür, dass es für die Besitzer der Tiere eine Alternative im Stadtgebiet gibt. Die Hundewiese am Gut Rocholz ist im Laufe der Zeit zu einem Paradies nicht nur für Vier-, sondern auch für Zweibeiner geworden. Sie ist eine Idee und ein Projekt der Gevelsberger Jäger, in das auch eine Menge Arbeit und Herzblut investiert wird.

Ursprünglich sollte ein Hochregal entstehen

Ursprünglich sollte auf der Fläche neben dem Wanderweg vom Rocholz zum Vogelsang ein Hochregallager der Firma Intertractor GmbH gebaut werden. Als dann aber der Bebauungsplan nicht realisiert wurde, kam beim Hegering Gevelsberg die Idee auf, diese etwa ein Hektar große Fläche als Auslauf für die Gevelsberger Hunde zu nutzen.

Bei der Stadt Gevelsberg als Eigentümerin der Fläche fand diese Idee große Zustimmung und so wurde die Fläche von der Stadt mit Gras eingesät. Die Gevelsberger Jäger übernahmen die Patenschaft für die Hundewiese und pflanzten im Jahr 2006 ein dreireihiges Vogelschutzgehölz aus heimischen Gehölzen als Abschirmung und als natürlicher Zaun parallel zum Wanderweg.

Kampf gegen Disteln und Bärenklau

In den ersten Jahren hatten die Helfer vom Hegering noch mit Disteln zu kämpfen, die den Hunden und ihren Besitzern den Spaß an der Fläche vermiesten. Inzwischen sind die Disteln durch die regelmäßige Pflege der Fläche allerdings verschwunden. Aktuell stellt noch der Riesen-Bärenklau ein großes Problem dar. Aber die Gevelsberger Jäger haben auch ihm den Kampf angesagt.

Im Jahre 2012 ergänzten die Jäger die Hundewiese noch um einen fünf Meter breiten und etwa 100 Meter langen Blühstreifen mit Insektennährpflanzen und somit wird auch noch anderen Tieren als den Hunden Freude bereitet.

Prächtige Insektenwiese

So entwickelt sich jedem Sommern entlang der Hecke eine prächtige Insektenweide, von der auch mancher Wanderer einen bunten Blumenstrauß mit nach Hause genommen hat. Der Blühstreifen muss alle drei Jahre neu angelegt werden. Im ersten Jahr dominieren dann die einjährigen Pflanzen, wo hingegen in den Folgejahren die mehrjährigen Pflanzen die Oberhand gewinnen. So verändert sich die Blütenpracht von Jahr zu Jahr, und auch im Verlauf des Sommers wechselt der Blühstreifen ständig sein Aussehen und begeistert mit seiner immer neuen Farbenpracht.

„Damit die Hundewiese aber auch weiterhin ihren Wert für Mensch und Tier behält, muss sie auch weiterhin gepflegt werden“, erklärt der Hegering. Zusammen mit Schülern der Hasenclever-Schule werden deshalb kleinere Abschnitte der Vogelschutzgehölze etwa auf Kniehöhe zurückgeschnitten. Die Hecke wird „auf den Stock gesetzt“, wie es in der Fachsprache heißt. Hierdurch wird erreicht, dass die Hecke im unteren Bereich nicht kahl wird und ihre Funktion als Abschirmung und auch als Nistgehölz für die heimische Vogelwelt erhalten bleibt beziehungsweise noch verbessert wird.

Keine Probleme mit Radfahrern

„Hier auf der Hundewiese können sich die vierbeinigen Freunde des Menschen austoben und auch ungestraft ohne Leine ihrem Bewegungsdrang folgen“, freuen sich die Gevelsberger Jäger über ein in ihren Augen gelungenes Projekt. Durch die geschlossene Hecke zum Rad- und Fußweg kommt es auch nicht zu Problemen mit den vielen Radfahrern.

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