Friedhof

Ennepetal: Posse um Stelen für den Friedhof in Voerde

Riesig groß ist der Friedhof in Voerde, der seit 2016 im Besitz der Stadt ist. Urnen-Stelen sind zwar stark nachgefragt, bislang aber nicht installiert.

Riesig groß ist der Friedhof in Voerde, der seit 2016 im Besitz der Stadt ist. Urnen-Stelen sind zwar stark nachgefragt, bislang aber nicht installiert.

Foto: Stefan Scherer

Ennepetal.   In Voerde fehlt stark nachgefragte Möglichkeit zur Urnenbestattung komplett. Stadtbetriebe und avisieren Lösung bis Ende des Jahres.

Gleich vorweg – und da sind sich alle in Politik und Verwaltung einig: Auf den Ennepetaler Friedhöfen hat sich in der jüngsten Vergangenheit vieles zum Guten entwickelt. Und auch darüber herrscht Einigkeit, dass es durchaus sinnvoll ist, dass die Stadtbetriebe planen, ein großes Friedhofskonzept als Fachhochschulprojekt zu starten. Dass es den Stadtbetreiben allerdings nicht möglich sein soll, ein paar fehlende Urnen-Stelen auf dem Friedhof in Voerde aufzubauen, bevor dieses Konzept in Gänze steht, sorgte für leichte Verstimmungen bei den Politikern.

Am Ende der Verwaltungsratssitzung der Stadtbetriebe Ennepetal (SBE) stand ein „so schnell wie möglich bitte“, das Bürgermeisterin Imke Heymann den SBE-Vorständen Tim Strathmann und Joachim Hübner mit auf den Weg gab.

Seit 2016 in städtischer Hand

SPD-Mann Bernd Tigges gab den Anstoß zu der Diskussion, als er im Rahmen des Quartalsberichts nachfragte, wann denn mit den Urnen-Stelen auf dem Voerder Friedhof zu rechnen sei, die im Gespräch sind, seit die Stadt den Friedhof im Jahr 2016 von der evangelischen Kirchengemeinde übernommen habe. „Das ist ein Mangel für die Leute, dass auf einem derart großen Friedhof ein solch gängiger Standard nicht möglich ist“, sagt Tigges. Den ersten Antworten nach, war von Seiten der Stadt und der Stadtbetriebe auch nicht geplant, dies zügig in Angriff nehmen zu wollen. „Uns schwebt ein Friedhofskonzept für die ganze Stadt vor. Wir würden dann auch gern über einen Friedwald nachdenken. Das ist eine große Aufgabe und das Problem ist das Personal“, begann Stadtbetriebe-Chef Tim Strathmann. Daher habe man sich überlegt, ein Fachhochschulprojekt aus der Sache zu machen. „Der Haken an der Sache ist, dass der Ausführungszeitraum für das Projekt im Jahr 2020 liegt“, endete Strathmann und hinterließ verwunderte Gesichter.

Als erstes meldete sich FDP-Mann Michael Haas zu Wort: „Diese Sache weiter zu verschieben halte ich für bedenklich. Urnen-Stelen gehören auf jeden Friedhof.“ Seine Vorstellung, dass diese binnen weniger Wochen gekauft und aufgestellt sein könnten, bremste der zweite SBE-Vorstand Joachim Hübner jedoch. Die Stadtbetriebe hätten des Thema seit eineinhalb Jahren auf dem Schirm und den Trend zur pflegeleichten und günstigen Urnenbestattung erkannt. Aber bevor man die Stelen aufstelle, für die die SBE schon eine ebene Fläche freigeräumt hätten, müsse man fragen: „Was ist in 20 Jahren an Sterbefällen zu erwarten?“ Bis Ende des Jahres könne es aber möglich sein, dass auf dem Voerder Friedhof Stelen installiert seien.

Hoffnung auf rasche Lösung

Bernd Tigges wandte ein: „Wenn es die Möglichkeit gibt, werden die Leute sie auch nutzen.“ Er führte den Friedhof Oehde in Schwelm als ein gutes Beispiel an, wie die Stelen installiert werden können. Michael Haas sagte kopfschüttelnd: „Ich bin zutiefst erschüttert und entsetzt, dass das seit 2016 nicht möglich ist.“

Bürgermeisterin Imke Heymann versuchte zu vermitteln, warb dafür, dass die Beschaffung schon durch die Regularien bei der Behörde etwas länger dauere. „Vielleicht können wir ja mal zwei als Test hinstellen“, schlug sie vor. Am Ende blieb es bei der Zusage der Stadtbetriebe „im Laufe des Jahres“ dafür zu sorgen und dem Appell der Bürgermeisterin, dies „so schnell wie möglich zu tun.“

Nun hoffen vor allem die Voerder Bürger, dass dies zügig passiert und wundern sich, dass eine vermeintliche Selbstverständlichkeit überhaupt so groß thematisiert wird, vor allem weil die Stadtbetriebe es ansonsten sehr gut geschafft haben, die Friedhöfe während der vergangenen Jahre auf Vordermann zu bringen.

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