Blutspende

DRK will Blutspende in Gevelsberg retten

oswitha Riedl legt die ehrenamtliche Leitung der DRK-Blutspende in Gevelsberg nieder. Schatzmeister Alexander vom Schemm (links) und 1. Vorsitzender Hans-Günther Adrian wollen die Blutspende aufrecht erhalten.

Foto: Stefan Scherer

oswitha Riedl legt die ehrenamtliche Leitung der DRK-Blutspende in Gevelsberg nieder. Schatzmeister Alexander vom Schemm (links) und 1. Vorsitzender Hans-Günther Adrian wollen die Blutspende aufrecht erhalten. Foto: Stefan Scherer

Gevelsberg.   Wenn sich kein neuer Ehrenamtlicher findet, könnte in Gevelsberg bald keine Blutspende mehr stattfinden. Das DRK bittet um Hilfe.

Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Gevelsberg schrillen derzeit alle Alarmglocken. „Im schlimmsten Fall wird es in Gevelsberg von unserer Seite aus keine Blutspendetermine mehr geben“, sagt der 1. Vorsitzende Hans-Günther Adrian. Das dürfe und werde nicht passieren, entgegnet DRK-Kreisvorsitzender Oliver Flüshöh, benennt das Problem aber auch klar beim Namen: „Es ist bedrückend, wie schwer es ist, Menschen für ein Ehrenamt zu motivieren.“

Mehr als 1000 Spenden pro Jahr

Von motivierten Ehrenamtlichen gibt es viele beim Gevelsberger DRK. Das Problem: Niemand will sich den Hut für die Organisation der Blutspenden aufsetzen. Dies hat seit dem Jahr 2013 Roswitha Riedl getan und das Team der 17 Helferinnen koordiniert. Sie organisierte das Catering, denn für jeweils etwa 130 Spender müssen zwölfmal pro Jahr Essen und Getränke gekauft werden. Zudem war sie für die Erfassung, die Abrechnung und die Einteilung der Damen in die beiden Schichten bei den Terminen zuständig und hat das Blutspende-Team im DRK-Vorstand vertreten.

Aus privaten Gründen legte sie die Leitung Ende des vergangenen Jahres nieder, informierte den Vorstand darüber einige Monate zuvor. „Unsere Hoffnung, dass eine andere Dame auf Roswitha Riedl folgt, hat sich zerschlagen. Keine möchte in der ersten Reihe stehen“, sagt Hans-Günther Adrian. Die Idee, die Aufgaben auf alle Schultern zu verteilen, funktioniert jedoch auch nicht. „Die Frauen möchten jemanden haben, der vorn wegmarschiert“, sagt Elisabeth Riedl, die nun selbst in die zweite Reihe gerückt ist. Ihre Prognose: Ab dem Herbst könnten die ersten Helferinnen das Blutspendeteam ganz verlassen, wenn die Vakanz nicht gelöst wird. Nun sucht der DRK-Vorstand händeringend nach jemandem, der die Aufgaben übernimmt, damit die konstant deutlich mehr als 1000 Spenden, die Jahr für Jahr in Gevelsberg abgegeben werden, auch zukünftig noch Leben retten.

„Ich möchte ganz deutlich hervorheben, dass wir nichts mit den medizinischen Dingen zu tun haben, das übernimmt der Blutspendedienst West“, sagt Hans-Günther Adrian, der zudem verspricht: „Falls uns jemand helfen möchte, werfen wir selbstverständlich niemanden ins kalte Wasser und stehen für alle Fragen immer zur Verfügung.“ Und auch Roswitha Riedl sagt Unterstützung zu: „Für eine mehrmonatige Einarbeitungszeit stehe ich selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite.“ Und falls sich niemand findet? „Dann wird es keine Blutspendemöglichkeiten in Gevelsberg mehr geben“, sagt der Gevelsberger Rot-Kreuz-Chef Adrian.

Kreisvorsitzender Oliver Flüshöh will dies unbedingt verhindern: „Da müssen wir natürlich schauen, ob wir das aus dem Kreisverband auffangen, in Kooperation mit anderen Ortsverbänden oder über Hauptamtliche aus Hagen. Aber ganz klar steht für uns fest: Die beste Lösung ist eine Nachfolge aus Gevelsberg.“ Darauf hoffen die Gevelsberger selbst auch noch. Sollte sich jemand angesprochen fühlen und dem Blutspende-Team helfen wollen, kann er sich jederzeit bei Hans-Günther Adrian unter 0151/14075607 melden.

INFOBOX

Die zwölf Blutspenden findet in Gevelsberg in vier Zyklen jeweils einmal pro Quartal statt.

Die Spendetermine finden jeweils im Gemeindezentrum Liebfrauen, dem Zentrum für Kirche und Kultur sowie im Bürgerhaus Alte Johanneskirche statt. Der nächste Termin ist am 3. Mai in Liebfrauen.

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