Weihnachten

Frauenstark Gevelsberg: Für genussvolle Keks-Momente

Gevelsberg Frauenstark Kekse Plätzchen weihnachtsbäckerei, guter Zweck, Verkauf am 30. November, 2019

Gevelsberg Frauenstark Kekse Plätzchen weihnachtsbäckerei, guter Zweck, Verkauf am 30. November, 2019

Foto: Carmen Thomaschewski / WP

Gevelsberg.  Die Damen vom Verein Frauenstark backen wieder tausende Plätzchen für den guten Zweck. Und sie verraten eins ihrer Rezepte.

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Ihre Kekse haben schon vielen Gevelsbergern die Adventszeit versüßt. Und auch in diesem Jahr backen und kneten die Damen von Frauenstark fünf Tage lang für genussvolle Momente vieler Menschen – vor allem aber für den guten Zweck.

Man nehme 540 Eier, 160 Pfund Butter, 110 Kilo Mehl, 100 Tafeln Schokolade… Der Einkaufszettel ist mehrere Seiten lang, die Kisten mit den Zutaten sind prall gefüllt. 2 Kilo Zimt stehen auf dem Tisch. „Mit Tütchen würden wir nicht weit kommen“, sagt Marion Groß und lacht.

Seit 1978 am Backblech

21 Frauen haben sich an diesem Morgen in der Küche der Gemeinschaftshauptschule getroffen, um Spritzgebäck, Elisen und Berliner Brot zu backen. „Alles in Handarbeit und mit besten Zutaten, sonst bräuchten wir das alles hier gar nicht veranstalten“, sagt Marion Groß. Schmecken müssen die Kekse, gut aussehen, und sie werden nach guten alten Hausrezepten zubereitet. Eins davon haben die Damen auch verraten, die Zubereitung der Elisen und des Berliner Brotes soll ein Geheimnis bleiben..

Seit 1978 backen die Damen köstliche Kekse, um das Geld aus dem Verkauf zu spenden. 1000 Euro spendeten die fleißigen Bäckerinnen der Hauptschule im vergangenen Jahr. Geld, um sich Wünsche zu erfüllen, die im Schulalltag keinen Platz haben. Dafür nehmen die Damen einiges in Kauf.

Schon im September hat Marion Groß damit begonnen, die Tafeln Zartbitterschokolade zu zerkleinern. „Ein schrecklicher Job.“ Sie kaufte auch ein und kümmert sich um die Organisation. So hat jede Keksbäckerin eine feste Aufgabe.

Gunda Nielsen ist seit vielen Jahren die Beauftrage für den Spritzgebäckteig. Seit vier Jahren nutzt sie dafür die Anschlagmaschine. Früher wurde von Hand geknetet. „Das würde ich heute gar nicht mehr schaffen“, sagt sie und zwinkert, „schließlich bin ich gerade 18 Jahre alt geworden“. Die älteste Dame in der Küche ist übrigens Elisabeth Mertens mit 88 Jahren. Ihr Job ist es, den Elisenteig auf der Oblate zu häufen. „Man darf keine Angst vor klebrigen Fingern haben.“ In einem der nächsten Schritte ist Ursula Knappersbusch dran. Sie pinselt um die Nuss herum etwas Zuckerglasur.

Gerdi Ellinghaus ist für die gröberen Elisenarbeiten zuständig und knetet zwischendurch auch ihre Schulter. „Das ist schon anstrengend“, sagt sie und kümmert sich danach weiter mit Anette Pfeiffer um kiloweise Nachschub. Genascht wird nicht – und von morgens bis abends durchgearbeitet, jeder so wie er kann.

105 Mitglieder zählt der Gevelsberger Verein im DHB Netzwerk Haushalt. Der Landesverband wird sich zum Ende des Jahres auflösen, weil sich kein Vorstand finden konnte. „Wir dürfen aber auf jeden Fall weiter machen“, sagt Marion Groß. „Wir sind ein Verein und gemeinnützig und wir haben noch Lust weiter zu machen, auch ohne Landesverband.“ Was den Damen aber auch in Gevelsberg fehlt, ist Nachwuchs.

„Unser Durchschnittsalter ist hoch, junge Frauen kommen kaum nach.“ Die Damen haben Verständnis dafür, wissen, was es heißt, sich um die Familie zu kümmern, beruflich eingespannt zu sein. Wer mitmacht, würde auch im Alltag davon profitieren, versprechen sie. „Wir beschäftigen uns mit vielen Themen.“ Gesundheit, Service, Verbraucher, es gibt Sportangebote, Ausflüge, Freizeitangebote und hier erfährt man eben auch die besten Rezepte.

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