Radwege

Einige Knackpunkte für Radfahrer in Gevelsberg

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Das Viadukt im Stefansbachtal wird zum Radweg und soll neben der Tunneldurchfahrt ein Höhepunkt der Strecke werden.

Das Viadukt im Stefansbachtal wird zum Radweg und soll neben der Tunneldurchfahrt ein Höhepunkt der Strecke werden.

Foto: Heinz-Gerhard Lützenberger

Gevelsberg.   Stadt Gevelsberg will sich bei Radwegführung mit allen Mitteln gegen Straßen NRW durchsetzen. In der Innenstadt fehlen noch Schutzmaßnahmen.

In der Frage, wie künftig die Verkehrsinfrastruktur in den Städten gestaltet wird, spielt der Radverkehr eine immer wichtigere Rolle. „Das Auto ist nicht mehr allein das Maß aller Dinge, zunehmend rückt das Rad in den Fokus, wenn es darum geht, im Alltag von A nach B zu kommen“, sagte Elke Kramer, die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Gevelsberg, zu Beginn der Veranstaltung „Radwege – ein Konzept für Gevelsberg“ in der Gaststätte „Zur Juliushöhe“. Experten der Stadt, des Kreises und des Fachforums Radverkehr der Zukunftsschmiede sprachen und diskutierten über das Thema. Vorgestellt wurde dabei auch die Planung für die derzeit im Bau befindliche Trasse des neuen Elbschetalradwegs.

Fachforum hat bereits viel bewegt

„Es tut sich was beim Radverkehr in Gevelsberg“, sagte Georg Schäfer, Sprecher des Fachforums Radverkehr der Zukunftsschmiede Gevelsberg. Seit sich der Arbeitskreis im Jahr 2006 gründete, weisen die Radler auf Lücken und Schwachstellen im Wegenetz hin, zeigen radtouristische Möglichkeiten auf und sorgen so für Verbesserungen. Das hat zur Folge, dass Gevelsberg seitdem deutlich fahrradfreundlicher geworden ist.

Die Hagener Straße hat in der Haufe und am Vogelsang Radwege erhalten. „Das Stück zwischen Drehbank und Breddestraße fehlt leider noch“, sagt Georg Schäfer. Die Fußgängerzone ist für den Radverkehr freigegeben worden, mit der Nelkenstraße darf eine weitere Einbahnstraße in Gegenrichtung benutzt werden, in zahlreichen Sackgassen wird mit einem Schild auf deren Durchlässigkeit für Radfahrer hingewiesen, und der Rad-und Wanderweg „Am Werde“ wurde rundherum saniert. Als große Verbesserung für die Radler bewertet Schäfer zudem den Anschluss an das Bahntrassenradwegenetz und die Fertigstellung des letzten Teilstücks des Radwegs Haßlinghausen-Silschede. Dass Gevelsberg Start und Ziel einer touristischen Themenroute wurde – der Ennepe-Runde – sei ebenso eine Aufwertung, wie eine dazu erschienene Radwanderkarte und die verbesserte Ausschilderung.

Im Anschluss erläuterte der zuständige Fachbereichsleiter Björn Remer, welche Mängel noch beseitigt werden sollen. So fehlen an Teilstücken der Rosendahler, der Wittener und der Asbecker Straße Fahrradschutzmaßnahmen, und im Innenstadtbereich lassen sich im Bereich Sparkasse, der Königsburg und Teilen der Mauer-, Milsper- und Wasserstraße noch einige Knackpunkte finden.

Schutz vor Steinschlag und Ästen

Ein weiteres war natürlich die Radwegplanung von der Wetteraner Stadtgrenze durch Silschede über die alte Bahntrasse, die weiter über das Viadukt bis zum Westbahnhof führen soll.

Zwischen dem Silscheder Tunnel und der Stadtgrenze zu Wetter befindet sich ein wegen seines einzigartigen Mikroklimas besonders schützenswerter Hangschluchtwald. Ihn abzuholzen würde erheblichen Ärger nach sich ziehen. „Die Radfahrer müssen aber vor Steinschlag oder umfallenden Bäumen geschützt werden“, sagte Remer. Ziel sei es, die Radfahrer durch die beiden Tunnel mit einer maximalen Steigung von zwei Prozent zu führen. Was allerdings gegen das Konzept des Bauherrn, dem Landesbetrieb Straßen NRW, spricht. Dieser möchte den Radweg um den Tunnel herum leiten. Das allerdings würde bedeuten, dass die Radfahrer eine Steigung von 14 Prozent in Kauf nehmen müssten. „Der Wert des Radwegs für den Tourismus läge damit quasi bei null“, sagte Bürgermeister Claus Jacobi. „Wir wollen den Radweg durch den Tunnel führen – ohne Wenn und Aber.“

Stadt will hartnäckig bleiben

Ein von der Verwaltung beauftragtes Ingenieurbüro schlägt daher vor, dass die Radfahrer durch einen Käfig fahren, bei dem verankerte Rundbögen mit Netzen bespannt sind. „Auch Rettungswagen können dort durch fahren. Wir werden deshalb gegenüber Straßen NRW hartnäckig bleiben“, versprach Bürgermeister Claus Jacobi. „Die Fahrt über das Viadukt und durch die Tunnel sind reizvolle und absolute Höhepunkte der Strecke.“

INFOBOX

Im Jahr 1996 wurde in den Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Gevelsberg bereits ein Radwegekonzept integriert.

2016 erfolgte auf Initiative des Fachforums Radverkehr eine Bestandsaufnahme, mit dem Auftrag an die Verwaltung, einen Workshop durchzuführen, in dem die Potenziale, Defizite und Chancen des Radverkehrs in Gevelsberg dargelegt und Maßnahmen zur Förderung erarbeitet wurden.

Dies wird bei zukünftigen Planungen berücksichtigt.

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