Leo Theater

Ekel Alfred mischt das Ibach-Haus auf

Marika Kotulla, Marc Neumeister, Carola Schmidt und André Bornhöft waren mit ihrer Darstellung der Serie  Ekel Alfred im Leo Theater ganz nah dran am Original

Marika Kotulla, Marc Neumeister, Carola Schmidt und André Bornhöft waren mit ihrer Darstellung der Serie Ekel Alfred im Leo Theater ganz nah dran am Original

Foto: HB

Schwelm.   Erst Kunst, dann der Frühjahrsputz und zum Schluss der Besuch auf der Ostzone: Drei Premieren im Leo

Gleich drei Premieren konnten die Besucher des Leo Theaters im Ibach-Haus am Samstag miterleben. Bevor sich für zwei weitere Folgen aus der Fernseh-Serie „Ein Herz und eine Seele“ von Wolfgang Menge der Vorhang öffnete („Der Frühjahrsputz“, „Besuch aus der Ostzone“), eröffnete der schwedische Künstler Leif Skoglöf seine Ausstellung im Foyer des Theaters.

Vielen war der Maler noch aus seiner Zeit in Schwelm bekannt. Er zeigt in Acryl-Technik Motive aus der Theaterwelt und Interpretationen des Jakobswegs. Seine beiden großflächigen Werke „Hamlet „To be or not be“ sowie Mephisto Goethes „Faust“ nahmen die Besucher gefangen. Marika Kotulla, die im Leo Theater auf der Bühne steht und selbst die Malschule von Skoglöf in Wuppertal Barmen besucht, sagt: „Leif beeindruckt als Künstler und als Mensch. Er erklärt wunderbar die Maltechniken.“

Dusselige Kuh

Kotulla beeindruckte ihrerseits wenig später die Zuschauer als die „dusselige Kuh“ Else Tetzlaf an der Seite von Ekel-Alfred Tetzlaff (Marc Neumeister), der in gewohnter Manier seinen Charme verstreute.

Dabei gab sie dieser mit ihrem eigenen fränkischen Akzent eine besonders sympathische Note. Sie spielte sich in die Herzen der Zuschauerinnen, die allesamt auf ihrer Seite waren „das solle mal jemand mit mir machen.“ Dabei zogen einige Frauen ihre Männer auf „na, haste dich da auf der Bühne auch erkannt? Bist du das, der dort steht?“ als es um die aktive Hilfe beim Frühjahrsputz ging.

Das Leo Theater war ausverkauft und das Publikum genoss begeistert die Bühneninterpretation, die ziemlich nah ans Original käme, wie eingefleischte Ekel-Alfred Fans urteilten. Sie ließen die Gefühle von damals wieder aufleben. So sauber, wie im „Frühjahrsputz“ war die Bühne schon lange nicht mehr. Die beiden Damen Else und ihre Tochter Rita (Carola Schmidt) gaben ihr Bestes und wedelten und wischten, was das Zeug hielt. Da war Aktion auf der Bühne, Original-Möbel aus den 70 zigern wurde geschleppt und geschoben. Die stilechte Kulisse, insbesondere die alte Küche traf den Geschmack der Zuschauer. Dies sollte sich aber schlagartig ändern, als Alfred Tetzlaff im zweiten Teil („Besuch aus der Ostzone“) seinen berühmten Schweinebraten mit Rotkohl zubereitete und ein wahres Schlachtfeld hinterließ. Zum ersten Mal auf der Bühne stand Ulrike Seuthe, die vom Publikum herzlich willkommen geheißen wurde und gleich sehr viel Lob für ihr sächsisch erhielt. Zusammen mit Hugo Boecker spielte sie die Eltern von Michael Graf (André Bornhöft), dem Schwiegersohn von Alfred, aus dem Osten. Die andere Neue im Leo- Team Katharina Joost saß am Samstag noch entspannt im Zuschauerraum. Sie stellte sich erst am Sonntag dem Publikum als Rita vor.

Die jugendlichen Besucher, trotz dem Fach Geschichte in der Schule, kämpften mit einigen Anspielungen, die damals hochaktuell waren. Marc Neumeister, der sich stilecht einen Schnäuzer wachsen ließ („leider echt“), selbst gestand: „Der Part über die Ostpolitik war echte Pflichtarbeit für mich und meinem Kopf, wer mit wem und was.“ Dabei habe er mittlerweile neun Theater-Stücke abrufbereit.

Der erste Teil von „Ein Herz und eine Seele“ mit den Folgen „Der Sittenstrolch“ und „Silvesterpunsch“ stehe ebenfalls weiterhin auf dem Programm. Schmidt, geboren 1993, die auch die Co-Regie übernahm stellte fest: „Es fehlt einem die Verbindung, wenn man es nicht live miterlebt hat. Aber man lernt die Serie lieben, ich bin Fan geworden.“

Der Besucher Dylan (21) fragte sich: „Wer war Schockemöhle? Ich bin zu jung – ich verstehe einige Witze leider nicht. Dennoch ist es richtig lustig.“

In Erinnerungen schwelgen

Die Solingerin Rosi Möller hingegen habe damals schon die Serie verfolgt und spielt selbst Theater: „Es war toll. Du solltest dich zwar frei von dem Film machen, aber der Alfred ist zu 99,99% aus dem Fernsehen – der Tonfall, die Mimik und sogar wie er Luft holt.“ Sie war zum ersten Mal im Leo Theater: „Ich habe einfach mal gegoogelt, was hier in der Nähe gespielt war – und dies hat mich angesprochen.“ Gemeinsam wurde im Foyer gefeiert, in Erinnerungen geschwelgt, das Gefühl von damals aufgeweckt und Wissenslücken gegenseitig gestopft. So war dann klar, Schockemöhle war ein Reiter und kein Fußballspieler.

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