Wirtschaft

Ein Wolf im Schafspelz aus Schwelm mit 330 PS

Stephan Rohleder (links) und  Christian Wilms sind die Firmeninhaber und Impulsgeber von „Das Triebwerk“. Im Mai stellen sie in der Halle in der Eisenwerkstraße ihr neuestes Projekt vor. In einem VW 1600 Typ 3 haben sie ein Porsche-Triebwerk mit 330 PS eingepflanzt.

Stephan Rohleder (links) und Christian Wilms sind die Firmeninhaber und Impulsgeber von „Das Triebwerk“. Im Mai stellen sie in der Halle in der Eisenwerkstraße ihr neuestes Projekt vor. In einem VW 1600 Typ 3 haben sie ein Porsche-Triebwerk mit 330 PS eingepflanzt.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   „Das Triebwerk“ in der Eisenwerkstraße hat im Auftrag des Kölner senders „Vox“ einen VW Typ 3 in einen Sportwagen verwandelt

Welcher Autobauer hätte diese Rennfahrergröße nicht gerne in seinem Team: Walter Röhrl als Testfahrer. Die Firma „Das Triebwerk“ in Schwelm hat das geschafft. Für sie hat der ehemalige Rallye-Weltmeister ihr neues Auto getestet – und handsigniert. Einen VW 1600 L Stufenheck, Typ 3, Baujahr 1967. Was dieses Fahrzeug auszeichnet: die Schwelmer Manufaktur hat aus dem ehemaligen Familienwagen des Mittelstands ein völlig neues Auto mit Porsche-Motor gemacht. Und Walter Röhrl sei begeistert gewesen über die Straßenlage und die Qualität des Umbaus, sagt Stephan Rohleder. Auf einem ehemaligen Militärflughafen in Mendig fanden nach achtmonatigem Umbau in dieser Woche die Testläufe statt.

Wagen wird verlost

Den Anstoß zum Bau des außergewöhnlichen Fahrzeugs hat der Kölner Sender „Vox“ gegeben. Der war für seine Sendung „Auto Mobil“ auf der Suche nach einem Unternehmen, dass solch ein Fahrzeug bauen kann und hörte sich deshalb in der Szene um. Dabei stießen sie auf „Das Triebwerk“ in Schwelm. In einer dreiteiligen Reihe erzählt der Sender die Geschichte des Autos – von der Suche nach einem Fahrzeug über die Restaurierung bis hin zum fertigen (Renn-)Wagen. Nun ist das Fahrzeug fertig, die TÜV-Abnahme soll in den kommenden Tagen in der Eifel erfolgen. Und das Beste daran: Wenn am 21. April der letzte Teil der Serie über den Sender gelaufen ist, wird das über 125.000 Euro teure Fahrzeuge von „Vox“ verlost.

„Das Projekt war schon eine Herausforderung für uns. Innerhalb von acht Monaten haben wir den Wagen komplett zerlegt und wieder aufgebaut“, erzählt Stephan Rohleder. Gut 1000 Stunden und viel Entwicklungsarbeit hat „Das Triebwerk“ investiert. Herausgekommen ist ein Wolf im Schafspelz. Der ursprünglich 54 PS starke Familienwagen der 1960/70er Jahre beschleunigt nun mit seinem Porsche-Motor von 0 auf 100 in 4 Sekunden und verfügt über eine theoretische Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h. Und das bei einem Leergewicht von 1073 Kilogramm. Selbst den luftgekühlten Sechszylinder des 911/964 ließ „Das Triebwerk“ nicht unangetastet. Der ursprünglich 250-PS starke Motor wurde einer Leistungssteigerung unterzogen und leistet heute ca. 330 PS.

„Es gibt an dem Auto keine alte Technik mehr. Er ist komplett mit moderner Technologie aufgerüstet worden“, sagt Rohleder. Selbst der Motor wird über ein Laptop mittels Software eingestellt. „Wir haben alles selbst gebaut: Getriebe, Schwungrad, Aufhängung, Bremsanlage“, nennt Triebwerk-Geschäftsführer Christian Wilms nur einige Beispiele. Natürlich gab es bei der Entwicklung des Autos auch Rückschläge. Für das Team eher eine Herausforderung, statt Entmutigung. „Wir hatten anfangs Probleme, die Kraft auf die Straße zu bringen. Bei Probefahrten ist uns die Antriebswelle abgerissen. Da musste eine stärker dimensionierte her“, erzählt Rohleder.

Im Mai wird das Fahrzeug in Anwesenheit der Firma Bilstein und des Senders „Vox“ einem ausgesuchten Publikum vorgestellt. Für Christian Wilms, Stephan Rohleder und das elfköpfige Team des Triebwerks ist der VW 1600 L Typ 3 nicht das erste Auto, das von ihnen von Grund auf neu aufgebaut wurde. Denn eigentlich sind Porsche das Ding des Schwelmer Unternehmens. Auf der Techno-Classica im Mai vergangenen Jahres hatten die Schwelmer ihren ersten eigenen Wagen, ein „neues“ F-Modell, vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Porsche 964, der optisch auf alt getrimmt ist, aber mit moderner Technik punkten kann. Der zweite Porsche-Umbau ist bereits in Angriff genommen. Ausgangpunkt bildet wieder ein Porsche 964. Innerhalb von zwei Jahren soll das Fahrzeug (Baujahr 3/1991) optisch in ein F-Modell aus den 1960er Jahren verwandelt werden. Und Ende 2019 wird ein 3. Auto in Schwelm aufgebaut – wieder ein optisch auf Ur-Porsche getrimmtes Modell 964. „Das wird eine reine Rennmaschine – ohne Allrad und Schiebedach. Puristen wollen einen Heckantrieb“, so Rohleder.

Neues Projekt: Hybrid-Bulli Typ 1

Oldtimer sind gewöhnlich „Dreckschleudern“. Das will Rohleder ändern und zwar mit einem Hybrid-Projekt. Einem alten VW Bus Typ 1, bekannt als Samba-Bus, will er zusätzlich einen Elektromotor einpflanzen. Der Oldtimer soll zum ersten Oldie-Hybriden mit TÜV-Siegel umgebaut werden. Zur Realisierung des Projekts hat er bereits Kontakt zu namhaften Unternehmen aufgenommen. „Schon allein die Machbarkeitsstudie ist hochspannend“, freut sich der Unternehmer auf die neue Herausforderung.

Den in Schwelm im Triebwerk aufgebauten VW 1600 Typ 3 verlost Vox nach der Sendung. Foto: Bernd Richter Auto wird verlost

Im Heck des VW 1600 L Typ 3 ist ein auf ca. 330 PS leistungsgesteigerter Porsche-Motor (3,6 Liter Hubraum, Modell 911/964) eingebaut worden. Der Wagen beschleunigt von 0 auf 100 in 4 Sekunden und verfügt über eine theoretische Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h. In einem Event im Mai stellt „Das Triebwerk“ das 125.000 Euro teure Fahrzeug in Anwesenheit der Firma Bilstein (das Unternehmen hat das Fahrwerk beigesteuert) und des Senders „Vox“ einem geladenen Publikum vor. Die Geschichte des Umbaus strahlt der Sender Vox in weiteren zwei Teilen am 14. April und 21. April ab jeweils 17 Uhr aus. Zum Schluss der Sendereihe verlost „Vox“ den VW mit Porsche-Triebwerk.

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