Coronavirus

Ennepetaler (58) stirbt an Coronavirus

Der 58-jährige Ennepetaler verstarb am Donnerstagabend im Schwelmer Helios-Klinikum an den Folgen seiner Corona-Infektion. Nun ist die reale Gefahr im Ennepe-Ruhr-Kreis endgültig angekommen.

Der 58-jährige Ennepetaler verstarb am Donnerstagabend im Schwelmer Helios-Klinikum an den Folgen seiner Corona-Infektion. Nun ist die reale Gefahr im Ennepe-Ruhr-Kreis endgültig angekommen.

Foto: Hans Blossey / WP

Schwelm/Ennepetal.  58-jähriger Ennepetaler verstirbt am Coronavirus im Helios-Krankenhaus Schwelm. Landrat Schade mahnt eindringlich, andere zu schützen

Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es den ersten Corona-Todesfall. Am Donnerstagabend ist ein 58-jähriger Mann im Schwelmer Helios-Klinikum an den Folgen der Virusinfektion verstorben. „Aufgrund einer chronischen Grunderkrankung zählte der Ennepetaler zur Risikogruppe“, teilt der Ennepe-Ruhr-Kreis mit. Weitere Details des Falls würden mit Rücksichtnahme auf die Hinterbliebenen derzeit nicht veröffentlicht.

Doch die braucht es wohl auch nicht mehr, damit nun ein jeder versteht, wie real die Lebensbedrohung durch das Virus auch direkt vor der eigenen Haustüre ist, wie wichtig es ist, die Hygieneregeln zu befolgen und soziale Kontakte bestenfalls auf null zu senken. Tief betroffen reagiert Landrat Olaf Schade auf die Nachricht des ersten Corona-Opfers in den neun Städten des Kreises. „Unsere Gedanken sind bei der Familie des Verstorbenen. Wir wünschen allen Verwandten, Bekannten und Freunden jetzt die Kraft, die nötig ist, um mit diesem Verlust weiterleben zu können“, spricht Landrat Olaf Schade sein Beileid aus.

Gleichzeitig sendet er eine klare Botschaft an die Menschen: „Der Todesfall muss für uns alle eine weitere Warnung sein. Er muss jedem jetzt endgültig klar machen: Die Aufforderung, seine sozialen Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und möglichst zuhause zu bleiben, sollte niemand als unverbindliche freundliche Bitte missverstehen. Wer dies macht, gefährdet Menschenleben und das wider besseren Wissens.“

Der Hattinger Olaf Schade befindet sich derzeit selbst noch Quarantäne. Er hatte direkten Kontakt zu einem Infizierten, ein Test hatte jedoch ergeben, dass der Landrat sich nicht mit dem Virus infiziert hatte. Nicht zuletzt deswegen ist es für ihn absolut unverständlich, zu hören, dass zahlreiche Menschen immer noch eng an eng in Straßenlokalen sitzen, beim Einkaufen keinen Mindestabstand von zwei Metern einhalten oder das in dieser Woche gute Wetter nutzen, um sich in Gruppen in die Ruhrwiesen zu setzen oder sich zum gemeinsamen Sport zu treffen.

Wer sich weigert, macht sich schuldig

„Ohne jede Frage, die mit den Entscheidungen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene verbundenen Einschränkungen sind erheblich. Dennoch führt an ihnen kein Weg vorbei. Keiner“, wiederholt der Landrat eine Position, die er bereits vor Tagen deutlich gemacht hatte.

Im Interesse der Corona-Risikogruppen und der Behandlungskapazitäten der Krankenhäuser müsse es gelingen, die Geschwindigkeit der Virusausbreitung entscheidend zu verlangsamen. Zwar stimme es, wenn berichtet würde, der Coronaverlauf sei bei den meisten Erkrankten mild.

„Aber“, wendet Schade entschieden ein, „sehr gefährlich wird es für diejenigen, die Vorerkrankungen oder eine allgemeine Schwäche des Immunsystems haben. Ihre Risiken lauten Lungenentzündung, Krankenhausbehandlung und Beatmung.“ Müsse zu vielen Patienten auf diese Weise gleichzeitig geholfen werden, drohten Engpässe bei der medizinischen Versorgung aller. Mit anderen Worten heißt das: Wer sich den notwendigen Einschränkungen widersetzt, meint, er könne weiterhin tun und lassen, was er will, der macht sich mitschuldig daran, was andernfalls auf uns zurollen wird – und daran, dass zunehmend Menschen an der Infektion versterben werden.

Keine weiteren Fälle im Helios

Um zu sehen, wie real die Bedrohung ist, reicht ein Blick nach Italien. Dort ist das Militär im Einsatz, um Verstorbene auf Krematorien zu verteilen. „Antworten finden sich aber auch in Frankreich. Im Elsass fehlt es an Betten, Atemschutzmasken, Beatmungsgeräten und medizinischem Personal. Patienten mussten von der Armee mit großem Aufwand in andere Kliniken des Landes geflogen werden“, sagt Olaf Schade.

Wie Helios-Sprecherin Sandra Lorenz auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilt, werden derzeit keine weiteren Coronafälle im Klinikum behandelt. Bei schweren Fällen müssen Betroffene in einem Krankenhaus versorgt werden. Es handelt sich dabei um eine Virus-Lungenentzündung. Bei der Covid-19-Erkrankung kann diese einen sehr schweren Verlauf nehmen. Es gibt keine medikamentöse Therapie. Durch den ausgedehnten Befall des Lungengewebes wird die Sauerstoffaufnahme gestört – erstes Zeichen: die Patienten atmen schneller und bekommen Luftnot bei leichter Anstrengung. Zum Schutz der Mediziner und anderer Patienten sollten bei Symptomen immer der Rettungsdienst oder die Klinik vorab telefonisch über einen möglichen Verdacht informiert werden.

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