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Gevelsberg: City-Managerin Lena Becker (24) über ihre Pläne

Interview der Woche Lena Becker Geschäftsführerin Pro City Gevelsberg spricht über Veranstaltungen, den Einzelhandel ihre eigene Karriere und ihre Heimatsdtatd Gevelsberg.

Interview der Woche Lena Becker Geschäftsführerin Pro City Gevelsberg spricht über Veranstaltungen, den Einzelhandel ihre eigene Karriere und ihre Heimatsdtatd Gevelsberg.

Foto: Stefan Scherer

Gevelsberg.   Lena Becker (24) ist seit 14 Monaten als City-Managerin bei Pro City in Gevelsberg. Sie blickt zurück und präsentiert, was sie künftig vor hat .

Lena Becker (24) als City-Managerin einzustellen, war ein deutliches Zeichen des Händlerzusammenschlusses Pro City – und auch ein mutiger Schritt. „So jung, und noch Studentin – ob die das hinbekommt?“, lautete eine viel gestellte Frage, als sie die hauptberuflichen Geschicke des damals wankenden Vereins übernahm. Mit Frank Manfrahs hatte sich eine lokale Ikone des Stadtmarketings verabschiedet. Er arbeitete noch Nachfolger Marvin Franz für ein Vierteljahr ein. Doch der kündigte bereits in der Probezeit. Dann kam Lena Becker.

Was haben Sie vorgefunden, als Sie am 1. Februar 2018 ihren Dienst bei Pro City antraten?

Lena Becker: Es gab keine direkte Übergabe. Ich stand zwar mit Frank Manfrahs in Kontakt, er hat mir auch einiges erklärt, aber das meiste habe ich mir selbst erschlossen. Ich habe viel Hilfe vom Vorstand bekommen und von Klaus Fiukowski, der mir sehr bei der Organisation der Veranstaltungen geholfen hat.

Welche Erwartungshaltung ist Ihnen begegnet?

Die Fußstapfen von Frank Manfrahs waren sehr groß. Und ich weiß, dass viele skeptisch waren und sich dachten: ,Oh, so eine junge Frau. Kann die da überhaupt mithalten?’ Ich wurde aber von den Händlern und den Gevelsbergern generell gut aufgenommen. Als Ur-Gevelsbergerin kenne ich viele Leute, kenne die Stadt und bin sehr erleichtert, dass mir alle geholfen haben und ich fast ausschließlich positive Rückmeldungen bekomme.

Wie lautet Ihre Bilanz der Veranstaltungen aus Ihrem ersten Jahr?

Jede Veranstaltung ist völlig anders.

Der Martinsmarkt 2018 und der Frühlingsmarkt 2019 waren wettermäßig natürlich eine Katastrophe. Irre ist allerdings – und das gibt es wohl nur in Gevelsberg – dass dann trotzdem bei Sturm und Regen noch Menschen in die Stadt kommen.

Welche Pläne haben Sie für die
Veranstaltungen in diesem Jahr?

Der Frühlingsmarkt ist ja schon gelaufen. Es war eine neue Erfahrung, mit dem Bürgermeister, der Feuerwehr und dem Ordnungsamt zu diskutieren, wie und ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann. Generell will ich jeder Veranstaltung ein stärkeres eigenes Profil geben. Man hat manchmal das Gefühl: Da passiert überwiegend das selbe nur zu verschiedenen Jahreszeiten. Der Frühlingsmarkt soll mit Blumen und Erfrischendem zum Jahresbeginn mehr Frühling bieten. Beim Boulevard steht die ganze Familie im Mittelpunkt. Ich möchte ein Bühnenprogramm für Jung und Alt haben, vor allem das Kinderprogramm ausbauen. Beim Erlebnishandel haben wir die Auto- und die Büchermeile, die Haarschneideaktion. Wir wollen noch mehr die Kunden ansprechen. Beim Martinsmarkt bekommen wir mehr und mehr Laternenkinder. Hunderte ziehen über die Mittelstraße, das ist faszinierend. Zum Mondscheinbummel soll nach 2018 auch weiterhin die Mittelstraße gesperrt werden. Wir wollen dieses besondere Einkaufserlebnis aufwerten, die Aufenthaltsqualität erhöhen.

Wie kam es zum Abendmarkt, den es in Schwelm zeitgleich bereits vorher gab?

Die Überlegung bestand bei uns bereits im Jahr 2015, als wir ihn einmal veranstaltet haben. Sie kam dann wieder ins Rollen und wird begeistert von den Menschen angenommen. Auch Schwelmer waren hier, auch Gevelsberger fahren nach Schwelm. Ich sehe da keine Konkurrenz. Wir haben beide den Bochumer Markt als ein tolles, gemeinsames Vorbild.

Welche Veranstaltung fehlt in
Gevelsberg?

Die Rückmeldungen sind unmissverständlich: Die Leute hätten gern einen Weihnachtsmarkt. Der verkaufsoffene Sonntag am 8. Dezember wird in diesem Jahr in exakt diese Richtung gehen. Ob dies schon ein vollwertiger Weihnachtsmarkt werden kann, wird man sehen. Wir haben bislang ein grobes Konzept und gehen bald in die Feinplanung.

Wie sehen Sie den Einzelhandel in Gevelsberg aufgestellt?

Wir haben ein gutes Grundsortiment, auf das wir aber aufbauen sollten, weil es Lücken gibt, die wir schließen können. Herrenbekleidung, Kindersachen, mehr Angebote für junge Leute fallen mir beispielsweise ein. Das heißt nicht, dass diejenigen, die diese Sparten bedienen, das schlecht machen. Wir brauchen aber mehr Angebot und mehr Abwechslung.

Was sagen Sie zu den Öffnungszeiten? Viele bleiben der Stadt fern, weil Sie mittags nicht in alle Läden können.

Es ist sehr schade, dass sich die Kunden nicht darauf verlassen können, dass alle Geschäfte parallel öffnen und schließen. Das gilt für die Mittagszeit, ist aber genauso ärgerlich an einem Samstag. Das ist für die Kunden ein Problem. Sie müssen sich vorher informieren, wann sie in die Stadt kommen und fahren im Zweifel dann woanders hin, wo ihnen eine Verlässlichkeit beim Einkauf geboten wird.

Wie beurteilen Sie die aktuellen Leerstände?

Wir haben eine Leerstandsquote von unter fünf Prozent. Es gab im vergangenen halben Jahr zahlreiche Wechsel, manchmal wurde sehr lange renoviert, was dann den Anschein erweckte, das Geschäft sei geschlossen. Ich kann aber versprechen, dass sich auch in prominenten Leerständen in Zukunft einiges tun wird.

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