Serie „Lust auf Garten“

Ennepetal: Beetschwestern leisten digitale Gartenarbeit

Der Internetauftritt der sechs Garten-Bloggerinnen unter der Adresse www.beetschwestern.net.

Der Internetauftritt der sechs Garten-Bloggerinnen unter der Adresse www.beetschwestern.net.

Foto: wruebel / WP

Ennepetal.  Sechs Freundinnen aus Ennepetal, Schwelm, Wetter und Rheda-Wiedenbrück führen als Beetschwestern erfolgreich einen Blog rund um das Thema Garten.

Am Liebsten beschäftigen sie sich mit ihren realen Gärten, mit Blumen, Bäumen, Kräutern, Bienen und Hühnern. Doch die sechs (Garten-)Freundinnen Annette Bachmann, Beate Kellermann (beide Ennepetal), Carmen Feldhaus, Gabi Hunschede (beide Schwelm), Birgit Kramps (Wetter) und Conny Langreck (Rheda-Wiedenbrück) wollen ihre Freude am Pflanzen, Pflegen und Genießen des eigenen Grüns und seiner Früchte auch an andere weitergeben. Und so betreiben sie als „Beetschwestern“ einen Blog, in dem sie Tipps, Tricks und Rezepte vermitteln, hilfreiche Bücher vorstellen oder schon einmal philosophische Betrachtungen anstellen – digitale Gartenarbeit sozusagen.

Keine typischen Influencer

Die typischen Influencer seien sie nicht, wie die sechs Bloggerinnen, allesamt „50 plus“, selbst auf ihrer Seite augenzwinkernd schreiben. Ungeachtet dessen haben sie eine ganze Menge „Follower“, die sich für die Beiträge interessieren. „Wir haben einige Stammleserinnen, die auch gerne kommentieren“, erzählt Gabi Hunschede. Häufig seien es auch Leute, die selbst einen Blog hätten. Zwischen 300 und 1000 Leser finden sich nach Veröffentlichung eines neuen Blog-Beitrags innerhalb kurzer Zeit. „Manche werden aber auch immer wieder aufgerufen“, sagt Gabi Hunschede. Im Juli zum Beispiel, wenn die Johannisbeeren reif sind, werde das Rezept für Aufgesetzten gesucht. Meistens würden die Beiträge besonders oft gelesen, die einen praktischen Nutzen haben, sich um Themen wie das Kochen, Backen, Garten reinigen und Pflanzen drehen. „Es ist ganz erstaunlich, woher unsere Leser kommen, unsere Seite wird tatsächlich weltweit aufgerufen“, meint Carmen Feldhaus. Auch wenn es Einzelfälle sind, greifen Menschen aus China, Hongkong, Peru, USA, Kanada oder Schweden darauf zu.

Kennengelernt hatten sich die Beetschwestern bei einem Gartenseminar in Freckenhorst. Daraus wuchs eine Freundschaft, ein regelmäßiger Stammtisch wurde eingerichtet. „Wir sind sehr vielseitig. Jede Beetschwester hat einen anderen Schwerpunkt“, sagt Carmen Feldhaus. Da habe Conny Langreck, Landwirtin und bei den Landfrauen engagiert, die Idee gehabt, gemeinsam ein Buch zu machen. „Das stieß bei uns auf wenig Gegenliebe. Wir haben uns gefragt, wie wir das strukturieren sollen“, so Carmen Feldhaus. Dann habe Conny Langreck die Idee zur Einrichtung eines Blogs gehabt. Der kann fortwährend aktualisiert werden, ist nicht abgeschlossen wie ein Buch. Mit Unterstützung von Conny Langrecks Sohn wurde die Technik eingerichtet. „Das war ja Neuland für uns“, berichtet Beate Kellermann. Die Gartenfreundinnen besuchten ein Seminar, nicht zuletzt um rechtliche Fragen zu klären, und gingen an den Start.

Seit Anfang 2016 bloggen sie nun regelmäßig, zeitweise zu neunt, seit einiger Zeit zu sechst. Regeln gibt es kaum. „Es müssen mindestens 24 Stunden zwischen zwei Beiträgen liegen“, sagt Beate Kellermann. Ungefähr alle 5 bis 14 Tage erscheinen derzeit Artikel. Die eine schreibt mehr, die andere weniger. „Das ist der Vorteil, wenn man zu mehreren ist, das man nicht gezwungen ist, ständig etwas zu schreiben“, so Beate Kellermann. Wer ein Thema hat, kann sich dazu auslassen. „Wir möchten natürlich nichts schreiben, was eh schon jeder weiß“, meint Gabi Hunschede. „Und es ist immer etwas, zu dem wir selbst einen Bezug haben.“ Die Fotos sind fast ausnahmslos ebenfalls selbstgemacht.

Vorgestellt werden gelegentlich Gartenbücher. Mittlerweile werden den Bloggerinnen schon Bücher zum Rezensieren geschickt. Veröffentlicht wird aber nur etwas dazu, wenn ihnen das Buch gefällt. Wert legen die Sechs darauf, dass sie ohne finanzielles Interesse aktiv sind, ihr Blog werbefrei ist. „Das würde uns sonst unfrei machen“, betont Carmen Feldhaus. „Und unglaubwürdig“, ergänzt Gabi Hunschede.

Die Themen, die die Beetschwestern beackern, führen querbeet durch den Garten und darüber hinaus. Birgit Kramps ist Kräuterpädagogin, Carmen Feldhaus Gartentherapeutin und begeisterte Hühnerhalterin, Gabi Hunschede liegen Bäume besonders am Herzen. Anette Bachmann ist Imkerin, Beate Kellermann liebt die Gestaltung unterschiedlichster Themengärten und Conny Langreck kann als Landwirtin nicht nur, aber auch zum Thema Landwirtschaft einiges beitragen. „Der Zweck unseres Blogs ist es, Spaß und Information zu vermitteln“, meint Beate Kellermann. Und das wollen die sechs Beetschwestern so lange tun, wie sie selbst Spaß an der Sache haben.

Der Blog ist zu finden unter www.beetschwestern.net

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