Kultur

Eine bewegende Aufführung

Regionalkantor Ulrich Isfort hatte das Weihnachtsoratorium von Bach mit der Schola Cantorum, Solisten und einem Ristenpart-Orchester einstudiert

Regionalkantor Ulrich Isfort hatte das Weihnachtsoratorium von Bach mit der Schola Cantorum, Solisten und einem Ristenpart-Orchester einstudiert

Foto: Jonas Güttler

Schwelm.   „Jauchzet, frohlocket“! Schon mit den ersten Klängen der Bachschen Musik wurden die Zuhörer in der voll besetzten St. Marien Kirche in den Bann der Weihnachtsgeschichte gezogen.

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Für viele ist dieses Werk, das Bach selbst aus insgesamt sechs Kantaten (für die sechs Weihnachtstage, die zu Bachs Zeiten noch alle gefeiert wurden) nachträglich zusammengestellt hat, ein unverzichtbarer Teil der Advents- und Weihnachtszeit.

Leitung hatte Ulrich Isfort

Die ersten drei Teile behandeln die Weihnachtsgeschichte bis zur Geburt Jesu. Mit frischem Tempo eröffnete Regionalkantor Ulrich Isfort mit seinem sehr gut vorbereiteten Chor, Schola Cantorum St. Marien, die Aufführung des Weihnachtsoratoriums im präzisen Zusammenspiel mit dem bestens zusammengestellten Ristenpart-Orchester. Ob strahlend und festlich, virtuos und brillant, oder wie in der Sinfonia, dem einleitenden Satz der 2. Kantate innig und transparent, die Streicher, Holzbläser und Trompeten und Pauken brachten die verschiedenen Klangfarben des Werkes überzeugend dar. Herausragend waren die Soli der Flöten, Oboen und Trompeten sowie das anrührende Violinsolo in der Arie „Schließe, mein Herze“. Besonders hervorzuheben sei auch die Continuogruppe, die, angeführt von der Cellistin Arabella Ristenpart, mit Spielfreude und Beschwingtheit das Fundament bildete.

Auch die Gesangssolisten Maike Lehmkuhl, Sopran; Cornelia Orendi, Alt; Cornel Frey, Tenor und Peter Rembold, Bariton überzeugten. Cornelia Orendi sang ihre Arien stilsicher und besonders in den Höhen mit warmer Klangfülle. Der Bariton Peter Rembold präsentierte sich majestätisch und mit strahlendem Klang im Duett mit der prächtigen Solo-Trompete in der Arie „Großer Herr und starker König“; schlank und beweglich im Duett, „Herr, dein Mitleid“ und ausdrucksstark in den Rezitativen.

Cornel Frey war ein einfühlsamer Evangelist mit ausgezeichneter Deklamation und Artikulation, mit einer angenehm klang- und kraftvollen, aber auch geschmeidigen Stimme und mit großer Differenzierungskunst. Auch die Hirtenarie mit ihren schnellen Koloraturen gelang ihm scheinbar mühelos, ein Genuss für die Zuhörer.

Zuhörer spenmden stehend Applaus

Begeisternd war auch wieder, was Ulrich Isfort aus den Sängerinnen und Sängern seiner Schola Cantorum herausholte: Der Chor folgte dem eindringlichen Dirigat und sang engagiert, präzise und bei allen dynamischen Abstufungen mit großer Klangschönheit. Die virtuosen Partien des Werkes waren transparent und beweglich, der Chorklang ausgewogen. Die Zuhörer brachten stehend mit langem Applaus ihren Dank für eine bewegende und bereichernde Aufführung zum Ausdruck.

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