Wohnungsgenossenschaft

Ennepetal: Gebau plant Neubauten an der Berninghauser Straße

Das große Mehrfamilienhaus mit 20 Wohnungen an der Kirchstraße 73 steht kurz vor der Fertigstellung. Im November sollen die ersten Mieter einziehen können, die Mietverträge laufen ab 1. Dezember.

Das große Mehrfamilienhaus mit 20 Wohnungen an der Kirchstraße 73 steht kurz vor der Fertigstellung. Im November sollen die ersten Mieter einziehen können, die Mietverträge laufen ab 1. Dezember.

Foto: Hartmut Breyer / WP

Ennepetal.  Der Neubau Kirchstraße 73 ist fast fertig, an der Gothestraße geht es voran. Und die Gebau plant schon das nächste Projekt in Ennepetal.

„Die Gebau hat in den letzten zehn Jahren mehr als 20 Millionen Euro in Neubauten investiert.“ Das betonte der Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsgenossenschaft, Klaus Baumann, in der Mitgliederversammlung. Mindestens ebenso viel Geld, wenn nicht sogar mehr, sei in diesem Zeitraum in die Modernisierung des Wohnungsbestandes geflossen. Das Geschäftsjahr 2019 schloss die Gebau Wohnen eG mit einem Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau ab. Und so können sich die Mitglieder erneut über eine Dividende von 5 Prozent und eine genossenschaftliche Rückvergütung in Höhe einer Nettokaltmiete freuen.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Mitgliederversammlung mit viermonatiger Verspätung statt. Unter strengen Hygieneregeln wurde im großen Saal des Hauses Ennepetal getagt. Das Thema Corona spielte auch in den Ausführungen von Vorstand Martina Cramer, die anstelle ihres Kollegen Michael Lendeckel, der sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen musste, den Vorstandsbericht vortrug. „Wir sind wirtschaftlich bisher kaum betroffen“, erklärte sie. Es gelte natürlich auch für die Gebau, die Regeln einzuhalten, Mitarbeiter wie Handwerker würden sich nichtsdestotrotz ordentlich ins Zeug legen.

Neubautätigkeit

Im November können die ersten Mieter in den Neubau an der Kirchstraße 73 einziehen. Dort entstanden nach dem Abriss der alten Häuserzeile 20 barrierefreie Wohnungen, die allesamt bereits vermietet sind. Insgesamt investiert die Gebau 4 Millionen Euro in das Objekt, rund 1,5 Millionen davon fielen bereits im Geschäftsjahr 2019 an.

An der Goethestraße 8 wird derzeit ein neues Sechsfamilienhaus errichtet. Und bereits im Geschäftsjahr 2019 bezogen werden konnten die beiden Siebenfamilienhäuser an der Kantstraße 2 und 4. Hier investierte die Genossenschaft 2,3 Millionen Euro, von denen 400.000 Euro noch 2019 zu Buche schlugen.

Mit einem großen Neubauprojekt will die Gebau im Sommer 2021 beginnen. An der Berninghauser Straße/Schillerstraße sollen schrittweise 38 Wohnungen in mehreren Häusern entstehen. Ebenso wie bei den jüngsten Neubauten sollen auch dort Wärmepumpen und Erdwärme genutzt werden. Auf dem Areal hatten zuvor neun Häuser mit 53 Wohnungen gestanden, die 2017/2018 abgerissen wurden.

Modernisierungen

„Wir versuchen, auch 2021 unser Modernisierungs- und Instandhaltungsprogramm fortzuführen“, betonte Klaus Baumann. 2019 investierte die Gebau 2,6 Millionen Euro in den Bestand, für 2020 und 2021 soll sich der Aufwand in ähnlicher Größenordnung bewegen. Nicht zuletzt werden fortlaufend energetische Sanierungen durchgeführt.

Mietpreise/Leerstand

Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter beträgt im Altbaubereich 5,22 Euro und 7,10 Euro in den Neubauwohnungen. Die Leerstandsquote lag zum Ende des Jahres bei 4,9 Prozent, sank aber im Laufe des Jahres auf 2,6 Prozent. „Die Gebau ist nach wie vor ein attraktiver Vermieter“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende.

Gebau Immobilien AG

Die Gebau Immobilien AG, an der die Gebau eG einen 95-prozentigen Anteil hält, plant an der Milsper Straße den Bau von 14 Doppelhaushälften zur Vermietung (wir berichteten). Man erwarte in Kürze die erforderlichen Beschlüsse der Politik, so Klaus Baumann, so dass man voraussichtlich Anfang 2021 die Baugenehmigung für die ersten drei Doppelhäuser bekommen könne.

Weiter gehen soll es mit der Erschließung des Baugebietes Ebbinghausen/Kehr. Die Grundstücke im ersten Teilbereich seien alle veräußert, so Baumann. Für den weiteren Teilbereich, der noch erschlossen werden muss, gebe es bereits Bewerberlisten. Im Geschäftsjahr 2019 wies die Immobilien AG einen Bilanzgewinn von 311.000 Euro aus.

Wirtschaftliche Lage

„Wir haben das Eigenkapital um 611.000 Euro gestärkt, die Eigenkapitalquote stieg von 70,1 auf 71,0 Prozent“, berichtet Martina Cramer. Aufgrund des „sehr beachtlichen Jahresüberschusses“ von 794.000 Euro schlugen Vorstand und Aufsichtsrat den Mitgliedern vor, neben den Einstellungen in die Rücklagen wieder 5 Prozent Dividende und eine Nettokaltmiete als genossenschaftliche Rückvergütung auszuschütten. „Die Rückvergütung ist meiner Kenntnis nach einmalig in ganz NRW“, hob Klaus Baumann hervor. Die Versammlung nahm den Vorschlag einstimmig an.

Die Genossenschaft hatte zum 31. Dezember 2019 insgesamt 1828 Mitglieder (plus 22) und verwaltete 1394 Genossenschaftswohnungen sowie 607 Garagen.

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