Moscheebau

Erleichterung und große Freude nach der Demo

Ein moderner Bau mit Glasfront, stummem Minarett und Kuppelbau – so soll die Moschee einmal aussehen. Während des Friedensfestes informierte die türkisch-islamische Gemeinde auch mit Flyern über ihr Bauvorhaben.

Ein moderner Bau mit Glasfront, stummem Minarett und Kuppelbau – so soll die Moschee einmal aussehen. Während des Friedensfestes informierte die türkisch-islamische Gemeinde auch mit Flyern über ihr Bauvorhaben.

Foto: WP

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Schwelm. Mehmet Konduoglu sind am Sonntagabend die Steine tonnenweise vom Herzen gefallen. „Gott sei Dank ist alles friedlich geblieben“, sagt der Vorsitzende der islamisch-türkischen Gemeinde zu Schwelm (DITIB), nachdem die rechtsextreme Pro NRW gegen den geplanten Moscheebau protestiert hatte und parallel eine Gegenkundgebung lief. Das Wichtigste für ihn jedoch: „Wir haben deutlich gespürt: Schwelm steht hinter uns.“

Fantastische Gastfreundschaft

Die Sonne lachte vom Himmel, als das Friedensfest auf dem Gelände der Moschee begann und alles was Rang und Namen hat, sich dort ein Stelldichein gab: Die beiden Bundestagsabgeordneten René Röspel und Cemile Giousouf waren ebenso gekommen, wie Landrat Dr. Arnim Brux, der scheidende Bürgermeister Jochen Stobbe, seine Nachfolgerin Gabriele Grollmann sowie Vertreter aller Kirchen und Parteien. Dazu haben sämtlich Nachbarn vorbeigeschaut, genauso wie etliche Schwelmer, die Konduoglu und Co. viel Glück gewünscht haben. Konduoglu: „Alle unsere Mitglieder sind begeistert, es ist 1a gelaufen. Wir haben mit unseren vielen deutschen Freunden einen wunderschönen Tag verbracht.“

Und die deutschen Freunde gaben diesen Dank gern zurück, lobten die fantastische Gastfreundschaft, denn die DITIB-Mitglieder hatten nicht nur Essen und Trinken aufgefahren, dass die Gäste gar nicht wussten, wo sie anfangen sollten. Sie gaben sich größte Mühe, dass sich bei ihnen jeder wohl fühlte, jede Frage beantwortet wurde und bei goldenem Oktoberwetter alle einen wunderschönen Nachmittag verbrachten.

Kurze Hektik, als die Rechtsextremen – fast ausschließlich Auswärtige – mit Schildern, auf denen durchgestrichene Moscheen zu sehen waren, über die B7 in Sichtweite vorbeizogen, doch auch hier fiel auf beiden Seiten niemand aus dem Rahmen – nicht zuletzt durch die konsequente Trennung der beiden Gruppen durch die Polizei.

Auslöser des ganzen Trubels sind die Pläne der türkisch-islamischen Gemeinde, eine neue Moschee errichten zu wollen. Der Bauantrag liegt der Stadt seit dem 24. Juli vor. Beim Friedensfest verteilten die DITIB-Mitglieder Flyer, auf denen sie ausführlich über ihr Bauvorhaben – in Farbe als Grafik auf die Vorderseite gedruckt – informierten.

„Unsere bestehende Moschee ist einfach zu klein geworden“, sagt Mehmet Konduoglu. Deshalb beabsichtigt die Gemeinde, auf dem bestehenden Grundstück eine komplett neue Moschee zu errichten. Wichtig ist ihnen in diesem Zusammenhang, dass sie dort auf gar keinen Fall isoliert für sich bleiben möchten. Schließlich ist die Gemeinde seit Jahren in einem immer enger werdenden Dialog mit den christlichen Gemeinden der Stadt Schwelm sowie den politischen Parteien und öffnet sich vor allem für jeden Bürger, der dort einmal hineinschauen möchte. Oft kommen Besuchergruppen vorbei, die Konfirmanden sind beispielsweise so etwas wie Stammgäste geworden.

900 Quadratmeter Nutzfläche

„Die gesamte Anlage ist barrierefrei und zur Straße hin offen, damit auch Nichtmitglieder die Möglichkeit haben, die Begegnungsstätte zu betreten, diese Bereiche zu besuchen und zu nutzen“, sagt Konduoglu. Der gesamte Bau ist modern gehalten, eine Glasfront prägt das Hauptgebäude, neben dem das 18,5 Meter hohe, stumme und nicht begehbare Minarett entstehen soll. Im hinteren Bereich schließt sich ein Kuppelbau an, dessen Dach einen Durchmesser von etwa sieben Metern haben wird.

Nach ihrer Fertigstellung wird die Anlage eine Nutzfläche von ungefähr 900 Quadratmetern haben. Davon entfallen etwa 340 Quadratmeter auf die Gebetsbereiche. Die restlichen Flächen sind für Seminarräume, Integrations- und Sprachkurse, sowie Café, Besprechungsräume, Vorstandszimmer und so weiter eingeplant. Zudem wird es im Untergeschoss einen Raum geben, in dem die Mitglieder kleine Feiern abhalten können. Wann die Arbeiten an der Hattinger Straße beginnen, darüber wird Mehmet Konduoglu rechtzeitig im Vorfeld informieren.

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