Kommentar

Die Stadt muss das Tempo anziehen

Redaktionsleiter Stefan Scherer.

Redaktionsleiter Stefan Scherer.

Foto: Bernd Richter

Redaktionsleiter Stefan Scherer hat eine klare Meinung zur Ennepetaler Innenstadtentwicklung.

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Die Ennepetaler selbst machen sich über das Hin und der Her mit der Fußgängerzone lustig. Die Händler in den Nachbarstädten reiben sich die Hände, ist doch weiterhin gesichert, dass die Klutertstädter, die auswärts einkaufen, ihre Kasse klingeln lassen. Klar ist, dass die Öffnung der Fußgängerzone höchstens einen kleinen Teil dazu beitragen wird, Leben in die Innenstadt zu bringen. Denn am Ende ist es nicht entscheidend, ob Autos über die Voerder Straße fahren oder nicht.


Die Probleme in Milspe lassen sich vielleicht so ganz gut verdeutlichen: Wenn es einem Verein wie dem Kinderschutzbund finanziell möglich ist, mehrere Ladenlokale in vermeintlicher 1a-Lage zu unterhalten und Ankermieter für die Vorzeige-Immobilie ein niederländischer Discounter mit ständig wechselndem Sortiment ist, sagt das vieles über die Attraktivität der Innenstadt-Läden für Geschäftsinhaber aus.


Es ist gut und richtig, dass Politik und Verwaltung sich auf den Weg machen und sukzessive Dinge in der Milspe verändern. Ob das Tempo, das sie dabei an den Tag legen, ausreichend ist, wage ich hingegen stark zu bezweifeln. Mittlerweile sind fast sechs Jahre (!) ins Land gezogen, seit der externe Stadtentwickler Frank Heinze im Haus Ennepetal den Startschuss zum Innenstadt-Dialog gab. Bereits damals forderte er vehement, die Voerder Straße zumindest in Einbahnverkehr wieder zu öffnen. Dass dieses und fast alle weiteren Puzzelteilchen noch nicht eingefügt sind in das erdachte neue Gesamtbild des Ennepetaler Zentrums, trägt sicherlich dazu bei, dass die Ennepetaler selbst zunehmend den Glauben an eine Verbesserung verlieren. Sichtbare Schritte müssen jetzt schneller hintereinander kommen, will man nicht weiter belächelt werden.

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