Polizeiwache

„Finger weg von der Polizeiwache Gevelsberg“

Die Polizeiwache in Gevelsberg wurde im Jahr 2012 renoviert und der Öffentlichkeit vorgestellt. Jetzt steht im Raum, den Standort komplett zu schließen.

Foto: Volker Speckenwirth

Die Polizeiwache in Gevelsberg wurde im Jahr 2012 renoviert und der Öffentlichkeit vorgestellt. Jetzt steht im Raum, den Standort komplett zu schließen. Foto: Volker Speckenwirth

Gevelsberg.  Gevelsberger Politik bringt eine Resolution auf den Weg und kündigt an, für den Erhalt zu streiten.

Bürgermeister Claus Jacobi will mit allen Mitteln um den Erhalt der Polizeiwache in Gevelsberg kämpfen und lässt sich auch von der Kritik im Kreisausschuss nicht beirren. Einen Tag später legt er nach, präsentiert im Hauptausschuss eine entsprechende Resolution und hat alle Fraktionen der Stadt auf seiner Seite. Bis zur Ratssitzung am Dienstag, 12. Dezember, soll eine Strategie entwickelt werden, „wie wir für die Sache streiten“, kündigt Jacobi an. Die Ansage der Gevelsberger Politik ist deutlich: „Finger weg von der Polizeiwache Gevelsberg!“

Ebenso unverblümt sind die Formulierungen in der Resolution. Darin heißt es: „Zur Durchsetzung dieser politischen Forderung wird der Rat sich in den nächsten Wochen auf das Engste mit der Gevelsberger Bevölkerung zu einer breiten Bewegung für den uneingeschränkten Erhalt bewährter Polizei- und Ordnungsstrukturen in Gevelsberg zusammenschließen.“ Eine klare Kampfansage.

Claus Jacobi erklärte, dass es eine Lächerlichkeit sei, dass man eine Wache schließen will, um einen einzigen Streifenwagen mehr im Südkreis fahren zu lassen. Das ist nämlich die Rechnung der Kreispolizeibehörde, wo das frei werdende Personal eingesetzt werden soll. Zudem sollen die drei Bezirksbeamten analog zu Schwelm und Ennepetal vor Ort bleiben. Alles Argumente, die aus Sicht der Gevelsberger nicht zählen. Schlussendlich sehen der Bürgermeister und seine Ratsfraktionen durch die Situation, dass die nächstgelegene Wache dann am Strückerberg sein wird, „rechtsfreie Räume begünstigt.“

Politik will Bürger ins Boot holen

Ob Stadtoberhaupt und Fraktionen mit ihrem Vorstoß in Richtung Kreisverwaltung Erfolg haben werden, darf zumindest bezweifelt werden. Denn sowohl in der Kreisverwaltung als auch in den Fraktionen des Kreistags herrscht überwiegend Einigkeit darüber, dass die Zentralisierung noch einen ganz anderen Vorteil mit sich bringt: Die Sicherung der Eigenständigkeit der Kreispolizeibehörde. Entwicklungen in anderen Landkreisen würden zeigen, dass die Polizeibehörden zunehmend größeren Einheiten zugeordnet würden. Eine Angliederung beispielsweise an das Polizeipräsidium in Hagen wäre aus Sicht des Kreises noch schlimmer. Daher herrscht dort die Meinung vor, dass die Zentralisierung in einem topmodernen Neubau auch ein Zeichen an das Ministerium in Düsseldorf sei, die Verantwortlichkeiten im Ennepe-Ruhr-Kreis nicht zu verändern.

Das sehen Claus Jacobi und die Fraktionen im Stadtrat jedoch vollkommen anders. „Das Gevelsberger Sicherheitskonzept der kurzen Wege, das unsere lebendige Stadt mit ihren unzähligen Veranstaltungen besonders in den Abendstunden und an den Wochenenden so dringend braucht“, würde verloren gehen, heißt es in der Resolution. „Präsenz im Stadtbild ist Anfang und Kern aller Prävention.“ Die Gevelsberger Politik sieht das gewachsene Vertrauen der Stadt zum Ennepe-Ruhr-Kreis durch die nachträgliche Verknüpfung von Gefahrenabwehrzentrum und Polizeimodul empfindlich gestört.

Dem vom Kreis beabsichtigten Standort am Strückerberg bescheinigt die Gevelsberger Politik „eine völlig unzureichende ÖPNV-Anbindung.“ Bürgermeister Claus Jacobi kündigte an, gemeinsam mit der Politik und den Bürgern „unter Ausschöpfung all unserer Möglichkeiten für den Erhalt der Polizeiwache zu streiten.“

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