Pandemie

Ennepe-Ruhr: So viele neue Corona-Fälle wie noch nie

Der Ennepe-Ruhr-Kreis verzeichnet den höchsten Anstieg an gemeldeten Neu-Infizierten seit Beginn der Pandemie.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis verzeichnet den höchsten Anstieg an gemeldeten Neu-Infizierten seit Beginn der Pandemie.

Foto: Marijan Murat / dpa

Ennepe-Ruhr.  Die Corona-Lage im Ennepe-Ruhr-Kreis spitzt sich weiter zu: Von Donnerstag auf Montag gab es 76 neue Fälle. Das sind so viele wie noch nie.

Mit 76 neu bestätigten Corona-Fällen innerhalb von 24 Stunden musste im Ennepe-Ruhr-Kreis von Donnerstag auf Freitag ein neuer Rekord verzeichnet werden. Es ist der höchste Anstieg an gemeldeten Neu-Infizierten seit Beginn der Pandemie.

In der Folge bewegt sich auch der Inzidenzwert weiter nach oben. Am Freitagvormittag lag er bei 89,47.

„Das Überschreiten der 100er Marke ist, wie in vielen anderen Kreisen und Städten in Nordrhein-Westfalen, absehbar. Stand heute werden wir als Kreis darauf nicht mit einer weiteren Allgemeinverfügung reagieren. Viel wichtiger ist, dass sich die Bürgerinnen und Bürger noch konsequenter an die bereits geltenden Vorgaben sowie die AHA Regeln halten“, macht Landrat Olaf Schade deutlich.

Bei dieser Einschätzung stützen sich die Verantwortlichen auch auf die am Donnerstag getätigte Aussage der Experten des Robert-Koch-Instituts. Danach stecken sich die meisten Menschen im familiären und privaten Umfeld an. Dies deckt sich mit den Erkenntnissen, die für den Ennepe-Ruhr-Kreis vorliegen. Auch die vielen kleinen Infektionsherde zwischen Hattingen und Schwelm, Wetter und Ennepetal habe hier ihre Ursache.

Angesichts der nrw-weit steigenden Zahlen sieht die Kreisverwaltung auch die Landesregierung am Zug. Ähnlich wie in Bayern wären auch für Nordrhein-Westfalen sehr zeitnah gleichlautenden Regelungen für Kreise und Städte mit einer Inzidenz ab 100 sinnvoll und hilfreich. „Bei unserer Anfrage zur Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in Grundschulen wurde uns ja auch mitgeteilt, dass das Land einen Flickenteppich aus verschiedensten Vor-Ort-Vorgaben auf jeden Fall verhindern möchte. Mit einer entsprechenden 100er-Erweiterung der Corona-Schutzverordnung könnte Düsseldorf hier nun einen Beitrag leisten“, so Krisenstabsleiter Michael Schäfer.

Trotz der Proteste aus der Elternschaft und der negativen Rückmeldung des Landes durch die Antwort der Bezirksregierung sieht sich die Kreisverwaltung bei der vorgeschlagenen Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Grundschulen weiter auf der sichereren Seite. Dabei wird insbesondere auf die Präventionsmaßnahmen in Schulen verwiesen, die das Robert-Koch-Institut Mitte Oktober veröffentlicht hat. Dort wird für Kommunen mit einer Inzidenz über 50 auch für Grundschüler das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Klassenraum angeraten.

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