Corona

Emmaus-Hospiz in Gevelsberg: So ist die aktuelle Lage

Spendenübergabe an das Emmaus-Hospiz in Gevelsberg: Markus Oehler (Lions Club), Arnd Eberhardt (Alt-Präsident Lions Club EN), Michaela Pesenacker (Koordinatorin Kinder- und Jugendhospizdienst) und Burckhard Ohnesorge (Trauerbegleiter, von links nach rechts).

Spendenübergabe an das Emmaus-Hospiz in Gevelsberg: Markus Oehler (Lions Club), Arnd Eberhardt (Alt-Präsident Lions Club EN), Michaela Pesenacker (Koordinatorin Kinder- und Jugendhospizdienst) und Burckhard Ohnesorge (Trauerbegleiter, von links nach rechts).

Foto: Lukas Oehler

Gevelsberg.  Die Situation im Hospiz Emmaus in Gevelsberg hat sich ein wenig verändert. Trotzdem gibt es noch Einschränkungen.

Vor Wochen hatte diese Zeitung über die Situation im ambulanten Ökumenischen Hospiz Emmaus an der Hagener Straße berichtet. Absagen von Veranstaltungen und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit hatten dort für einen dramatischen Rückgang an den für die Einrichtung so wichtigen Spenden gesorgt. Mittlerweile scheint sich die Lage wieder zu bessern. So unterstützte zum Beispiel der Lions Club Ennepe-Ruhr das Hospiz mit 2000 Euro. Das Geld soll in eine dringend benötigte Schulung für Ehrenamtliche im Herbst dieses Jahres fließen.

„Die Situation fängt so langsam an, sich zu ändern“, freut sich Michaela Pesenacker, Koordinatorin des Kinder- und Jugendhospizes und stellvertretende Geschäftsführerin. „Seit drei bis vier Wochen nehmen die Spenden wieder zu, aber eher in Form von Sachspenden.“ So habe sich das Hospiz zuletzt vor allem über Masken und Desinfektionsmittel freuen können.

Eine ebenfalls wichtige Unterstützung, sind diese Utensilien doch entscheidend dafür, dass die Ehrenamtlichen der Einrichtung ihrer Arbeit nachgehen können – zumindest soweit die Coronaschutzverordnung das zulässt.

Gevelsberger lernen Umgang mit Ohnmacht

„Hospizarbeit ist ganz klar Beziehungsarbeit“, machte Michaela Pesenacker schon vor Wochen im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter stehen Betroffenen und Angehörigen für die ambulante Sterbe- und Trauerbegleitung beratend zur Seite. Durch das Kontaktverbot sei das nicht mehr möglich gewesen. Mittlerweile könnte das Emmaus-Team wieder in die Krankenhäuser und Altenheime gehen.

Auch hätten Betroffene ihre coronabedingten Berührungsängste wieder verloren und würden sich trauen, das Angebot des Hospizes wieder in Anspruch zu nehmen. „Manche haben den ersten Schreck überwunden und strecken wieder die Fühler aus“, bestätigt Koordinatorin Pesenacker. Trotzdem: ein fader Beigeschmack bleibt. Von Normalität kann nämlich noch keine Rede sein. „Wir stehen sonst am Krankenbett und halten Menschen die Hand, es wäre schön, wenn wir das wieder machen könnten“, sagt sie.

Im August schickt die Einrichtung ihre Mitarbeiter zu einem Fortbildungs-Wochenende in Schwerte. Dort sollen sie lernen, wie sie mit Ohnmachts-Erfahrungen bei der Begleitung sterbenskranker Menschen umgehen können. Dabei handelt es sich um das Angebot, das der Lions Club Ennepe-Ruhr mit seiner Spende unterstützt.

Der Club hatte den Einbruch des Spendenaufkommens vor Wochen zum Anlass für seine Hilfe genommen. Zum ersten Mal wurde laut Club dabei im Eilverfahren per Umlaufbeschluss die Freigabe einer Spende über 2000 Euro erteilt. Persönliche Treffen waren schließlich auch im Lions Club zeitweise nicht möglich.

Anbau für das Hospiz kommt gut voran

Außer dieser Fortbildung finden auch weitere Veranstaltungen in den Räumlichkeiten des Hospizes an der Hagener Straße wieder statt. „15 Leute passen in unseren Gruppenraum“, sagt Michaela Pesenacker. „Alles darüber hinaus ist weiterhin abgesagt“. Schon in absehbarer Zeit könnten weitere räumliche Kapazitäten zur Verfügung stehen. Die Arbeiten am Anbau des Hospizgebäudes kommen laut Pesenacker gut voran.

„Der Kran ist abgebaut, die Außenhaut ist fertig und die Fenster sind drin“, sagt sie. „In den nächsten Wochen soll der Durchbruch zum Hauptgebäude gemacht werden.“ Der Anbau soll wie berichtet mehr Platz für die Kinder- und Jugendhospizarbeit schaffen. Die stellvertretende Geschäftsführerin schätzt, dass er noch in diesem Jahr fertig werden könnte.

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