Drei Tage Vollsperrung auf der A1

Derzeit wird die Fahrbahn auf der alten Eichholzstraßenbrücke abgefräst. Der Komplettabriss ist für Samstag, 31. August, geplant.

Derzeit wird die Fahrbahn auf der alten Eichholzstraßenbrücke abgefräst. Der Komplettabriss ist für Samstag, 31. August, geplant.

Foto: Carmen Thomaschewski / WP

Gevelsberg.  Die Brücke Eichholzstraße in Gevelsberg wird Ende August abgerissen. Deshalb wird die A1 zwischen Wuppertal Nord und Hagen-West voll gesperrt.

Alleine zwischen den Anschlussstellen Hagen-West und Volmarstein sind 104.100 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden auf der Autobahn unterwegs. Das hat die letzte Verkehrszählung von Straßen.NRW ergeben. Von Freitag, 30. August, 18 Uhr an, bis Montag, 2. September, 5 Uhr wird dort kein einziges Auto fahren. 59 Stunden Vollsperrung von Hagen bis zum Kreuz Wuppertal-Nord – auf der wohl meist genutzten Autobahn in NRW – dazu weiträumige Umleitungen: Das wird eine Belastungsprobe für den Verkehr in der gesamten Region.

Hauptgrund für die Vollsperrung ist der Abriss der Autobahnbrücke Eichholzstraße in Gevelsberg. Dafür hätte der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW aber nur ein Teilstück der A1 abriegeln müssen. Da in der Nachbarschaft derzeit an den Baustellen Talbrücke Volmarstein und Brücke Hengstey zwingend notwendige Arbeiten zu erledigen sind, entschieden sich die Verantwortlichen nach vielen Gesprächsrunden für die großräumige Lösung.

Große Belastungsprobe

„So eine Vollsperrung auf der A1 ist schon eine besondere Situation“, sagt Andreas Berg, Sprecher des zuständigen Landesbetriebes Straßen.NRW. Nicht nur planerisch sei viel Vorlauf benötigt worden, auch die vorbereitenden Maßnahmen an der Eichholzstraße laufen bereits seit Wochen. Im März wurde die Baustelle eingerichtet, seit dem 2. August rollt der Verkehr über die Behelfsbrücke, seitdem wird das alte Brückenbauwerk aus dem Jahr 1956 Stück für Stück abgetragen.

Die Geländer sind abmontiert, der Asphalt wird abgefräst: Alles, was nicht fest mit der Brücke verbaut ist, soll bis zum Samstag, 31. August, verschwunden sein. An diesem Tag, so die Planung, soll die Brücke abgerissen werden. Andreas Berg erklärt, dass die Brücke regelrecht von Baggern angeknabbert wird, an verschiedenen Stellen am Bauwerk. So lange, bis die Brücke nicht mehr stabil ist und unter ihrem eigenen Gewicht wie ein Kartenhaus zusammenfällt.

Damit die Autobahn dabei nicht beschädigt wird, schließlich prasseln viele Tonnen Gewicht auf die Fahrbahn, wird diese gepolstert. Mit einem überdimensionierten Vlies, darauf aufgeschüttet werden 5000 Kubikmeter Sand. Danach müssen die Fahrbahnen von Sand und Schutt wieder befreit werden. Alleine die Fundamente der Rundbögen umfassen 504 Kubikmeter Beton. Gearbeitet wird rund um die Uhr, damit bis Montagmorgen 5 Uhr alles fertig ist. Danach beginnt bereits der Bau der neuen Brücke.

Als erstes werden die Fundamente für die neuen Widerlager montiert, auf die die Brücke später gesetzt wird. Im Juli 2020 soll das fertige Bauwerk frei gegeben und die Behelfsbrücke wieder abgebaut werden. Schon jetzt kann der Schwerlastverkehr ab der Autobahnausfahrt Gevelsberg Richtung Silschede und Gevelsberg wieder rollen.

Eine weitere Entlastung auf der A1 sollen die Arbeiten am verkehrsfreien Wochenende in Volmarstein bringen. Dort werden Asphaltschäden beseitigt. Nach der Mittelstreifen-Ertüchtigung soll in Richtung Bremen zeitnah statt 60 km/h wieder Tempo 80 in der Baustelle gelten.

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