Heimatpreis

EN-Kreis: Heimatpreis für den CVJM Rüggeberg

Auf der Gemeindewiese neben der Rüggeberger Kirche entstehen an den Bauspielplatztagen (hier im Jahr 2018) in kurzer Zeit viele Hütten und ein riesiger zentraler Bau. Tonnenweise Holz und zentnerweise Nägel werden dabei jedes Mal verbaut.

Auf der Gemeindewiese neben der Rüggeberger Kirche entstehen an den Bauspielplatztagen (hier im Jahr 2018) in kurzer Zeit viele Hütten und ein riesiger zentraler Bau. Tonnenweise Holz und zentnerweise Nägel werden dabei jedes Mal verbaut.

Foto: Hartmut Breyer / WP

Ennepetal/Schwelm.  Ennepe-Ruhr-Kreis würdigt Engagement rund um den Bauspielplatz in Ennepetal-Rüggeberg. Auch AGU Schwelm ausgezeichnet.

Der CVJM Rüggeberg ist mit dem erstmalig vergebenen Heimatpreis für den Ennepe-Ruhr-Kreis ausgezeichnet worden. Die christliche Jugendorganisation wurde insbesondere für die Durchführung des beliebten Bauspielplatzes, der seit mehr als 25 Jahren in jedem Sommer im Höhendorf stattfindet, ausgezeichnet und mit dem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro bedacht. Weitere Preisträger sind die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm (AGU) und der Heimatverein Hattingen/Ruhr, die sich über 3000 bzw. 2000 Euro freuen können.

Zum 27. Mal veranstaltete der CVJM Rüggeberg in diesem Jahr bereits den Bauspielplatz. Trotz coronabedingter Einschränkungen waren 85 Kinder ab sechs Jahren aus ganz Ennepetal dabei. In den Jahren zuvor waren es bis zu 200 Mädchen und Jungen verschiedener Kulturen, die ab Beginn der Sommerferien zehn Tage lang auf der Gemeindewiese neben der Kirche Holzhütten bauen, gemeinsam basteln, spielen und sich in der Kirche mit einem biblischen Thema beschäftigen.

Etwa 50 Ehrenamtliche, von denen ein sehr großer Teil selbst als Kind beim Bauspielplatz mitgemacht hat, bringt sich als Betreuer ein und ermöglicht so das abenteuerliche Ferienprogramm. Für dieses nachhaltige Engagement war der CVJM Rüggeberg 2017 bereits mit dem Friedenspreis der Stadt Ennepetal ausgezeichnet worden.

Freude über unerwarteten Preis

Bauspielplatz-Organisationschef Harald Marohn freut sich sehr über den äußerst unerwarteten Preis. „Wir können die 5000 Euro natürlich gut gebrauchen.“ Man befürchte, dass das Dach des CVJM-Vereinshauses am Nottloher Weg, in dem nicht zuletzt während des Bauspielplatzes mittags fast alle Teilnehmer und Betreuer verpflegt werden, erneuert werden müsse. Da könne das Preisgeld als Grundstock dienen. Ein Teil davon solle aber auf jeden Fall auch für eine Helferfete verwendet werden.

Unerwartet war die Auszeichnung deshalb, weil sich der CVJM gar nicht selbst beworben hatte. „Wir wurden von der Mutter eines Bauspielplatz-Kindes vorgeschlagen“, berichtet Harald Marohn. Irgendwann habe er dann eine E-Mail erhalten, dass er das Projekt ausführlicher erläutern solle. Er habe noch eine Präsentation für einen anderen Anlass gehabt und darauf hin verschickt. Und dann sei die Nachricht gekommen, dass der CVJM Rüggeberg gewonnen habe – ob es der 1., 2. oder 3. Preis sein würde, bleib allerdings bis zur Preisverleihung geheim.

Zweiter Preis für Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm

Der zweite Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm, die sich durch Natur-, Arten- und Klimaschutz für den Erhalt einer lebenswerten Heimat einsetzt. Zu den zahlreichen Projekten zählt der Biotopverbund „Am Tannenbaum“ mit Obstwiese, Vogelschutzhecken und Hochstaudenfluren sowie die Baumpatenschaften, durch die 29 Stadtbäume in Schwelm gepflanzt werden konnten. Zudem bietet die Arbeitsgemeinschaft regelmäßig Seminare und Vorträge an, ebenso wie Projekte der Umweltbildung für Kindergärten und Schulen.

Die AGU bezeichnet sich selbst als „unkonventionellen Verein“, der inzwischen von allen politischen Parteien und anderen Organisationen anerkannt ist und der aktiv gegen die Umweltzerstörung vorgeht und versucht, die Landschaft vor Ort zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Die Schwerpunkte der Arbeit sind einerseits der klassische Naturschutz (wie Erhalt und Pflege von Biotopen, Bau und Pflege von Nistkästen etc.), andererseits der Kampf gegen Naturzerstörung jeglicher Art. Durch die Mitgliedschaft in der LNU (Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW) ist die AGU berechtigt, Stellungnahmen zu Bebauungen etc. abzugeben. Auch in der Biologischen Station im EN-Kreis ist ein AGU-Vertreter im Vorstand.

3. Preis für Heimatverein Hattingen

Dritter Preisträger ist der Heimatverein Hattingen/Ruhr, der sich seit 1921 für die Pflege von Tradition und Kultur, Denkmalschutz und die Erforschung der Heimatgeschichte einsetzt. Ausschlaggebend für die Jury war der vom Verein bereits zweimal sehr erfolgreich organisierte kreisweite Schreibwettbewerb für Schülerinnen und Schüler zu historischen Themen mit Lokalbezug.

Bei einer pandemiebedingt kleinen Feierstunde im Kreishaus würdigten Landrat Olaf Schade und die Jurymitglieder das bürgerschaftliche Engagement der ausgezeichneten Vereine und übergaben ihnen die Preisgelder. Die drei Vereine punkteten mit besonderem ehrenamtlichen Engagement, das die fünfköpfige Jury auch hinsichtlich der Kriterien Wirkung und Nachhaltigkeit, Relevanz und Innovation als herausragend bewertete. Die drei Preisträger setzten sich gegen 16 weitere Initiativen durch, die kreisweit für den Heimatpreis vorgeschlagen worden waren.

„Der Heimatpreis hat uns die Möglichkeit geboten, das bürgerschaftliche Engagement im Kreisgebiet in den Fokus zu rücken“, sagte Landrat Olaf Schade bei der Preisverleihung. „Das ist richtig und wichtig. Denn: Für die Zukunftsfähigkeit des Kreises ist bürgerschaftliches Engagement unverzichtbar.“ Bei den Preisträgern bedankte sich der Landrat ausdrücklich: „Ihr Engagement macht unsere Region zu dem, was sie ist: ein lebens- und liebenswertes Fleckchen Erde.“ Gegenseitige Hilfe und Solidarität seien in allen Bereichen des Zusammenlebens, der Integration, Kultur oder des Umweltschutzes von größter Bedeutung.

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