Politik

Freie Fahrt in Einbahnstraßen für Radfahrer in Schwelm

Die Straßenverkehrsordnung sieht für Fahrradfahrer Ausnahmeregelungen vor. Dazu gehört das Befahren von Fußgängerzonen und Bürgersteigen, aber auch die Freigabe von Einbahnstraße in beiden Richtungen.

Die Straßenverkehrsordnung sieht für Fahrradfahrer Ausnahmeregelungen vor. Dazu gehört das Befahren von Fußgängerzonen und Bürgersteigen, aber auch die Freigabe von Einbahnstraße in beiden Richtungen.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Schwelm will weitere Einbahnstraße für Radfahrer in beide Richtungen freigeben. Die Radwegekommission berät darüber am 5. Oktober 2019.

Die Kreisstadt soll fahrradfreundlicher werden. In diese Richtung geht auch ein Bürgerantrag, mit dem sich jetzt die Verwaltung beschäftigt hat. Der Antragssteller hatte vorgeschlagen, die Herdstraße für den Fahrradverkehr gegen die Fahrtrichtung freizugeben. Die Begründung: „Es wäre so möglich die Kreuzung Hattinger Straße/Linderhauser Straße auf dem Weg vom Wohngebiet Loh zur Nordbahntrasse über die Hegelstraße/Kantstraße/Hemte zu umgehen.“ Die Experten im Rathaus haben sich der Angelegenheit angenommen, den Vorschlag für gut befunden und darüber hinaus noch weitere Straßen im Stadtgebiet begutachtet. „Wir halten das für die Herdstraße, die Blücherstraße und für zwei bis drei andere Straßen für machbar“, sagte Fachbereichsleiter Winfried Guthier unter dem Tagesordnungspunkt Mitteilungen der Verwaltung.

Damit Fahrzeuge und Fußgänger in einer Einbahnstraße mit entgegenkommenden Radfahrern rechnen oder diese während der Querung nicht übersehen können, sollten erforderliche Markierungen wie Fahrradpiktogramme und ergänzende Beschilderungen angebracht werden. Außerdem sollte in diesem Bereich das Parken nicht zugelassen werden und ausreichende Sichtverhältnisse geschaffen werden, um die Erkennbarkeit des entgegenkommenden Radverkehrs zu gewährleisten, so der Vorschlag der Verwaltung.

Die Fachvertreter der Verwaltung beabsichtigen in der kommenden Sitzung der Radwegekommission am 5. Oktober die Öffnung von Einbahnstraßen für den beidseitigen Radverkehr zu thematisieren und Empfehlungen auszusprechen. Die aus der Sitzung resultierenden Ergebnisse werden in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am 12. November vorgestellt.

Rein rechtlich ist das Thema wie folgt zu behandeln. Dazu schreibt das Rathaus: „Zur grundsätzlichen Förderung des Radverkehrs besteht die Möglichkeit, Radfahrer von Einbahnregelungen auszunehmen. Durch diese Regelung sind lückenlose Verbindungen im Radwegenetz leichter zu realisieren, z.B. zur Nordbahntrasse. Darüber hinaus lassen sich Wohngebiete flächendeckend und frei von Umwegen für den Radverkehr erschließen. Des Weiteren sprechen die Unfallzahlen für die Freigabe der Einbahnstraße in Gegenrichtung, denn die Erfahrung anderer Städte zeigt, dass die Unfallfolgen als auch die Unfalldichte dadurch verringert werden.“

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