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Gevelsberg: Hans-Heinrich Lesker feiert 80. Geburtstag

Hans-Heinrich Lesker in seinem Element: Dieses Bild zeigt ihn (links) und Klaus Furmanek 2013 im Hippendorf. Dort wird immer am Kirmessamstag der Ritter von Hopfen und Malz gefeiert.

Hans-Heinrich Lesker in seinem Element: Dieses Bild zeigt ihn (links) und Klaus Furmanek 2013 im Hippendorf. Dort wird immer am Kirmessamstag der Ritter von Hopfen und Malz gefeiert.

Foto: Hartmut Breyer

Gevelsberg.   Hans-Heinrich Lesker feiert am 25. Mai seinen 80. Geburtstag. Mit 16 packte ihn die Kirmesleidenschaft, seitdem ist er immer mittendrin.

„Seit ich 16 Jahre alt bin, bin ich Kirmes“, sagt Hans-Heinrich Lesker und lacht. Seitdem sind mehr als sechs Jahrzehnte vergangen. Es gibt kaum ein Amt im Kirmesgeschehen, das er in dieser Zeit nicht inne hatte, für das er sich nicht einsetzte. Ohne ihn wäre die Gevelsberger Kirmes sicherlich nicht so geworden, wie sie heute ist. Eine gelungene Mischung aus Rummel und Tradition, die tausende Menschen begeistert. Auch wenn heute noch keine Kirmes ist, Hans-Heinrich Lesker hat trotzdem einen Grund zu feiern. Er wird 80 Jahre alt.

64 Jahre Kirmes

Er ist einer der letzten Bewahrer des Plattdeutschen und seiner Heimat sehr verbunden. Dabei ist er gar kein gebürtiger Gevelsberger und kam 1944 aus Wattenscheid sogar erst nach Ennepetal-Milspe. Später machte er dort auch seine Ausbildung.

Doch schon immer zog es ihn eher nach Gevelsberg. Die Freunde, der Sport, die Kirmes und später seine Arbeit bei der Stadtverwaltung. Hans-Heinrich Lesker ist Gevelsberger durch und durch. Und er ist ein Haufer Junge.

In den 50er Jahren trat er der Kirmesgruppe bei und heuerte auch bei den Aechterbieckschen Landsknechten an. Dort konnte er seiner anderen Leidenschaft nachgehen – der Musik. Er hat viele schöne Erinnerungen an den Fanfarenzug, die vielen Konzerte und Auftritte. Noch heute hört man ihn regelmäßig Banjo spielen, wenn die Tafelrunde ihren neuen Ritter von Hopfen und Malz ernennt.

Besondere Freude haben ihm aber die gemeinsamen Jahre mit Hans-Werner Kulling im Vorstand des Gevelsberger Kirmesvereins bereitet. Kulling war von 1970 bis 1989 1. Vorsitzender, Lesker Geschäftsführer. „Es war eine tolle Zeit, wir haben uns blind verstanden und hatten viel Spaß“, sagt Lesker. Gemeinsam haben sie auch wichtige Entscheidungen auf den Weg gebracht, die die Kirmes noch heute prägen: Vom Tausch des Kirmestermins mit Voerde, über die Verlegung des Festzuges von Kirmesdienstag auf -sonntag und die schrittweise Vergrößerung des Kirmesbereichs bis hin zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Kirmesvereins.

„Er war maßgeblich daran beteiligt, Struktur in den Verein zu bringen“, sagt Horst Erdelt über ihn. Erdelt st ein langjähriger Weggefährte Leskers und hat ihn damals im Vorstand miterlebt. Wie wichtige Satzungen erlassen wurden, er darum gekämpft hatte, dass der Kirmeszug doch noch durch die neu gestaltete Fußgängerzone fahren darf.

Wenn man Hans-Heinrich Lesker fragt, woran er sich gerne erinnert, erzählt er von persönlichen Begegnungen, von der „Freundschaft und Kameradschaft, die er mit Kulling im Vorstand erlebt hatte. „Wir waren ein perfektes Team.“

Hans-Heinrich Lesker redet nicht gerne über die Verdienste in der Vergangenheit. Er ist jemand, der sich nicht gerne verbiegen lässt, aber immer da ist, wenn man ihn braucht. „Ich wollte nie erster Vorsitzender werden“, sagt er. Das sei nicht so sein Ding gewesen, wurde es aber dann doch, notgedrungen, als ein Nachfolger für Kulling gesucht wurde. Bis 1997 übernahm er dieses Amt und zog sich dann aus dem aktiven Kirmesgeschäft zurück, wie er sagt - und blieb trotzdem immer mittendrin im Geschehen. Er wurde Mitglied im Präsidium, in den Kirmesruhestand ging er noch lange nicht.

Im kommenden Jahr feiert er goldenes Jubiläum, dann wird er für fünf Jahrzehnte im Kirmesverein ausgezeichnet. Heute steht aber erst einmal sein 80. Geburtstag an. Hans-Heinrich Lesker ist mit Annegret Göretz verheiratet, er hat drei Kinder und einen Enkel. Was er sich für die Kirmes wünscht? „Dass die Kirmes auch in Zukunft ein Volksfest bleibt, fest in der Bevölkerung verankert, noch lange die Tradition lebendig gehalten wird.“

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