Bürgerantrag an Rat der Stadt

Ennepetal soll Vermüllung am Klutertberg härter bekämpfen

Stefan Voigt, Eigentümer des Geländes an der Bismarckhöhle, hat in Absprache mit der Talbahn GmbH ein Schild aufgestellt. Das Betreten des Betriebsgeländes und der Böschungen ist demnach verboten.

Stefan Voigt, Eigentümer des Geländes an der Bismarckhöhle, hat in Absprache mit der Talbahn GmbH ein Schild aufgestellt. Das Betreten des Betriebsgeländes und der Böschungen ist demnach verboten.

Foto: Hartmut Breyer / WP

Ennepetal.  Die Stadt Ennepetal soll härter gegen die Vermüllung des Kluterbergs vorgehen. Das fordert der Arbeitskreis Kluterthöhle in einem Bürgerantrag.

„Jetzt reicht’s“: Unter dieser Überschrift hat der Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH) einen Bürgerantrag an den Rat der Stadt Ennepetal gerichtet, in dem harte Maßnahmen gefordert werden, um der Vermüllung des Klutertbergs zu begegnen. Man habe schon seit Jahren die inflationär zunehmende Vermüllung des Klutertbergs angeprangert und das Chaos oft in Eigenregie beseitigt, heißt es in dem Antrag. Mittlerweile sei eine Schwelle überschritten, „die auch beim besten Willen nicht mehr zu tolerieren“ sei. Mehrere Vereine haben dem AKKH schriftlich ihre Unterstützung für den Antrag bekundet.

Im Bereich zwischen den Parkplätzen an der Kehr bis zum Eingang der Bismarckhöhle, an den Ruhebänken entlang des Hauptwegs, an der Höhlenstraße sowie auf dem Weg Richtung Gymnasium sind immer wieder größerer Mengen Müll zu finden. Es sei mittlerweile nötig, nach sonnigen Wochenenden regelmäßig ein bis zwei Müllsäcke mit Partymüll auf nur wenigen Quadratmetern Fläche abzusammeln“, heißt es in dem vom AKKH-Vorsitzenden Stefan Voigt unterzeichneten Bürgerantrag.

Gespräche, Ermahnungen und sogar verbale Drohungen hätten keinen Erfolg gezeigt. Erschreckend sei auch, „dass sich alle Gesellschaftsschichten an diesem hirnlosen Treiben beteiligen“ würden – „angefangen von einzelnen Schülern des Reichenbach-Gymnasiums bis hin zu einfachst strukturierten Kreaturen, deren Lebenssinn offensichtlich darin besteht, sich schon bis Mittag vollständig zu besaufen und nach getaner ,Arbeit’ ihren Müll rund um die Bänke zu verteilen.“ Hinzu kämen Vandalismus, Farbschmierereien und Anpöbeln von Passanten.

Konkret fordert der AKKH den Rat der Stadt Ennepetal auf, die folgenden Maßnahmen zu beschließen:

1. Festsetzung der Bußgelder für das illegale Entsorgen von Müll auf den vom Gesetzgeber vorgegebenen höchstmöglichen Betrag; dabei könne man sich an anderen Kommunen wie zum Beispiel Hagen orientieren.

2. Erlass eines Alkoholverbotes im öffentlichen Bereich des Klutertbergs.

3. Kontrolle und Sanktionierung gerade an Partywochenenden (warm und sonnig) durch die zusätzlich eingestellten Ordnungsamtsmitarbeiter.

„Unser gemeinsames Motto sollte hier lauten ,Null Toleranz für Ignoranten, Asoziale und Idioten“, so der AKKH. „Denn wenn nichts passiert, wird ein kleiner unbelehrbarer Teil der Bevölkerung alles das zerstören, was die Natur uns bietet und was die überwiegende Mehrheit der Bürger in langen Jahren aufgebaut hat.“ Der Klutertberg sei ein einmaliges Naturphänomen und das Aushängeschild der Stadt Ennepetal. Als Nationales Naturmonument genieße das Gebiet den gleichen Schutzstatus wie ein Nationalpark. „Es sollte daher die verdammte Pflicht und das Anliegen aller Ennepetaler sein, diesem Gebiet den größtmöglichen Schutz und Respekt zu erweisen“, betont der AKKH. Die geplanten Maßnahmen zur Aufwertung des Klutertbergs (Wanderwege, Schautafeln, Skulpturen, Audiostationen etc.) würden erst Sinn machen, wenn diese Zustände vorher behoben seien.

Bereich für Unbefugte gesperrt

In dem Antrag betont der AKKH, dessen Vorsitzender Stefan Voigt Eigentümer eines Teilbereichs des betreffenden Gebiets ist, dass man selbst bereits Maßnahmen ergriffen habe. Dazu zähle das sofortige Entfernen des Mülls, die Sperrung des Bereichs zwischen der Ennepe und der Talbahnlinie sowie der angrenzenden Böschungen für Unbefugte als Betriebsgelände (in Absprache mit der Talbahn GmbH), das Aufstellen entsprechender Schilder (Text lautet unter anderem: „Da dieses Gelände ständig durch Asoziale vermüllt und verunreinigt wird, sind diese Flächen ab sofort gesperrt“) sowie der Einsatz von zwei Videokameras an wechselnden Stellen.

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