Karneval

Durchs Gevelsberger Rathaus rollt Starlight Express

Das Prinzenpaar erobert den Schlüssel des Rathauses von Bürgermeister Claus Jacobi (links)

Das Prinzenpaar erobert den Schlüssel des Rathauses von Bürgermeister Claus Jacobi (links)

Gevelsberg.   Nachdem Bürgermeister Claus Jacobi den Schlüssel zum Rathaus an die Narren-Gilde verloren hatte, stieg im Foyer eine schrille Karnevals-Party.

Sturm aufs Rathaus am Rosenmontag. Da wird in Gevelsberg mit allen Tricks gearbeitet. Bürgermeister Claus Jacobi ließ die Tür zu seinem Regierungssitz demolieren, sie mit Flatterband absperren und Zettel mit der Aufschrift „Defekt“ anbringen. Das Prinzenpaar Melina I. und Jan I. wartete nicht – wie üblich – bis 11.11 Uhr mit dem närrischen Angriff, sondern startete schon vier Minuten früher.

Besetzung bis Aschermittwoch

Sei’s wie es sei – es kommt, wie es kommen musste: Das Gevelsberger Rathaus ist seit Rosenmontag in Narrenhand – allerdings nur bis Aschermittwoch, was, so Jacobi, Gevelsberg von Berlin unterschiedet, wo noch kein Ende abzusehen ist.

Mit den Gevelsberger Spielleuten an der Spitze marschierten die Narren über die Mittelstraße zum Sturm auf das Rathaus. Zwar hatten sie keinen Motiv-, aber immerhin einen Kinderwagen dabei, was Hoffnung auf eine blühende Zukunft des Gevelsberger Karnevals macht.

Kein Verlass auf die Stellvertreter

Nach heftigem Kampf auf dem Vorplatz musste der demokratische Bürgermeister den Schlüssel des Rathauses an den königlichen Prinzen übergeben. Da konnten auch seine beiden Stellvertreter – Annette Steudtner als „Papagena“ aus der Zauberflöte sowie Stefan Biederbick in der Rolle des Robin Hood – nichts retten. Jacobi kann sich in den nächsten Tagen ganz auf seine Rolle als „Super Mario“ konzentrieren. Drinnen, im Foyer vor dem Ratssaal, wurden dann die letzten Aufgaben erfüllt, die sich die närrische und die bürokratische Führung der Stadt gegenseitig gestellt hatten.

Geburtstagstorte für das Rathaus

Das Prinzenpaar hatte eine Geburtstagstorte mitgebracht und sang mit dem karnevalistischen Volke „Happy Birthday, liebes Rathaus“. Denn, das eben erst eroberte Gebäude wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. „Damit haben die Feierlichkeiten in diesem Jahr begonnen“, meinte Bürgermeister Jacobi und sah seine These als erfüllt an.

Im Gegenzug musste auch das Geburtstagskind sich gefallen lassen, verkleidet zu werden: Das Rathaus wurde zur Kulisse für das Musical „Starlight Express“. Die blinkenden Sterne erinnerten, wenn man genau hinsieht, verdächtig an das vergangene Weihnachtsfest, aber auch Plakate und lebensgroße Aufsteller stellten den Bezug zu dem Rollschuh-Musical her.

Eine besondere Überraschung

Und weil das lange noch nicht genug war, gab es eine ganz besondere Überraschungen. Sechs Mitglieder des Starlight-Express-Fanclubs waren unter anderem aus so Karnevals-Hochburgen wie Köln und Essen nach Gevelsberg gekommen. Sie waren in aufwendigen Kostümen und mit perfektem Make Up nicht von den Original-Darstellern zu unterscheiden. Sie drehten ihre Runden durch das Rathaus, in dem übrigens die Bürger kein „Gelau“ als Antwort erhielten, wenn sie am Rosenmontag ein Anliegen hatten. Hinter allen Türen wurde fleißig gearbeitet, auch wenn vor dem Ratssaal Günter Dabruck und die Drevermann-Spatzen musikalisch als Alternative vorschlugen: „Hackevoll durch die Nacht“.

Dank an die Gesellschaften

Der Bürgermeister bedankte sich bei den beiden Gevelsberger Karnevalsgesellschaften, Hippendörfer und Ka. Ge. Grün-Weiß, „für eine ganz tolle Session“. Und Prinz Jan versicherte auch im Namen seiner Prinzessin, dass ihm die Amtsausübung eine Menge Spaß gemacht hat. Aschermittwoch ist dann alles vorbei und dann freuen sich die Gevelsberger auf die Kirmes: Karneval mitten im Sommer, da können sich Rheinländer ein Stück von abschneiden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben