Streit

Ennepetaler schlägt Kontrahenten mit Wodkaflasche nieder

Justitia hat Recht zu sprechen. Diesmal im Fall eines

Justitia hat Recht zu sprechen. Diesmal im Fall eines

Foto: David-Wolfgang Ebener

Ennepetal.   Der Staatsanwalt fand deutliche Worte „Bei so etwas können Menschen sogar sterben“. Es muss hier eine Freiheitsstrafe her.“

Bei einem Streit unter jungen Männern kam eine Wodkaflasche auf dem Kopf eines Hageners zum Einsatz. Der 19-Jährige trug schwere Verletzungen davon. Ein Ennepetaler gestand die Tat nun vor dem Schwelmer Amtsgericht.

Zoff lag in der Luft. Und als der Hagener auch noch etwas nicht besonders Schmeichelhaftes über die Familie des 25-jährigen Angeklagten gesagt haben soll, platzierte dieser eine Wodka-Flasche mittig auf dem Schädel seines Kontrahenten.

Zuvor durch die Stadt geirrt

Zuvor waren die jungen Männer ziellos durch das nächtliche Ennepetal geirrt. Sie überlegten, ob sie nach Dortmund fahren sollten. Der Frust wuchs. Es wurde viel Alkohol getrunken, so schilderte der Angeklagte die Geschehnisse vom 2. November vergangenen Jahres. Er kleidete seine Begründung für die Tat in esoterische Worte: „Es lag schon den ganzen Abend eine unheimliche, ja komische, aggressive Stimmung in der Luft.“

Der 26-Jährige war selbst bestürzt, als ihm klar wurde, was er völlig betrunken angerichtet hatte. Bis zur Verhandlung war er davon ausgegangen, dass der 19-Jährige eine heftige Platzwunde hatte. Aber der Zeuge erzählte: „Es hat mir die Schädeldecke zersplittert. Ich musste operiert werden. Jetzt habe ich eine Metallplatte da oben drin“, und zeigte dabei mit dem Zeigefinger auf seine Stirn.

Am Kopf waren seitlich gut die OP-Narben zu sehen. Der Geschädigte bestätigte den übermäßigen Alkoholkonsum: „Wir waren alle besoffen. Ich auch. Mich musste die Polizei einsammeln und in den Krankenwagen stecken“, erzählte der 19-Jährige weiter, der auf ganz harten Typ gemacht hatte und zunächst gar nicht behandelt werden wollte. Auch bisher hatte er keine weiteren Behandlungen mehr in Anspruch genommen.

„Du wirst ja dein ganzes Leben damit zu tun haben“, richtete sich dann der Angeklagte an den Hagener, „es war mir nicht klar, was ich da gemacht habe. Ich bereue das.“

In seinem Plädoyer machte der Staatsanwalt deutlich: „Im Regelfall gibt es dafür sechs Monate. Bei so etwas können Menschen sogar sterben. Es muss hier eine Freiheitsstrafe her.“

Verteidiger Dietmar Welt bat um ein mildes Urteil für seinen Mandanten, das mit drei Monaten wie erhofft ausfiel. Das Gericht setzte die Strafe zur Bewährung aus.

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