Autobahnunfall

Ennepetaler überschlägt sich mit Cabrio auf A1 und hat Glück

Wer das sieht, was von dem Mazda MX5 übrig geblieben ist, vermutet kaum, dass es jemand noch lebend aus dem Wrack geschafft hat. Jan Oeinck (30) hat nach Einschätzung seines Vaters Rainer nur wegen eines nachträglich eingebauten Überrollbügels den schweren Unfall überlebt.

Foto: Rainer Oeinck

Wer das sieht, was von dem Mazda MX5 übrig geblieben ist, vermutet kaum, dass es jemand noch lebend aus dem Wrack geschafft hat. Jan Oeinck (30) hat nach Einschätzung seines Vaters Rainer nur wegen eines nachträglich eingebauten Überrollbügels den schweren Unfall überlebt. Foto: Rainer Oeinck

Schwelm/Ennepetal.   Ein Überrollbügel hat wohl Jan Oeincks (30) Leben gerettet. Der Ennepetaler überschlug sich mit seinem Wagen auf der A1 Richtung Gevelsberg.

Wer das Wrack sieht, mag kaum glauben, dass dort noch jemand lebend herausgekommen ist. In der Tat war es wohl ein nachträglich montierter Überrollbügel, der Jan Oeinck (30) das Leben rettete, als der Ennepetaler sich mit seinem Cabrio am Dienstag, 14. März, gegen 17.15 Uhr auf der Autobahn 1, in Höhe der Autobahnausfahrt Gevelsberg überschlug und auf der Leitplanke landete. Der Unfallverursacher flüchtete. Die Autobahnpolizei hofft nun auf Hinweise, um den Flüchtigen zu ermitteln.

Es war gegen 17.15 Uhr, als Jan Oeinck laut eigener Aussage und der dreier Zeugen mit etwa 110 bis 120 Stundenkilometern auf der mittleren Spur in Fahrtrichtung Bremen unterwegs war. In etwa auf Höhe der Auffahrt Gevelsberg wollte er auf dem Steigungsstück einen Lkw überholen, der deutlich langsamer unterwegs war. Die linke Spur war frei. Plötzlich fuhr, so vermerkt es der Bericht der Autobahnpolizei Dortmund, ein blauer Kombi auf den Beschleunigungsstreifen und zog hinter dem Lkw ­direkt über die mittlere Spur nach links durch.

Krankenhäuser abgesucht

Jan Oeinck und die Zeugen schätzen, dass der Abstand zum Cabrio des Ennepetalers maximal zwei bis drei Meter betragen hat. Aus Schreck und weil er deutlich schneller war, als der blaue Kombi, hat der 30-Jährige seinen Wagen reflexartig nach links gezogen, um einen Auffahrunfall oder eine anderweitige Kollision zu vermeiden. Dabei verlor er die Kontrolle über den Mazda MX5 und schleuderte in die linke Leitplanke.

Durch den Aufprall wurde das Cabrio in die Luft gehoben, überschlug sich nach rechts über alle drei Fahrspuren und blieb schließlich mit dem schwer verletzten Fahrer auf der rechten Leitplanke liegen. Der nachfolgende Verkehr konnte zum Glück rechtzeitig bremsen, so dass es nicht zu weiteren Kollisionen kam.

„Hilfreiche und hilfsbereite Zeugen – unter anderem ein zufällig anwesender Arzt und eine Krankenschwester – haben meinen Sohn aus dem Pkw befreien können, Kunststoffteile von den Fahrbahn geborgen und die Rettungskette in Gang gesetzt“, sagt Vater Rainer Oeinck, dem es ganz wichtig ist, an dieser Stelle allen Helfern einen großen Dank auch im Namen seines Sohnes auszusprechen.

Keine bleibenden Schäden

Der 30-jährige Ennepetaler kam schwer verletzt in ein Krankenhaus und dort sofort auf die Intensivstation. Dann klingelte das Telefon von Rainer Oeinck. Die Lebensgefährtin seines Sohnes war am anderen Ende der Leitung, sie war über den Unfall informiert worden. Doch in welches Krankenhaus der Ennepetaler eingeliefert worden war, wusste niemand. „Der Anruf war ein Schock und es zerrte an unseren Nerven, dass uns niemand sagen konnte, in welchem Krankenhaus Jan lag.“ So war Rainer Oeinck zunächst am Wuppertaler Helios-Krankenhaus, wo ihm gesagt wurde, dass sein Sohn nicht dort sei. Nach Besuchen bei zahlreichen Kliniken im Umkreis, war dann irgendwann klar: Der 30-Jährige ist doch in Wuppertal.

Nach zwei Tagen konnte Jan Oeinck das Krankenhaus wieder verlassen. „Mein Sohn muss tausend Schutzengel gehabt haben“, sagt Rainer Oeinck. Ihm gehe es gesundheitlich verhältnismäßig gut. Keine der Verletzungen hätten bleibende Schäden oder Beeinträchtigungen zur Folge. Wer das zerstörte Cabrio, das derzeit bei einem Gevelsberger Abschleppunternehmen steht, sieht, glaubt den Worten des Vaters, wenn er sagt: „Ab sofort feiern wir am 14. März zum zweiten Mal seinen Geburtstag.“ Er ist der Überzeugung, dass nur ein stabiler Überrollbügel, den der Vorbesitzer nachträglich einbauen ließ, seinem Sohn das Leben gerettet hat.

Polizei hofft auf Hinweise

Was ihn am meisten ärgert und was Rainer Oeinck überhaupt nicht nachvollziehen kann ist, dass der Verursacher geflüchtet ist, nachdem sein Sohn durch dessen Fahrweise schwer verunglückt war. Leider konnten alle drei Zeugen, die den Unfall beobachteten und Jan Oeinck schließlich halfen, nur Angaben zu Farbe und Fahrzeugtyp des geflüchteten Unfallverursachers geben, aber keine Angabe zu dem Kennzeichen machen.

So hofft die Polizei nun auf weitere Hinweise, um des Flüchtigen doch noch habhaft zu werden. Die Polizei fragt nun: „Wer hat den Unfall beobachtet und kann Angaben zu dem flüchtigen Fahrzeug oder dem Fahrer machen?“

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