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Gevelsberg: Diese Erzieherin prägte Generationen

Gaby Talarczyk-Beckel, ehemalige Leiterin des Familienzentrums Habichtstraße, mit den Kindergartenkindern vor dem Abschiedsgeschenk. 

Gaby Talarczyk-Beckel, ehemalige Leiterin des Familienzentrums Habichtstraße, mit den Kindergartenkindern vor dem Abschiedsgeschenk. 

Foto: Antonia Jovic / WP

Gevelsberg.  Sie war für Generationen von Kindern die gute Seele im Kindergarten. Gaby Talarczyk-Beckel wechselt nach 40 Jahren in den Ruhestand.

„Frau Talarczyk-Beckel ist die gute Seele des Hauses.“ Eine Aussage, die man häufig vom Team des Familienzentrums Habichtstraße hört, das jetzt gemeinsam ihren Abschied feierte. Nach 40 Jahren Arbeit bei der Stadt Gevelsberg geht Gaby Talarczyk-Beckel in den Ruhestand. Konkrete Pläne für den neuen Lebensabschnitt hat sie keine: „Ich möchte auch endlich mal Langeweile und Zeit für die kleinen Dinge haben.“ Für sich und ihre Familie, sagt die Gevelsbergerin.

Gaby Talarczyk-Beckel kümmerte sich um das Team, organisierte Veranstaltungen und arbeitete mit vielen verschiedenen Menschen zusammen. Sie leitete das sechs Gruppen große Familienzentrum mit 120 Kindern. „Ich bin schon froh in Rente zu gehen, weil die Arbeit sehr anstrengend war“, sagt die 65-Jährige. „Vermissen muss ich das Familienzentrum aber nicht, denn es ist kein wirklicher Abschied.“ Ihre Enkelin, ein Kindergartenkind, besucht die Einrichtung, und die Gevelsbergerin wird weiterhin im Förderverein bleiben. Schon am Montag nach der Abschiedsfeier fuhr sie mit ihren Kolleginnen und den Kindern ins Theater. Tränen flossen bei der Abschiedsfeier trotzdem.

Dem Kollegium wird sie fehlen

„Seit 26 Jahren arbeite ich schon mit ihr zusammen“, sagt Beatrix Scheffler und erzählt, dass sich durch die vielen Jahre der Zusammenarbeit eine Verbundenheit entwickelt hat. „Mit einer Gruppe hat es bei uns begonnen“, sagt Anna Matschuk. Scheffler, Matschuk und Talarczyk-Beckel sind das ursprüngliche Trio. Mit ihnen hat alles angefangen. Zu dritt arbeiten sie anfangs im Kindergarten des Stadtteils Berge. 1999 wechseln sie in die Habichtstraße. Das Kollegium wächst. 2010 dann der Durchbruch: Die Kindertagesstätte wird zu einem Familienzentrum zertifiziert. Ein besonderer Moment, an den sich Gaby Talarczyk-Beckel gerne zurückerinnert. „Ich bin saustolz auf dieses Team und auf den Verdienst der Kolleginnen.“

Nicht nur die Leiterin spricht in hohen Tönen, auch das Team ist dankbar für Gaby Talarczyk-Beckel. „Es war das größte Glück, sie als Chefin und Kollegin zu haben“, sagt Scheffler. Melanie Schnickman, die seit fünf Jahren dabei ist, bezeichnet die 65-Jährige als Mutter des Hauses: „Es ist so vertraut mit ihr, sie ist ein fürsorglicher Mensch.“ Matschuk bezeichnet ihre Chefin als liebevolle Person, mit der man über alles reden kann.

Persönlich begrüßt

„Jeden Morgen kam sie in die einzelnen Gruppen und begrüßte jede Kollegin persönlich, meist mit einer dicken Umarmung“, erzählt sie. „Wenn sie es morgens nicht geschafft hat, dann kam sie nachmittags vorbei.“ Für die Kindergärtnerin wird ein Stück Familie fehlen. Das Kollegium wirkt bedrückt, die Erzieherinnen schwelgen in gemeinsamen Erinnerungen. Aber es liegt auch ein Gefühl von Aufregung in der Luft. Überall wird geflüstert und getuschelt. Die Abschiedsparty wird von dem Team geplant und sie wollen die „Hausmutter“ so richtig überraschen. Sie freuen sich, dass die 65-Jährige ihren Ruhestand genießen und ihren Interessen nachgehen kann.

Eine Nachfolgerin gibt es schon. Die stellvertretende Leiterin Christiane Moll-Staden. „Wir haben das Familienzentrum gemeinsam geleitet. Eigentlich gab es keine Hierarchie zwischen uns“, erklärt Gaby Talarczyk-Beckel. Sie freut sich, dass ihre Position in guten Händen ist. „Es ist schön, wenn man geht und weiß, dass sich die Arbeit gut weiterentwickelt.“ Ein weiterer Grund, warum ihr der Abschied nicht schwerfällt. Zwar geht mit der Rente von der Gevelsbergerin vor allem für ihr Team eine Ära zu Ende, aber ein endgültiger Abschied ist es nicht.

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