Schwimmen

Es gibt zu viele Nichtschwimmer in Ennepetal

Die Freude ist riesig bei den Kindern und Jugendlichen in Ennepetal, da sie nun endlich schwimmen können. 

Die Freude ist riesig bei den Kindern und Jugendlichen in Ennepetal, da sie nun endlich schwimmen können. 

Ennepetal.   Die DLRG-Ortsgruppe Ennepetal schlägt Alarm und bringt Kindern und Jugendlichen Schwimmen bei. Der Unterricht in den Schulen fehlt.

Melvin (9), Schüler der Grundschule Altenvoerde, konnte bis vor zwei Wochen noch nicht schwimmen. Nun springt er vom Dreier, hat das Seepferdchen und den Freischwimmer absolviert. „Ich bin sehr stolz auf Euch! Keiner hat mehr Angst vor dem Wasser“, lobte Sabine Hohagen, 2. Vorsitzende der DLRG Ennepetal, nach dem erfolgreichen Schwimmkursus im Rahmen des Projekts „NRW kann schwimmen“ im Hallenbad Platsch die Kinderschar.

Aber: „Von wegen ,NRW kann schwimmen’ – niemand, der bei uns den Kursus belegt hat, konnte zuvor schwimmen. Fast alle haben es innerhalb von zwei Wochen gelernt.“

Zahl der Ertrinkenden steigt

Die Schwimm-Qualität der jungen Menschen sei mittlerweile sehr schlecht, immer mehr können nicht oder nicht sicher schwimmen. „Das liegt an fehlenden Schulschwimm-Stunden, sowohl an Grund- als auch an weiterführenden Schulen.

Außerdem ist die angesetzte Zeit viel zu kurz. Anfahrt, Umziehen, Abfahrt – da bleibt nicht viel Zeit zum Schwimmen. Es liegt aber auch an schließenden Bädern und mangelndem Interesse der Eltern. Die Zahl der Ertrinkenden in Deutschland steigt, das kann jeder nachlesen“, wetterte Sabine Hohagen.

„Schwimmen zu lernen ist so wichtig wie Lesen und Schreiben.“ Und es sei doch auch für Eltern eine Beruhigung, das Kind unbesorgt ins Wasser zu lassen.

„Ein Junge hat auf den letzten Drücker das Seepferden absolviert“, sagt Sabine Hohagen. Ein paar Teilnehmer seien auf der Strecke geblieben. Es komme auch vor, dass manche nach einem zweimaligen Besuch nicht wiederkommen. Das sei unfair, denn sie nehmen anderen den begehrten Platz weg.

Die Angst nehmen

Besonders ängstlichen und wasserscheuen Kindern nehme man diese Angst. „Der Knoten platzt bei allen. Beim einen früher, beim anderen etwas später“, sagt Hohagen über den erneuten Erfolg der nunmehr neunten Veranstaltung „NRW kann schwimmen“.

„Das schaffst du! Lange Arme! Lange Beine! Ruhig weiter schwimmen!“, motivierte Sabine Hohagen, die mit ihrem Team immer im Wasser dicht an der Seite der Kinder war, die jungen Neu-Schwimmer.

Nach zwei Wochen kam die frohe Kunde für elf Kinder im Platsch: „Seepferdchen geschafft!“ Heißt: 25 Meter Brustschwimmen, Springen vom Beckenrand, Tauchen nach einem Ring im schultertiefen Wasser. Zusätzlich sei zweimal Bronze vergeben worden.

Alle anderen der 24 Teilnehmer im Alter von acht bis zwölf Jahren können sich immerhin im Nichtschwimmerbecken ohne Hilfsmittel bewegen und sogar tauchen. Einem Jung-Schwimmer fehle der letzte Schliff, er werde noch einmal wiederkommen.

Mitgliederwerbung für die DLRG

Die Jubelrufe hallten durch die Schwimmhalle, als das gute Ergebnis feststand. Zur Belohnung durften alle auf die Rutsche.

Das Projekt „NRW kann schwimmen“ begleitete die DLRG Ennepetal, hier Sabine Hohagen, Uwe Kaczmarek, Marko Brüschke, Sina Baarts, Volker Hohagen und Björn Sichelschmidt, zwei Wochen über je zehn Stunden im Hallenbad.

Die Kinder seien in Schulen in Ennepetal, Schwelm, Gevelsberg und Breckerfeld angesprochen worden, konnten für zehn Euro mitmachen.

Gefördert wird das Landesprogramm durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung. Die DLRG NRW und der Schwimmverband NRW bieten Schülern der Klassen 3 bis 6 die Möglichkeit, innerhalb der Ferien Schwimmkurse zu besuchen, so dass Kinder, die noch nicht oder noch nicht sicher schwimmen können, dieses lernen.

Die Vorteile für die DLRG liegen dabei auf der Hand, denn die Chancen, dass die Kinder so den Weg in den Verein finden, stehen gut. „Wir haben durch das Projekt einige Anmeldung erhalten“, freut sich das Ennepetaler DLRG-Team. Das Landesprogramm stelle somit sowohl für die DLRG als auch für Kinder einen hohen Mehrwert dar, betonte Hohagen.

Kinder sind mächtig stolz auf sich

Ziel des Projektes sei es, dass die Zahl der Nichtschwimmer reduziert werde. Durch die regelmäßige Teilnahme an den Schwimmstunden und individuelle Förderung hatten die Mädchen und Jungen ihre persönlichen Erfolge.

Dann nahmen die Kinder stolz ihre Urkunden entgegen – und einen Wasserball gab es obendrauf. „Einmal mehr ein super Erfolg. Es lohnt sich immer wieder, diese Aktion durchzuführen – und der Spaß kommt auch nicht zu kurz“, betonte Sabine Hohagen, die Badleiter Volker Külpmann und dem Platsch-Team danken möchte für die Bereitstellung des Schwimmerbeckens.

>>> INFOBOX <<<

In den ersten zwei Wochen der bevorstehenden Sommerferien soll das gleiche Projekt wieder durchgeführt werden, teilt Sabine Hohagen mit.

Wann man sich wo für das Projekt anmelden kann, das dann vom 15. bis zum 26. Juli dieses Jahres wieder im Platsch stattfinden soll, wird die DLRG noch bekanntgeben.


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