Beisetzung

Gevelsberg: Schalker erweisen verstorbenem Ultra letzte Ehre

Bewegende Momente in Gevelsberg: Hunderte Schalker erwiesen Drüse die letzte Ehre. An seinem Tod hatten die Menschen deutschlandweit Anteil genommen. Er war vor dem Spiel in Wolfsburg gestürzt und verstorben.

Bewegende Momente in Gevelsberg: Hunderte Schalker erwiesen Drüse die letzte Ehre. An seinem Tod hatten die Menschen deutschlandweit Anteil genommen. Er war vor dem Spiel in Wolfsburg gestürzt und verstorben.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de / Jens Pommerenke / AirPictures.de/ WP

Gevelsberg/Schalke.  Der Tod des verstorbenen Schalke-Fan „Drüse“ hat ganz Deutschland bewegt. Hunderte Schalker tragen ihn in Gevelsberg zu Grabe.

Mit einem letzten „Glück auf“ verabschiedeten sich am Freitagmorgen mehr als 500 Schalker von Christoph Uhlenbrock (41). Mit „Drüse“, wie der Gevelsberger in den Fan- und Ultrakreisen hieß, trugen sie einen aus ihrer Mitte auf dem Friedhof in Berge zu Grabe, dessen tragischer Tod kurz vor Weihnachten ganz Fußball-Deutschland erschütterte.

„Drüse“ verpasste kein Spiel von Schalke

Der FC Schalke 04 war das Leben von Christoph Uhlenbrock. Er war Teil der Ultra-Szene, einer der ganz treuen Blau-Weißen, einer der seit Jahrzehnten kein Spiel der Knappen ausließ und die Mannschaft in ganz Europa unterstützte. So war es für den 41-Jährigen vollkommen selbstverständlich, zum Auswärtsspiel seines Clubs beim VfL Wolfsburg am 18. Dezember zu reisen. Doch diesen Anpfiff erlebte er nicht mehr. Auf dem Weg zum Stadion stürzte der bekannte wie ausgesprochen beliebte Gevelsberger und verletzte sich lebensgefährlich.

Während des Spiels drang die traurige Kunde dann in das Stadion vor: Drüse wird nie wieder in der Kurve stehen. Er verstarb noch während des Spiels. Die S04-Ultras stellten die Unterstützung ein, trauerten, die Wolfsburger Fans taten es ihnen gleich.

Trauer-Choreo in der Schalker Nordkurve

Vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg trauerten die Knappen schließlich in Drüses zweitem Zuhause – der Arena auf Schalke. Die gesamte Nordkurve hielt schwarze Pappen in die Luft, ein einsames Bengalo brannte in der Fankurve. Dort und auch auf dem Video-Würfel war das Konterfei von Christoph Uhlenbrock zu sehen, dazu die Worte: „Wir waren mehr als Freunde, wir waren wie Brüder – viele Jahre sangen wir die gleichen Lieder. Ruhe in Frieden Drüse – Ultras für immer.“ Das gesamte Stadion schwieg im Gedenken an den Gevelsberger vier Minuten lang. Die Ultras sagten ihre Teilnahme am Weihnachtsmarkt ab, direkt am Stadion prangt nun ein riesiges Graffito „RIP Drüse“.

Am Freitagvormittag schließlich trugen ihn die Kumpels in seiner Heimatstadt zu Grabe. Das Wetter trist, schmuddelig, kalt und nass. Doch hunderte seiner Schalker Freunde hatten sich extra Urlaub genommen, um dem 41-Jährigen die letzte Ehre zu erweisen. Für viele von ihnen gab es überhaupt gar keinen Platz mehr in der Kapelle des Friedhofs in Berge.

Erinnerung an „Drüse“ lebt weiter

Im Zug zur anschließenden Urnenbeisetzung schimmerten unter den dicken Winterjacken immer wieder blau-weiße Schals hindurch, einige trugen das Trikot des FC Schalke 04, um einem der glühendsten und leidenschaftlichsten Fans des Clubs die letzte Ehre in Vereinsfarben zu erweisen. Mitten im Zug ein Fahnenträger. Von dem im Wind wehenden Stoff lächelt Christoph Uhlenbrock – so wie die Menschen, so wie seine Schalker ihn kannten. So wie sie gern noch mehr Zeit mit ihm verbracht hätten, wäre er nicht auf dem Weg zu seiner großen Leidenschaft gestürzt.

„Ein Spiel ohne Dich? Undenkbar!“

„Ein Spiel ohne Dich? Undenkbar!“ – schreibt die Familie in ihrer Traueranzeige. Doch Christoph Uhlenbrock wurde viel zu früh aus dem Leben gerissen. Die Erinnerung an ihn wird jedoch auf Schalke weiterleben. Glück auf!

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