Beirat hat sich konstituiert

Ennepetal: Noch manche Barriere für Menschen mit Behinderung

Der Weg über die Fahrbahn zwischen Busbahnhof und Bürgersteig an der Südstraße bleibt ein Thema für den Beirat für Menschen mit Behinderungen. Die Fuzo-Öffnung hat die Situation verschärft.

Der Weg über die Fahrbahn zwischen Busbahnhof und Bürgersteig an der Südstraße bleibt ein Thema für den Beirat für Menschen mit Behinderungen. Die Fuzo-Öffnung hat die Situation verschärft.

Foto: Hartmut Breyer / WP

Ennepetal.  Im Februar wurde gewählt, nun fand die erste Sitzung des neuen Beirats für Menschen mit Behinderung in Ennepetal statt. Das Gremium hat viel vor.

Die unverändert gefährliche Situation für Rollstuhlfahrer an der Breckerfelder Straße, der Aufzug am Bahnhof und der Übergang für Fußgänger vom Busbahnhof zum Bürgersteig an der Südstraße: Das sind einige der Themen, die sich der neu zusammengesetzte Beirat für Menschen mit Behinderungen für seine dreijährige Wahlperiode vornehmen will. In der konstituierenden Sitzung wählte das Gremium Giuseppe Bianco erneut einstimmig zum Vorsitzenden.

„Wir werden in der neuen Periode versuchen, alles zu bewegen, was in unserer Macht steht“, sagte Bianco, der seit Gründung des Beirats im Jahr 2014 den Vorsitz inne hat. Zu seinem ersten Stellvertreter wurde wieder Karl-Erich Reuter bestimmt. Zweiter Stellvertreter ist Gunther Thiele, der neu im Beirat ist. Die Geschäfte führt von Seiten der Stadtverwaltung Laura Kürten, die die Abteilung Soziale Hilfen leitet. Wenn sie demnächst in den Mutterschutz geht, übernimmt Martin Küpper. Zudem wird der Behindertenbeauftragte der Stadt, Paul Ihmels, an den Sitzungen teilnehmen, ebenso wie Fachbereichsleiter Soziales, Michael Schmidt.

„Ich möchte dazu beitragen, das aufzuarbeiten, was wir noch nicht geschafft haben und auch Neues anzugehen“, sagte Karl-Erich Reuter nach seiner Wahl. In einer ersten Ideensammlung, womit sich der Beirat beschäftigen sollte, wurden einige der noch nicht erledigten Punkte genannt.

Gehweg Breckerfelder Straße: Das Gremium hatte über die Politik beantragt, die Situation zwischen Hotel-Restaurant Weltmanns und Feldstraße zu verbessern. Dort können Rollstuhlfahrer nicht gefahrlos einen Bürgersteig erreichen, weil Autofahrer den Seitenstreifen zuparken. Die Überlegung, einen Gehweg anzulegen, wurde als zu teuer verworfen. Die Verwaltung sollte aber beim zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW auf Einrichtung eines Parkverbots hinwirken. Bisher hat sich nichts sichtbares getan, daher trug Margret Feuerhahn als betroffene Anwohnerin, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, das Thema erneut vor.

Aufzug am Bahnhof: Der Aufzug zum Bahnsteig ist ein Dauerthema, weil er immer mal wieder außer Betrieb ist, so dass Menschen mit Behinderung, insbesondere Rollstuhlfahrer, praktisch keine Möglichkeit haben, zum Bahnsteig zu gelangen.

Fußgängerübergang am Busbahnhof: Friedrich Förster nannte die Schaffung eines sicheren Übergangs vom Busbahnhof zu den Bürgersteigen als Ziel. „Man springt dort zwischen den Autos hin und her“, so Förster. Seit die vormalige Fußgängerzone wieder für den Verkehr frei gegeben sei, habe sich das Problem verschärft.

Taktile Leitsysteme für Blinde und Sehbehinderte: Am Bürgerbüro und vor der Sparkassen-Hauptgeschäftsstelle in Milspe sollten taktile Platten installiert werden. Dazu seien Gespräche geführt bzw. angekündigt worden, getan habe sich bisher nichts. In der Sitzung teilte Laura Kürten auch mit, dass die Installation des taktilen Leitsystems für die ehemalige Fuzo noch auf sich warten lasse, da auf eine erste Ausschreibung der SBE kein Angebot eingegangen sei. Nun werde wohl noch einmal ausgeschrieben.

Weitere Themen: Der Beirat will sich weiter für die Schaffung einer Rampe für den Bürgersteig am Lidl-Parkplatz (Kölner Straße) einsetzen. Zudem möchte man über den Sachstand bei der Einrichtung barrierefreier Bushaltestellen informiert werden. Einen weiteren Punkt benannte Giuseppe Bianco: Die Erörterungsgespräche mit den Stadtbetrieben (SBE) sollten wieder intensiver gepflegt werden, zudem sollten neben Vertretern aus dem Tiefbau auch Mitarbeiter aus dem Hochbau dabei sein. Nicht zuletzt sollten die 2016 aufgenommenen Ortsteilbegehungen fortgesetzt werden. „Vieles wurde dort aufgedeckt und ist anschließend auch umgesetzt worden“, so Bianco.

Kontakt zur Politik: Beispiel Schwelm

Eine grundlegende Sorge äußerte Karl-Erich Reuter: Der Vorsitzende Giuseppe Bianco gehöre dem neuen Rat nicht mehr an. Bisher sei er das Bindeglied zur Politik gewesen, diese Kontakte fielen nun weg. Reuter regte an, sich Schwelm als Beispiel zu nehmen, wo der Beirat immer einen Vertreter aus dem Rat zu den Sitzungen einlade. Zudem, so Reuter, müsse der Kontakt zu den SBE intensiviert werden. „Sie müssen uns mehr mitteilen“, betonte er.

Giuseppe Bianco verlieh letzterem Anliegen Nachdruck: „Der Beirat für Menschen mit Behinderungen ist kein Bittsteller“, meinte er. Man sei bei vielen Umbauten und Neubauten nicht oder zu spät involviert worden, wie beim Umbau des „Platsch“-Freibades“ und bei der Gestaltung des Kluterthöhlenvorplatzes. „Sie haben uns ins Boot zu holen“, sagte er in Richtung Verwaltung. Bei den Planungen für das Hülsenbecker Tal habe das beispielsweise gut funktioniert. Hinsichtlich seiner Verbindungen zur Politik betonte Bianco, dass er seine Kontakte weiter nutzen und sich weiter einsetzen werde.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben