Techno-Party

Gelungene Premiere für Schwelmer Ferik Festival

„Endless Memories“ (Endlose Erinnerungen) ist das Motto des Ferik Festivals in Schwelm.

„Endless Memories“ (Endlose Erinnerungen) ist das Motto des Ferik Festivals in Schwelm.

Foto: Laura Dicke

Schwelm.  14 DJs legten am Samstag auf zwei Bühnen am Romantikhotel Fritz am Brunnen auf. 700 Besucher erlebten das erstmals öffentliche Ferik Festival.

Eine große Wiese zum Picknicken, eine Beach-Area mit Sand und Strandkörben und durchgehende Musik auf zwei verschiedenen Bühnen – das Ferik Festival fand erstmalig als öffentliche Open-Air-Veranstaltung statt und brachte am Samstag echtes Festival-Feeling nach Schwelm. Was einst als kleine Gartenparty eines Freundeskreises begann, wurde über die Jahre immer größer. Mit der öffentlichen Veranstaltung gingen die Veranstalter, die sich Ferik Family nennen, nun den nächsten Schritt und der zahlte sich sichtlich aus – das Festival, das am Romantikhotel Fritz am Brunnen stattfand, war ein voller Erfolg.

Gedenken an Cousin und Freund

Das Hotel bot den perfekten Platz zum Feiern und trug wesentlich zu der entspannten Atmosphäre bei. Auf zwei Bühnen spielten über den Tag verteilt 14 verschiedene DJs, alle aus der Musikrichtung House, Electronic Dance Musik (EDM) oder Techno.

„Der Musikstil war schon von Beginn an so. Auf der Main Stage gibt es aber auch ein bisschen Trash, also was auch im Radio läuft, und die andere Bühne gehört ganz einem Künstlerkollektiv, das etwas mehr in Richtung Alternativ-Techno geht“, erklärte Tim Hartmann, Inhaber der Spätschicht Entertainment Agentur für Events und Digitales Marketing. Der Schwelmer gehört zu der Freundesgruppe und half maßgeblich bei der Organisation des Festivals.

Durch ihn und seine Eventagentur entstand auch der Kontakt zum Fritz am Brunnen. „Wir brauchten einfach mehr Platz und entschieden uns darum, es offiziell und öffentlich zu machen“, berichtete Tim Hartmann. Mit knapp 1000 Besuchern haben die Organisatoren dabei gerechnet. Letztendlich waren es um die 700 Festivalbesucher. Darunter vor allem junge Leute im Alter von 18 bis 30 aus Schwelm und dem gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis.

„So ein Angebot für junge Erwachsene gibt es in Schwelm kaum. Das können wir hier gut gebrauchen“, so Tim Hartmann. Dem stimmten auch die Festivalbesucher zu, darunter auch Alina Meuser. „Es ist einfach mal was anderes und die Stimmung ist echt super“, betonte sie. Dabei hat das Festival eigentlich einen ernsten Hintergrund. Der Ursprung der Ferik Family liegt nämlich in dem Gedenken an einen Cousin und Freund der Veranstaltungsgruppe.

Der Jugendliche kam im Jahr 2016 durch einen Autounfall auf der Schwelmer Kreuzung Talstraße/Carl-vom-Hagen-Straße ums Leben. Der Unfallverursacher war alkoholisiert, weshalb die Veranstalter der Ferik Family an alle Festival-Besucher appellierten: „Don’t drink and drive“ (zu deutsch: nicht trinken und fahren). Das Motto „Endless Memories“ (Endlose Erinnerungen) ist an den Unfall angelehnt und sollte den Vorfall und dessen Folgen in Gedächtnis rufen. Der Name „Ferik“ setzt sich aus dem Vor- und Nachnamen des Verstorbenen zusammen.

Sensibilisierung für ernstes Thema

Den meisten Besuchern war der Hintergrund bekannt und schon im Vorfeld kümmerten sich viele darum, wie sie zum Festival und wieder nach Hause gelangten. Die Freundinnen Chrissi, Kim, Julia und Nele zum Beispiel, 24 bzw. 25 Jahre alt, sind bereits seit der ersten Ferik-Party dabei und kannten den Verstorbenen. „Wir werden nachher laufen“, erzählten sie und betonten wie wichtig es ist, auf die Thematik und die möglichen Folgen von alkoholisiertem Fahren aufmerksam zu machen.

Den Einsatz der Ferik Family für den verstorbenen Freund lobte zudem Stephan Maubach, ein Verwandter des Verstorbenen. „Es ist super, was die Jungs auf die Beine stellen. Jetzt muss man einfach ausprobieren, ob es auch als öffentliche Veranstaltung erfolgreich ist“, sagte er. Erfolgreich war es für die Veranstalter auf jeden Fall: „Alles war super friedlich. Es gab keine Gewalt oder Auseinandersetzungen, sogar die Nachbarn waren gut drauf“, berichtete Tim Hartmann schließlich. Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist damit definitiv in Planung.

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