Stadtarchiv

Ennepetal will sich an Archiv-Notfallverbund beteiligen

2009 stürzte das Kölner Stadtarchiv ein. Ein harter Schlag für das Gedächtnis der Stadt. In Ennepetal gibt es Überlegungen, Teil eines Notfallverbunds zu werden, um historische Dokumente aller Art vor großen aber auch kleinen Katastrophen zu schützen.

2009 stürzte das Kölner Stadtarchiv ein. Ein harter Schlag für das Gedächtnis der Stadt. In Ennepetal gibt es Überlegungen, Teil eines Notfallverbunds zu werden, um historische Dokumente aller Art vor großen aber auch kleinen Katastrophen zu schützen.

Foto: Oliver Berg / dpa

Ennepetal.  Die Archive im Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen stellen aktuell einen Notfallverbund auf die Beine. Die Stadt Ennepetal möchte sich daran beteiligen.

Ein Stadtarchiv ist mehr als nur das Gedächtnis einer Stadt. Was tun, wenn seine Existenz durch beispielsweise einen Brand oder Wasserschaden gefährdet ist? Diese Frage hat sich auch die Stadt Ennepetal gestellt – und glaubt jetzt, eine Antwort gefunden zu haben.

Den Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat man gleich vor Augen, wenn man an das Szenario denkt, was jedem Archivar zu schaffen macht. Wie schütze ich die vielen historischen Dokumente, Aufzeichnungen und Fotografien, wenn es mal ernst wird? Dabei muss es nicht gleich der Einsturz eines gesamten Gebäudes sein. Es reicht schon ein Kurzschluss oder ein kleiner Rohrbruch, und Teile des Stadtarchivars drohen für immer verloren zu gehen. Für genau diese Fälle bilden Archive sogenannte Notfallverbünde. Auch hier bei uns.

Die Archive im Ennepe-Ruhr-Kreis sind gerade dabei, einen solchen Verbund mit dem Stadtarchiv Hagen auf die Beine zu stellen, und Ennepetal will Teil dieses Verbundes werden.

Die Verwaltung wird die Politik darüber in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses am morgigen Dienstag informieren. „Notfallverbünde sind eine wichtige und ernstzunehmende Daueraufgabe von Archiven“, teilt der zuständige Fachbereich 3 – Jugend, Soziales und Bildung – in der Vorlage dazu mit. Zweck dieser Verbünde sei es, „im Notfall schnell und qualifiziert personelle, räumliche und organisatorische Hilfe zu leisten.“ Davon würden kleine Stadtarchive wie das in Ennepetal profitieren, hieß es.

Doch was kann ein solcher Verbund überhaupt leisten? Es geht um gegenseitige Hilfe im Notfall. Sollte der eintreten, leisten die Verbundpartner einander gegenseitig personelle, technische und logistische Hilfe. Sei es bei der Bergung und Sicherung des Archivguts oder bei der Unterbringung des bedrohten Bestandes für eine Übergangszeit bei einem der Verbundpartner.

Am 15. Juli fand eine Informationsveranstaltung zur Gründung eines Notfallverbunds der Stadtarchive des Ennepe-Ruhr-Kreises und der Stadt Hagen statt. Ennepetal saß mit am Tisch. „Neben der Unterstützung im Notfall bietet ein solcher Verbund auch die Chance, gemeinsam regelmäßige Brandschauen und notwendige Schulungen zu organisieren“, teilte der Fachbereich 3 mit.

Es geht auch um Prävention

Neben der Hilfe im Notfall geht es also auch um Prävention. Dies alles in Eigenregie auf die Beine zu stellen, wäre für eine Stadt wie Ennepetal gar nicht möglich, hieß es aus dem Rathaus. Was noch für die Mitgliedschaft im Verbund spricht: Es käme deutlich günstiger.

Laut Verwaltungsvorlage sind die Städte Witten, Wetter, Hattingen und Hagen gerade dabei, die dafür erforderliche Vereinbarung zu erarbeiten. Als Vorbild dient der Notfallverbund Münster. Sobald die Vereinbarung vorliegt, soll der Notfallverbund dann offiziell gegründet werden. Geplant ist, dass die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister die Vereinbarung für das jeweilige Stadtarchiv feierlich unterzeichnen.

Der Termin dafür ist schon ausgeguckt: im März 2020. „Weil der Westfälische Archivtag nächstes Jahr vom 17. bis 18. März in Hagen stattfinden wird, ergibt sich so ein angemessener und öffentlich-wirksamer Rahmen“, schreibt dazu die Verwaltung.

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