Innenstadt

Geld soll beim Rathausbau in Schwelm kein Hindernis sein

Brache der Brauerei Schwelm. Brauereibrache verkauft. Stadt Schwelm hat Grundstück erworben, um dort das neue Rathaus zu bauen und die Stadtverwaltung zu zentralisieren. Foto: Stefan Scherer

Foto: Stefan Scherer

Brache der Brauerei Schwelm. Brauereibrache verkauft. Stadt Schwelm hat Grundstück erworben, um dort das neue Rathaus zu bauen und die Stadtverwaltung zu zentralisieren. Foto: Stefan Scherer Foto: Stefan Scherer

Schwelm.   Nach dem Überraschungskauf der Brauereibrache wird diskutiert, ob sich Schwelm das Projekt überhaupt leisten kann. Die Stadtspitze gibt Antworten.

Nach dem Überraschungskauf der Brauereibrache durch die Stadt Schwelm wird eine Frage besonders heiß diskutiert: Kann es sich Schwelm als Stärkungspaktkommune überhaupt leisten, das Grundstück zu erwerben und dort ein Rathaus zu errichten? Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, Beigeordneter Ralf Schweinsberg und Kämmerin Mollenkott baten daher zum Gespräch ins Rathaus, gaben einen Einblick in die aktuelle Finanzlage der Stadt und sprachen über die nächsten Schritte des Großprojekts.

Sach- und Personalkosten sinken

Ihre zentrale Botschaft lautet: Die Rathauszentralisierung ist aus ihrer Sicht problemlos zu stemmen; nicht zuletzt dadurch, dass die Gewerbesteuer deutlich über den Erwartungen liegt. Gesetzlich vorgeschrieben müssen die Schwelmer ab dem Jahr 2016 einen ausgeglichenen Haushalt – bestenfalls mit Überschüssen – erzielen. Der 2016er Jahresabschluss ist frisch erstellt und übertrifft den Plan um ein Vielfaches. Dort waren 350 000 Euro Plus angesetzt. „Unser tatsächlicher Überschuss beträgt 2,85 Millionen Euro“, teilt die Kämmerin freudestrahlend mit. Dies sei vor allem auf die Gewebesteuer, die etwa 2,2 Millionen Euro über Plan liegt, zurückzuführen.

„Zudem ist das Kostenbewusstsein bei jedem einzelnen Mitarbeiter extrem gestiegen und wir haben beispielsweise durch verzögerte Stellennachbesetzungen die Personalkosten reduziert“, ergänzt Bürgermeisterin Gabriele Grollmann. Parallel sind die Liquiditätskredite im Laufe des vergangenen Jahres von 61 auf 55 Millionen Euro gesunken. Dieses Niveau gelte es mindestens zu halten, betont die Kämmerin. All dies sind Beiträge zur Haushaltskonsolidierung, bei der auch die Zentralisierung der Verwaltung einen wesentlichen Baustein darstellt, auf den die Bezirksregierung Arnsberg großen Wert legt.

Auch mit der aktuell veranschlagten Summe von 24 Millionen Euro für den Bau des Rathauses „inklusive der benötigten Stellplätze“, wie Ralf Schweinsberg betont, soll die Stadt Schwelm unter dem Strich sparen. Das funktioniere durch die Synergien aus der geplanten Zusammenführung von Verwaltung, Bücherei, Musikschule und VHS an einem Standort. Zudem könnten nun die Gebäude an der Hauptstraße sowie an der Schillerstraße verkauft werden. „Ebenso entfallen Mieten für Bücherei, VHS und Musikschule“, sagt Marion Mollenkott. Sie betont zudem, dass vor allem für die dringend notwendige Sanierung der Verwaltungsgebäude an der Schillerstraße „immense Kosten“ anstünden, wenn die Zentralisierung nicht umgesetzt würde.

Unter den Buchwerten planen

Gegengerechnet werden die Verkaufserlöse „bei denen wir deutlich unter den Buchwerten planen“, wie Ralf Schweinsberg sagt. Zudem sei es ein großer Vorteil, dass die Baukosten rein investiv sind, in den Haushaltssanierungsplan also lediglich Zinsen für einen Kredit und Abschreibungen einfließen sollen.

Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik