Kultur

Dreifach-Premiere mit 180 Gästen in Schwelm

Spielen „Das perfekte Desaster-Dinner (von links): Carola Schmidt, Stefanie Bornhöft, Marc Neumeister, André Bornhöft und Anika Leveringhaus.

Spielen „Das perfekte Desaster-Dinner (von links): Carola Schmidt, Stefanie Bornhöft, Marc Neumeister, André Bornhöft und Anika Leveringhaus.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Das Leo Theater startet mit der Komödie „Das perfekte Desaster-Dinner“ im Ibach-Haus an der Wilhelmstraße in seine reguläre Spielzeit.

Das Leo ist in Schwelm angekommen. Mit 180 Gästen feierte das Ensemble um Theaterdirektor Andreas Winkelsträter nach seinem Wegzug aus Ennepetal die erste Premiere im Ibach-Haus an der Wilhelmstraße. Der künstlerische Leiter Marc Neumeister sprach zum Schluss des Zweiakters sogar von einer Dreier-Premiere: ein neues Haus, Start in die neue Spielsaison und mit Anika Leveringhaus ein neues Gesicht auf der Bühne. In der Rolle des Models Susanne Neuschnee brillierte die 32-jährige Polizeibeamtin aus Hamm in der Inszenierung der Boulevard-Komödie von Michael Niavarani „Das perfekte Desaster-Dinner“ nach dem Klassiker von Marc Camoletti „Madame, es ist angerichtet“.

Die Freunde der Klamauks kommen beim „Desaster-Dinner“ sicherlich voll auf ihre Kosten. Das Stück garantiert einen kurzweiligen Abend, bei dem viel gelacht wird. Zum Himmel schreiende Verwechslungen, wortwitzige Ausreden, überzeichnete Charaktere, markante Sprüche – wer der Inszenierung nicht seine volle Aufmerksamkeit widmet, läuft Gefahr, den Handlungsfaden zu verlieren. Und sieht sich mit den Darstellern da in einer Reihe, wenn Stefan (alias Marc Neumeister) nach Ausreden ringt („Der Schaffner hat Verspätung und der Zug ist krank.“) oder Robert (André Bornhöft) feststellt, dass „er den Überblick über die Geliebten“ verloren habe.

Lügen, Lügen und noch einmal Lügen

Zum Inhalt: Ein romantisches Dinner mit der Geliebten im idyllischen Wochenendhaus, das zum Desaster gerät. Eine Köchin, die ein Model, und ein Model, das eine Köchin spielen muss. Ein gestresster Ehemann, der vor der Ehefrau die Geliebte seinem besten Freund anhängt, der wiederum der Geliebte der Ehefrau ist. Wie soll das alles gehen? Lügen, Lügen und noch einmal Lügen. Alarmstufe Rot und akuter Erklärungsnotstand.

Ende gut, alles gut! Zum Schluss gibt’s ein Happy Ende, wie es sich für eine richtige Komödie gehört. Ein Happy End – aber anders, als vom Publikum erwartet. Die augenzwinkernde Moral von der Geschichte: Dass es manchmal klüger ist, es mit der Wahrheit nicht ganz so genau zu nehmen. Als gegen 23 Uhr der (nicht vorhandene) Vorhang fiel, spendete das Publikum stehend Applaus – und für die fünf Darsteller gab es für eine gelungene Premierenvorstellung Blumensträuße. Und auch in Schwelm endete die Premierenvorstellung so, wie es beim Leo Theater seit Jahren an den unterschiedlichen Spielstätten seiner Geschichte in Wuppertal und Ennepetal liebgewonnene Tradition ist. Im Foyer wartete auf die Gäste ein Büffet und viele Leo-Freunde nutzten gerne die Gelegenheit, mit den Schauspielern persönlich ins Gespräch zu kommen.

Frühstückstheater

In der aktuellen Saison gibt es eine Änderung. „Alle neuen Stücke haben keine kleinen Rollen mehr und maximal wird mit sechs Darstellern gespielt“, verkündete Marc Neumeister und lüftete gleich noch ein kleines Geheimnis, als die Frage aufkam, wo denn der Pelzmantel von Model Susi geblieben sei. „Sie werden lachen, der ist sogar echt.“

Für die Schauspieler um Marc Neumeister und Andreas Winkelsträter herum war es übrigens eine kurze Nacht, standen diese doch zum Frühstückstheater im Leo am Sonntagmorgen mit dem „Perfekten Desaster-Dinner“ erneut auf der Bühne. Für das Publikum hatte der Künstlerische Leiter am Samstagabend übrigens ein dickes Lob parat: „Wenn Sie alle nicht da wären, würde das Theater überhaupt nicht existieren.“

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