Eröffnungstag

Gelungener Auftakt zur Voerder Kirmes 2019

Die Besucher der Voerder Kirmes in Ennepetal erobern die Fahrgeschäfte.

Die Besucher der Voerder Kirmes in Ennepetal erobern die Fahrgeschäfte.

Foto: Marinko Prša

Ennepetal.  Die heimischen Vereine sorgen mit dem Kirmeszug für einen stimmungsvollen Auftakt zur Voerder Kirmes in Ennepetal am Samstag.

Schöner konnte es nicht sein. Die Sonne lachte am Samstag vom Himmel und wohl Tausende von Menschen standen an der Lindenstraße, die zur Kirmeszeit Blaukittelallee heißt, und warteten froh gelaunt auf den Festzug der Vereine. „Nichts zu hören, nichts zu sehen.“ Marc Schulte, der in Voerde wohnende WDR-Fernsehmoderator, blickte immer wieder zur Uhr und zum Voerder Kreisel. „Jetzt müssen sie kommen“.

Es dauerte eine knappe halbe Stunde, bis Marc Schulte die Zugspitze ausmachte. Zu sehen war Harry Hirsch, der „Dorf-Sheriff“ genannt wird und selbst ein großer Kirmesfreund ist. Michael Buchholz bildete mit an der Seite des Polizisten die „Spitze“. Doch sie kamen nur schleppend voran.

Marc Schulte am Mikrofon wurde mittlerweile zum Unterhalter, rief (erfolgreich) zur Laola-Welle auf, versprach eine Verlosung, bei der es den Nachtwächtertrunk zu gewinnen gab. Die Stimmung stieg und plötzlich war er da – der Festzug.

Man hörte schon die fröhlichen Klänge der Stadt- und Feuerwehrkapelle, an der Spitze marschierend Peter Eckelt, den Dirigentenstab schwingend. Bevor die Kapelle vorbeizog, war Bürgermeisterin Imke Heymann zu erleben.

Sie wieselte von links nach rechts, und wieder von rechts nach links, verteilte Weingummi an die Kinder, und die Großen erhielten die Sticker, die die Stadt zum 70-jährigen Bestehen herausgab. „Herzlich willkommen in Ennepetal, in Voerde“, rief Imke Heymann den Menschen zu.

Interview mit Ehrennachtwächter

Wenig später brandete Beifall auf. Der gerade gekürte Ehrennachtwächter Olaf Steinhaus saß mit seinem Amtsvorgänger Horst Winkel in einem Cabrio, gesteuert von Alfred Steinhaus, dem Vater des Ehrennachtwächters. Ein kurzes Interview mit Olaf Steinhaus, der ja auch 1.Vorsitzender des FC Blau-Weiß Voerde ist. Dann sprach Horst Winkel ins Mikrofon und zog Bilanz: „Ich hatte eine ruhige Amtszeit. Der Olaf, mein Nachfolger, ist eine ehrenwerte Person.“ Beifall.

Die Löschgruppen Voerde und Oberbauer der Freiwilligen Feuerwehr zogen mit ihren Traditionsfahnen im Festzug mit, hinter ihnen direkt die Mädchen und Jungen aus der Jugendfeuerwehr. Die Farbe Blau blieb. Kinder des FC Blau-Weiß Voerde schleppten freudestrahlend den dicken Bülle-Pokal zum Kirmesplatz.

Direkt hinter ihnen schrien sich junge Leute der Turngemeinde Voerde fast die Lunge aus dem Hals. Immer wieder skandierten sie „Danke Anke“ und meinten damit ihre Übungsleiterin Anke Althoetmar-Rümenapf. „Mit allen Abteilungen sind wir dabei“, plauderte TG-Vorsitzender Florian Budnick aus.

Amtierendes Schützenkönigspaar marschiert mit

Der älteste Verein Ennepetals, der Voerder Schützenverein von 1607, marschierte wie immer mit zum Festplatz, dabei das amtierende Königspaar Karin Heinrich und Reinhart Kalbe. Gerade hatte der Shanty-Chor noch im ökumenischen Gottesdienst zur Kirmes gesungen, da ließen sich die „singenden Seebären“ im Festzug kutschieren, gefolgt von einem Cabrio, aus dem Pfarrer Armin Kunze grüßte.

Sein katholischer Amtsbruder, Propst Norbert Dudek, hatte zwar den Gottesdienst mitgestaltet, konnte aber aus Termingründen nicht am Festzug teilnehmen. Schade. Hinter dem Cabrio befand sich der Wagen der Stadt Ennepetal mit den Gästen aus Ennepetals belgischer Patenstadt Vilvoorde, der Karnevalsgesellschaft „Pjerrefretters“, wie immer dabei, wie immer willkommen und mit Beifall empfangen.

Mit großem Gerät angerückt

Die Landsknechte aus Halver bliesen und trommelten. Die Ehrennachtwächter grüßten von einem Festwagen, ebenso Mitglieder des Heimatvereins. Immer wieder gab es Beifall, man kennt sich „im Dorf“. Sogar der Nachbarschaftshilfeverein „Voerder helfen Voerdern“ und die Baugenossenschaft Voerde waren vertreten, am Steuer Geschäftsführer Achim Spannagel.

Die Dorfgemeinschaft „Freistaat Oberbauer“ war wieder mit großem Gerät angerückt, unübersehbar und unüberhörbar. Eine Köhlergruppe in schwarz gewandet, warb für das Meilerfest, die Racoons für ihren Baseball- und Softballsport, der Imkerverein verteilte Honigbonbons, der Kinderschutzbund ließ in Anspielung auf seine Läden „Bärti“ und „Bärta“ einen weißen Bären mit zum Rummelplatz laufen.

Bekenntnis zum Volksfest

Laut wurde es wieder: der TuS Haspetal eroberte die Blaukittelallee, das Musiccorps Blau-Weiß Haspe trommelte dazu. Der Tennisclub Grün-Weiß, der Reiterverein von Meininghausen und die gemeinsam auftretenden Heimatvereine Milspe und Rüggeberg wurden von den Zuschauern beklatscht, ebenso der Sportverein Rot-Weiss Büttenberg, Kirmesfreunde aus den Nachbarstädten, der Sozialverband und natürlich die Original Sauerländer Musikanten.

Der Fight Fitness Club, der Verein MyCity Ennepetal und der ganz neue Verein „VoerderLeben“ bildeten den Schluss des Festzuges der Vereine, die sich mit ihrer Teilnahme zur Voerder Kirmes bekannten. Wie immer am Zugende: Olaf Hirscher. Dann war die ganze lange Straße voller Menschen: Groß und Klein, die den Festzug genossen hatten, strömten zum Kirmesplatz

>>> Feierliche Eröffnung mit Bierflut nach achtem Schlag <<<


Das Freibier floss in Strömen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als Bürgermeisterin Imke Heymann am Samstag auf dem Kirmesplatz mit dem achten Schlag das Freibierfass bezwingen wollte, da brach an der Zapfstelle ein Stift ab und der Gerstensaft floss nicht in die Gläser, sondern auf den Boden des Kirmesplatzes.

Blitzschnell übernahm SPD-Fraktionschef Volker Rauleff die Anstich-Prozedur, konnte aber die Bierflut zunächst nicht stoppen. „Das schöne Bier!“ hieß es schon aus den Reihen des großen Publikums. Endlich versiegte der Bierstrom.

Schlachtruf „Krut Voerde“ erklingt

Bürgermeisterin Imke Heymann strahlte wieder, füllte mit die Gläser und brachte sie unters Kirmesvolk. Dann sagte sie laut und deutlich: „Die Voerder Kirmes ist offiziell eröffnet“. Sofort erklang nach alter Sitte aus vielen Kehlen der Schlachtruf „Krut Voerde“ – und das dreimal.

Die Fahrgeschäfte waren schon umlagert. Beim benachbarten Autoscooter drehten junge Leute ihre Runden – und der Festzug der Vereine war noch nicht zu Ende. Da man zeitlich in Verzug war, hatte Heimatvereins-Vorsitzender Hans Martin Heimhardt entschieden, mit dem Freibier-Fassanstich zu beginnen.

Zuvor hatte er mit seinem Stellvertreter Robert Dörnen und Schaustellersprecher Andreas Alexius den von Bürgermeisterin Imke Heymann gestifteten Pokal für die Festzug-Teilnehmer verlost. Tanja Steinhaus, die Frau des Ehrennachtwächters Olaf Steinhaus, war die Glücksfee.

Pokal und Kartenverlosung

Der Pokal und zwei Karten für den Bürgermeisterinnen-Empfang zur Kirmes am Sonntagmorgen in der „Rosine“ gingen an den Ennepetaler Reiterverein. Schaustellerchef Andreas Alexius sprach dabei von einer „tollen Kirmes“ und Imke Heymann rief ins Publikum: „Wir sehen uns hier, jeden Tag zur Kirmeszeit!“

Als das Freibierfass wirklich keinen Tropfen mehr abgab, da war der Rummelplatz proppenvoll. Viele Voerder und Besucher von nah und fern waren schon gefangen vom Zauber der traditionsreichen „Kirmes mit Herz“. So wird sie beworben.

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