Eichenprozessionsspinner

Gefährliche Raupen erstmals in Schwelm aufgetaucht

Die Raupen an sich sind harmlos. Gefährlich sind ihre Brennhaare. Bei Berührung drohen böse gesundheitliche Folgen.

Die Raupen an sich sind harmlos. Gefährlich sind ihre Brennhaare. Bei Berührung drohen böse gesundheitliche Folgen.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Schwelm.  In anderen Städten sorgte der Eichenprozessionsspinner für die Schließung von Spielplätzen und Parks. Nun ist er auch in Schwelm aufgetaucht.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die gefährliche Raupe auch im Südkreis auftaucht. Jetzt ist es geschehen. Auf einem städtischen Grundstück zwischen der Schwelmer Arndtstraße und dem Schwelmebad wurde der Eichenprozessionsspinner entdeckt. Die Stadt Schwelm hat das Grundstück vorsorglich abgesperrt.

Entdeckt und gemeldet wurden die Raupen von Anwohnern, die ihre Hunde auf der Grünfläche ausführen. Die Stadt hatte daraufhin nachgeschaut und die Echtheit des Eichenprozessionsspinners festgestellt. Das Raupennest befinde sich an einem Baum unmittelbar hinter einer Sitzbank, hieß es. Stadtsprecherin Heike Rudolph sprach von einem „kleinen Vorkommen“. Das Ordnungsamt hatte nach der Bestätigung des Fundes sofort die Sicherung angeordnet und eine Fläche von etwa vier Meter rund um den Fundort mit Flatterband absperren und ein Warnhinweisschild anbringen lassen.

Kann lebensgefährlich werden

Gefährlich sind nicht die Raupen an sich, sondern ihre Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Bei Berührung mit der Haut kommt es zu Hautausschlägen mit intensivem Juckreiz. Beim Einatmen der giftigen Härchen können sie Atemnot, Asthma-Anfälle oder einen anaphylaktischen Schock auslösen. Die Folgen können lebensgefährlich sein, je nach Intensität der Berührung und Empfindlichkeit der betroffenen Person.. Gelangen die Brennhaare ins Auge, kann das Gift schmerzhafte Bindehautentzündungen auslösen. Gefährlich ist das Gift für Menschen wie für Tiere.

Jede Raupe hat etwa 600.000 Brennhaare. Auch wenn sie sich gehäutet und dann zu harmlosen Faltern geworden sind, bleiben Millionen der giftigen Härchen in den Raupennestern zurück. Sie können leicht vom Wind verweht werden.

Um die Gefahr zu bannen, haben die Technischen Betriebe eine Fachfirma beauftragt, deren Mitarbeiter das Raupennest in besonderer Schutzkleidung und mit einem Spezialsauger entfernen wird. Wann das geschehen wird, ist unklar. Die Telefone stünden bei den Spezialunternehmen aktuell nicht still, erklärte Achim Stockermann von den TBS.

Giftige Raupe: Fakten rund um den Eichenprozessionsspinner

Dies liegt daran, dass der ursprünglich aus Südeuropa stammenden Eichenprozessionsspinner sich seit Jahren immer weiter nach Norden verbreitet – begünstigt durch die milden Winter und warmen Frühjahre, auch im Zuge des Klimawandels. „Wir hatten eigentlich im letzten Jahr schon damit gerechnet, jetzt ist er erstmals hier bei uns in Schwelm. Wir gehen davon aus, dass wir noch Jahre mit ihm zu schaffen haben“, erklärte Achim Stockermann.

Kleine Funde wie jetzt in Schwelm können leicht abgesaugt werden. Bei größeren Vorkommen kommen Insektizide oder Häutungshemmer zum Einsatz. Es gibt aber auch Landstriche, wo mittlerweile (für Menschen ungefährliche) Bakterien zur Bestandsminimierung versprüht werden. Wie der Name vermuten lässt, legen die Falter ihre Raupeneier vornehmlich auf Eichen ab. „Wo keine vorhanden sind, nehmen sie auch andere Fresswirte wie den Ahorn“, erklärte Grünexperte Achim Stockermann.

In vielen Städten sorgte der Eichenprozessionsspinner dafür, dass Parks und Spielplätze gesperrt werden mussten – vergangene Woche beispielsweise in Wuppertal. In Schwelm achten die Mitarbeiter der TBS nicht erst seit diesem Jahr mit besonderer Sorgfalt auf deren Vorkommen auf öffentlichen Grünflächen. In Gevelsberg und Ennepetal sind nach Auskunft der Stadtverwaltungen bis dato noch keine Eichenprozessionsspinner aufgetaucht.

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