Bewährungsstrafe

Ennepetaler rastet nach Platzverweis durch Polizei aus

Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Ennepetal.  Weil er einen Streifenwagen beschädigt und einen Polizisten angespuckt hatte, ist ein Ennepetaler zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Ein Ennepetaler hatte bei einem Polizeieinsatz ordentlich für Wirbel gesorgt. Als die Polizisten ihm einen Platzverweis erteilten, beschädigte er den Streifenwagen und wütete auch auf der Wache weiter. Seine heftige Randale brachte dem 45-Jährigen nun eine dreimonatige Bewährungsstrafe und 600 Euro Geldauflage ein.

Der Ennepetaler, der auf der Anklagebank des Schwelmer Amtsgerichts saß, war für die Polizei ein alter Bekannter. Seit 2016 hat es sechs Einsätze und Ermittlungsverfahren gegen den Mann gegeben. Sein Ziel war immer wieder die Wohnung seiner Ex-Partnerin. Die Gründe, weswegen besorgte Nachbarn und die Frau selbst oft die Polizei riefen, waren lautstarke Beleidigungen, Bedrohungen und auch Körperverletzungen. Das Ex-Paar kam einfach nicht zur Ruhe.

Nach Platzverweis randaliert

So war es auch am 4. Mai. Aber diesmal richtete sich die Wut des Mannes voll gegen die Polizeibeamten. Die waren zuvor von der Ex-Frau des Mannes gerufen worden. Als sie ihm einen Platzverweis erteilten, drehte der richtig auf: Er trat den rechten Außenspiegel des Streifenwagens ab, auf der Wache spuckte er einem Beamten ins Gesicht. Zuvor soll er von außen gegen die Jalousie der im Erdgeschoss lebenden Ex getreten haben.

Vor Gericht stritt der 45-Jährige nichts ab, sagte aber, er könne sich an kaum etwas erinnern. Mit einer Flasche Wodka habe er sich am Abend in seinem Büro noch die Kante gegeben, bevor er zu seiner Ex-Frau ging, um sie wieder wegen irgendeines Streitpunktes zur Rede zu stellen. Er beschrieb in seinem Geständnis einen klassischen Filmriss: „Erst als die Zellentür auf der Wache am nächsten Morgen wieder aufging, wurde mir klar, dass was schiefgegangen ist. Wenn ich das so getan habe, tut es mir sehr leid.“ Er entschuldigte sich bei dem 26-jährigen Polizeibeamten, der im Zeugenstand berichtete, dass er wahnsinnigen Ekel empfunden habe und sagte: „Das ist so ziemlich das Widerwärtigste, was einer tun kann.“

Mehrere Vorstrafen

Angesichts seiner Vorstrafen und der beständigen Unruhe, die in der Beziehung herrschte und sich schließlich in beständigen Polizeieinsätzen spiegelte, wirkte die Reue aufgesetzt. Der Angeklagte gab schnell der Ex-Partnerin die Schuld: „Sie ist so ein Typ Mensch, der fängt Streit an und wenn ich darauf eingehe, rennt die raus und schreit um Hilfe!“ Als das Gericht ihn auf seinen starken Alkoholkonsum ansprach, reagierte der Angeklagte sehr empfindlich und begann, sich um Kopf und Kragen zu reden. „Ich habe mit Vielem Probleme, aber nicht mit Alkohol! Ich konsumiere lieber andere Sachen!“ Er plauderte noch mehr aus dem Nähkästchen und begründete das damit, dass ihm „Authentizität“ das Wichtigste sei.

Sollte er geglaubt haben, dass sich das positiv auf die zu erwartende Strafe auswirkte, lag er falsch. Bei seinen Vorstrafen u.a. wegen Betruges, Körperverletzung und Sachbeschädigung, kam nur noch eine Freiheitsstrafe in Betracht.

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