Reichenbach-Gymnasium

Ennepetal: Abi-Vorbereitung wegen Corona anders als gedacht

Heimischer Schreibtisch statt Schulbank: Die Schüler der Jahrgangsstufe Q2 am Reichenbach-Gymnasium, die kurz vor den Abiturprüfungen stehen, müssen früher als von den meisten geplant zu Hause lernen.

Heimischer Schreibtisch statt Schulbank: Die Schüler der Jahrgangsstufe Q2 am Reichenbach-Gymnasium, die kurz vor den Abiturprüfungen stehen, müssen früher als von den meisten geplant zu Hause lernen.

Foto: Privat / WP

Ennepetal.  Für die Q2-Schüler des Reichenbach-Gymnasiums Ennepetal bringt die Corona-Pandemie besondere Herausforderungen bei der Abiturvorbereitung.

So hat man sich die Abiturvorbereitung in der 12. Klasse des Reichenbach-Gymnasiums wohl kaum vorgestellt. Drei Wochen vor dem Ende des regulären Unterrichts müssen die Schüler nun schon auf sich allein gestellt lernen. In vielerlei Hinsicht trifft es sie, dass derzeit die Schulen geschlossen und Veranstaltungen aller Art untersagt sind. Wir haben uns bei einigen Betroffenen umgehört, wie sie über die Situation denken und wie sie damit umgehen.

Digitales Lernen

„Das Digitale Lernen klappt ganz gut. Ich habe aber auch nicht so viele Aufgaben bekommen. Andere Kurse haben da teilweise mehr Aufgaben bekommen“, berichtet Max Heermann, einer der angehenden Abiturienten.

Vom zeitlichen Umfang seien die Aufgaben gut machbar. „Ich mache auch die Aufgaben in den Fächern, die ich nicht im Abitur habe, da die mit in die „sonstige Mitarbeit“ einfließen“, berichtet Max Heermann.

Das sieht einer seiner Mitschüler, der namentlich nicht genannt werden möchte, anders: „Ich sehe es nicht ein, die Aufgaben in den Nicht-Abiturfächern zu bearbeiten. Ich habe nie mehr Unterricht in den Fächern und möchte mich lieber auf die Vorbereitung in den Abiturfächern konzentrieren“. Die Meinungen gehen also in dieser Hinsicht gerade bei den Abiturienten auseinander. Trotzdem ist zu sehen, dass das Konzept „Digitales Lernen“ grundsätzlich funktioniert.

Tagebuch: RGE-Blog

Das Reichenbach-Gymnasium hat ein Tagebuch auf der Homepage eingerichtet, um in dieser Zeit in engem Kontakt mit Schülern und auch Eltern zu bleiben (wir berichteten). Mitte vergangener Woche, kurz nach der Schulschließung, schrieb ein Elternteil einen Beitrag zum Digitalen Lernen auf der Plattform „Classroom“. „Mit Classroom zu arbeiten braucht Praxis und Zeit. Die Kinder können nicht direkt alles alleine bewältigen und benötigen die Hilfe der Eltern“, so beginnt der Eintrag.

Außerdem wurde angemerkt, dass nicht jeder über die notwendige Ausstattung verfüge oder beispielsweise die Eltern das Equipment für das Home-Office benötigen würden. Die Fülle der Aufgaben wird als „ambitioniert“ bezeichnet. Die Person wünscht sich in der ersten Zeit mehr Verständnis bei der Terminsetzung für die Erledigung der Aufgaben. Es wird allerdings auch angemerkt, dass die Lehrerschaft größtenteils sehr vernünftig mit der Situation umgehe.

Abiball

Bei den Schülern des Reichenbach-Gymnasiums herrscht auch bezüglich des Abiballs viel Ungewissheit. Der Vorsitzende des Schulvereins RGE, Andreas Petruck, richtete eine Nachricht an die Schüler. In dieser heißt es: „Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Abschätzung, ob im Juni der Abiball stattfinden kann, nicht möglich.“ Zuallererst ist ungewiss, wie lange der Beschluss zur Austragung von Veranstaltungen noch bestehen bleibt, also ob im Juni Veranstaltungen dieser Größe wieder möglich sind. Außerdem geht man davon aus, dass sich die Teilnehmerzahl stark verändern wird, berichtet Viktoria Oelze aus dem Abiball-Komitee. „Ich bitte daher, dass jeder seine Rückmeldung über die Teilnehmerzahl wiederholt. Dies ist wichtig, damit wir abschätzen können, wie teuer eine Eintrittskarte sein muss, damit die Kosten gedeckt werden können“, so Andreas Petruck weiter.

Eine Schülerin berichtet, es hätten schon sehr viele der Mädchen ihre Abiball-Kleider gekauft. Für die Schüler ist es unvorstellbar, dass der Ball nicht stattfindet. Trotzdem ist auch eine Verschiebung der Veranstaltung schwierig. Einige Schüler werden Pläne für die Zeit unmittelbar nach dem Abiball haben und auch so würde die Teilnehmerzahl extrem beeinflusst. Eine Lösung gibt es bisher noch nicht. Zu viele Unklarheiten gibt es, um zu planen.

Motto-Woche

Aus Kreisen der Abiturienten hört man in den vergangenen Tagen von teilweise weinenden Schülern, die es nicht fassen können, dass durch das Coronavirus der Abschied von den Mitschülern nicht stattfinden kann. Unmittelbar vor Beginn der Osterferien feiern die Schüler normalerweise ihre letzte Unterrichtswoche und haben Zeit, sich von ihren Mitschülern zu verabschieden. Fabian Christ berichtet sogar, dass er sich schon seit dem Beginn seiner Schulzeit auf diese Woche freue. Es sei eine Tradition, die in gewisser Weise eine Belohnung für die Anstrengungen der Jahre zuvor sei. Die Schüler möchten sich diese Abschieds-Woche nicht nehmen lassen. Sie haben Verständnis für die Situation und die Maßnahmen. Trotzdem wünschen sie sich von den Verantwortlichen, dass ihnen die Möglichkeit gegeben wird, die Feierlichkeit nachzuholen.

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