„Warum machst Du das?“

Film wirbt für ehrenamtlichen Einsatz in Ennepetal

Eine Szene aus dem Film „Warum machst Du das?“: Sabine Hofmann befragt Günter Braselmann, der die Fahrradwerkstatt im Haus Ennepetal leitet, die der Soli-Flüchtlings-Fonds ins Leben gerufen hat.

Eine Szene aus dem Film „Warum machst Du das?“: Sabine Hofmann befragt Günter Braselmann, der die Fahrradwerkstatt im Haus Ennepetal leitet, die der Soli-Flüchtlings-Fonds ins Leben gerufen hat.

Foto: Horst Groth

Ennepetal.  Mit einem Film, den Horst Groth gedreht hat, wirbt Gleichstellungsbeauftragte Sabine Hofmann gemeinsam mit engagierten Bürgern für das Ehrenamt.

Eigentlich fehlte nur noch der rote Teppich, aber dafür gab es viel Herzlichkeit, Willkommensgrüße und auch ein Sektchen für die Frauen und Männer, die vor der Filmkamera von Horst Groth die Frage „Warum machst Du das?“ beantwortet oder am Entstehen des Films mitgewirkt hatten. Die Vorpremiere des Films – es waren nur Beteiligte eingeladen – fand am Donnerstagabend in schöner Atmosphäre im Haus Ennepetal statt. Der Film wurde tags darauf erstmals öffentlich beim Ehrenamtstag auf dem Milsper Marktplatz öffentlich aufgeführt.

Sabine Hofmann, die Ehrenamtsbeauftragte der Stadt, begrüßte im Foyer alle Frauen und Männer per Handschlag. Man kannte sich, denn viele der Eingeladenen waren im Film mit der Ehrenamtsbeauftragten zu sehen. Hofmann hatte sie alle interviewt und nach ihren Beweggründen befragt: „Warum machst Du das?“, so lautet auch der Titel des Films, der die Ennepetaler für das Ehrenamt begeistern soll. Doch bevor es in den Hörsaal ging, gab es einen kleinen Sektempfang zur Einstimmung. Bürgermeisterin Imke Heymann sprach mit launigen Worten von einer „Weltpremiere“. „Viele von ihnen haben über sich selber in echt erzählt.“

Mit diesen Worten erhöhte Heymann die Spannung. Die Antworten auf die Frage „Warum machst Du das?“ seien unterschiedlich. Dann wandte sich die Bürgermeisterin direkt an die Frauen und Männer: „Ich brauche Sie, wir schaffen das nicht alle mit hauptamtlichen Kräften.“ Das Ehrenamt sei ein Baustein unserer Gesellschaft. „Es ist Ihr Film, es wird unser Film.“ Der 20-minütige Streifen soll nicht in einem Archiv verschwinden, sondern möglichst an vielen Stellen, zum Beispiel bei Veranstaltungen von Vereinen und Verbänden und in Schulen gezeigt werden.

Starke Szenen

Wer den Film schon gesehen hat, hat sicher noch starke Szenen im Gedächtnis. Zum Beispiel das Trommeln von Bewohnern des Altenheims Haus Elisabeth. Man sah in fröhliche Gesichter und die Gebrechlichkeit im Alter schien überwunden zu sein. Das Gespräch von Heidi Bärenfänger von den Lila Damen am Krankenbett einer Frau wird man so schnell nicht vergessen. 20 Minuten Laufzeit hat Horst Groths Film.

Der Filmer und die Hauptakteurin Sabine Hofmann dokumentieren Mitmenschlichkeit, Engagement, Lebensfreude und wenn man so will, auch ein Stück starkes Ennepetal. Und immer wird in den Antworten der befragten Ehrenamtlichen zu hören sein, wie der Dank an sie zurückkommt, durch Worte, manchmal durch Blicke und Gesten. Ein Ehrenamt mache durchaus zufrieden und auch glücklich.

Die Motivation dazu ist verschieden: helfen, etwas Sinnvolles tun wollen oder auch der christliche Glaube. Die vorgestellten Flüchtlinge wollen durch ihre Ehrenamtsarbeit Dankbarkeit ausdrücken, so zum Beispiel im Möbellager.

In der notwendigen Kürze des Films konnte nur ein Querschnitt der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Stadt dokumentiert werden. Anja Galka erzählte, wie sie zur Löschgruppe Külchen der Freiwilligen Feuerwehr kam. „Es war beim Feuerwehrfest.“ Günter Braselmann stellte die Fahrradwerkstatt im Haus Ennepetal vor, Beatrix Adam die Arbeit der Kulturgemeinde. Einblicke gab es in Repair-Café und Nähtreff und in das Engagement beim Frauen-Fußball. Kinderschutzbund, den Tafelladen, den „Mentor“-Verein, der Kinder für das Lesen begeistert, und noch viele andere Gruppen gibt in kurzer Form zu sehen.

Beifall am Ende groß

Die Herstellung des Films hatte durchaus ihre Tücken. Auch kurze Statements brauchten ihre Zeit. Edda Eckhardt vom Henri-Thaler-Verein sagte es: „Die Kamera lief, die Texte wurden gesprochen, da donnerte ein Lkw vorbei und alles musste wiederholt werden.“ Viele stimmten zu: „Ja, es war so.“

Als der Film endete, war der Beifall groß. Sabine Hofmann überreichte Horst Groth einen Fotoband. Zu den Besuchern sagte sie: „Sie haben Mut bewiesen!“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben