Metallbrand

Feuerwehr kämpfte gegen Metallbrand in Gevelsberg

Die Feuerwehr kämpfte mehr als acht Stunden gegen den Metallbrand in der Mühlenstraße.

Die Feuerwehr kämpfte mehr als acht Stunden gegen den Metallbrand in der Mühlenstraße.

Foto: WP

Gevelsberg.   Durch einen Metallbrand in einer Gevelsberger Firma hat sich in der Nacht ein beißender Qualm über die Stadt gelegt, der sogar noch in Schwelm zu riechen war.

Die Männer und Frauen der Gevelsberger Feuerwehr leisteten mehr als acht Stunden Schwerstarbeit bis an den Rand der Erschöpfung: Ein Metallbrand in einer Firma an der Mühlenstraße hielt die Einsatzkräfte von Dienstagabend 22.55 Uhr bis Mittwochmorgen 7.10 Uhr auf Trab. Der beißende Qualm legte sich über Gevelsberg, Ennepetal und Schwelm, so dass auch in den Nachbarstädten viele Menschen Feuer meldeten. Die Wehr nahm in den Bereichen mit der stärksten Verqualmung Giftgas-Messungen vor, stellte allerdings keine Gesundheitsgefährdung fest.

Als die meisten Gevelsberger sich gerade darauf vorbereiteten, ins Bett zu gehen, heulten plötzlich die Sirenen. Alle drei Löschzüge, die Kollegen der Hauptwache und der Kreisfeuerwehrzentrale aus Silschede eilten zu der Firma, die in den alten Krefft-Hallen beheimatet ist. Alle drei Löschzüge, die Kollegen der Hauptwache und der Kreisfeuerwehrzentrale aus Silschede eilten zu der Schrottfirma in den alten Krefft-Hallen. Ein Tor brachen sie auf, ein Rolltor zersägten sie, um von der Mühlenstraße in das Gebäude zu gelangen, aus dem eine dichte Rauchsäule aufstieg. Mehrere Trupps gingen unter schwerem Atemschutz in die stark verqualmten Industriehallen. Von der Jahnstraße aus fuhren die Kameraden die Drehleiter aus, bauten zwei Wasserwerfer auf, öffneten später auch von dieser Seite eine Tür. Von beiden Seiten waren zusätzlich insgesamt fünf C-Rohre im Einsatz.

Explosionen im sieben Meter hohen brennenden Haufen

Ein sieben Meter hoher Haufen von acht Metern Durchmesser brannte. Zunächst war noch unklar, was dort in Flammen stand – es konnte Müll sein. Später war klar: Hier brannte Metall, das mit Kunststoff vermischt war. Explosionen. Die Frage kam auf, ob sich zwischen den zerschredderten Gasflaschen noch gefüllte befanden oder ob es wegen der hohen Temperaturen zu Knallgasbildung des Löschwassers kam. Vorsicht war geboten, gleichzeitig mussten die Feuerwehrleute dafür sorgen, dass der Brand nicht auf die benachbarten Gebäude übergriff und sich vor allem in diesem nicht weiter ausbreitete. Denn sie stießen auf ein großes Diesellager, daneben weitere Gefahrenstoffe wie Öle. Beides schäumten sie sicherheitshalber.

„Einem Metallbrand kann man mit Wasser nicht Herr werden. Fast die einzige Chance, die wir haben, ist, dass wir das Feuer kontrolliert niederbrennen lassen“, sagt Einsatzleiter und stellvertretender Feuerwehrchef Rüdiger Kaiser, der sich prophylaktisch erkundigte, von woher er Metallbrandpulver beschaffen konnte. Ebenso veranlasste er, dass seine Leute in der nahe gelegenen Ennepe eine Ölsperre installieren. „Es waren so viele Gefahrenstoffe im Spiel, da wollten wir auf Nummer sicher gehen.“ Zum Glück wurde das Gewässer nicht verunreinigt.

Unter schwerem Atemschutz im Einsatz

Schließlich forderte er überörtliche Hilfe an. Der Löschzug III aus Ennepetal rückte um 0.48 Uhr aus, um am Brandort zu helfen, wo dann 88 Einsatzkräfte mit 21 Fahrzeugen unter Hochdruck arbeiteten. Zudem kam um 0.59 Uhr von der Feuerwehr Schwelm ein Hilfeleistungslöschfahrzeug des Löschzuges Linderhausen in die Gevelsberger Hauptwache, wo die acht Einsatzkräfte dafür sorgten, dass die Sicherheit der Bevölkerung bei weiteren Einsätzen gewährleistet war. Die Umsicht war gerechtfertigt. Die Schwelmer mussten im Verlauf der Nacht tatsächlich zu einem Rohrbruch in der Eichholzstraße ausrücken.

Zurück zum Brand: Immer wieder kamen die Trupps unter schwerem Atemschutz aus dem Gebäude, neue strömten hinein. Die Polizei war vor Ort, zunächst traf auch der Besitzer des Gesamtkomplexes ein, es folgten der Firmenchef sowie der Kämmerer der Stadt Gevelsberg, Andreas Saßenscheidt, der sich ein Bild der Lage machte. Ein Starkstromkabel verläuft durch die Halle, so dass auch die AVU-Bereitschaft hinzugezogen wurde, um Strom und Gas abzuschalten.

Türen und Fenster geschlossen halten

Der Rauch stieg derweil unaufhörlich weiter durch das Dach, der Wind trieb ihn westwärts nach Schwelm und zum Büttenberg nach Ennepetal. Mehrere Bürger meldeten Brände in den Nachbarstädten. Die Polizei fuhr zu dieser Zeit durch die Wohngebiete und bat die Leute, vorsorglich Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Um 1.49 Uhr stießen die Einsatzkräfte auf einen Bagger im Gebäude, konfiszierten ihn. Zum Glück war Feuerwehrmann Fabian Schäufele mit ausgerückt, der hauptberuflich bei den Technischen Betrieben arbeitet. Gekonnt steuerte er den Bagger und zog den riesigen Schuttberg auseinander, so dass die Kollegen einerseits an das Hauptglutnest gelangten, andererseits mehrere kleine Haufen löschen konnten. Gegen 4.04 Uhr befand sich das Feuer endgültig unter der Kontrolle. Die Wehr übergab um 7.10 Uhr den Einsatz an die Polizei.

Große Probleme bereiteten zahlreiche Schaulustige - gerade im Bereich Jahnstraße. Immer wieder mussten Menschen aus der Einsatzstelle entfernt werden. Bislang noch Unbekannte stahlen der Feuerwehr zudem eine Warnleuchte, die diese zur besseren Sicht an einem Wasserhydranten postiert hatten.

Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Die Kriminalpolizei ermittelt. „Aktuell liegt uns kein Hinweis auf Fremdverschulden vor“, sagt Polizeisprecher Dietmar Trust. Die Kripo wertet jedoch noch die Video-Überwachung der Hallen aus.

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