Müll

Gevelsberg: Müllberge und Ratten an den Containern

Kein schöner Anblick: Anwohner an der Heidestraße schauen direkt auf den Müllberg, der sich regelmäßig bildet.

Kein schöner Anblick: Anwohner an der Heidestraße schauen direkt auf den Müllberg, der sich regelmäßig bildet.

Foto: Privat / WP

Gevelsberg.  Anwohner der Gevelsberger Heideschulstraße ärgern sich maßlos über die Zustände am Containerstandort. Dort sind mittlerweile auch Ratten.

„Dieser Standort ist eine Schande für unsere schöne Stadt Gevelsberg“, sagt Robert Witte. Er wohnt an der Heideschulstraße und blickt aus seiner Wohnung direkt auf die Glas-, Papier und Altkleidercontainer. Doch der Müll sammelt sich nicht nur in den Behältnissen, sondern vor allem davor und daneben. Und genau da liegt das Problem. Nasse verdreckte Kleiderhaufen, durchwühlte Kartons, Säcke, die sich stapeln. „Mittlerweile wurden davon auch Ratten angelockt. Wir müssen hier mit diesen Zuständen leben“, sagt er und spricht nicht nur für sich, sondern für die gesamte Hausgemeinschaft. Und die ärgert sich gewaltig.

Speziell in Gevelsberg ein Problem

Speziell in Gevelsberg gebe es das Problem, dass die Kleidercontainer immer wieder ausgeräumt, und die Sachen davor durchwühlt und verteilt würden, erklärt Heike Heinzkill von der AHE. Das Entsorgungsunternehmen ist unter anderem für die Leerung in den meisten Kreisstädten zuständig. Warum ausgerechnet Gevelsberg davon so betroffen ist? „Darauf haben wir auch keine Antwort“, sagt die AHE-Mitarbeiterin und betont, dass aber darauf reagiert werde. Es würden Schwerpunktkontrollen gefahren, die Standorte regelmäßig einmal pro Woche gesäubert. AHE werde zudem sofort aktiv, wenn vermüllte Standorte gemeldet würden. https://www.wp.de/staedte/ennepetal-gevelsberg-schwelm/diese-wilde-kippe-in-ennepetal-sprengt-alle-dimensionen-id227756237.html

Heike Heinzkill weiß, dass, wenn erst einmal Müll auf dem Boden liegt, schnell etwas dazu käme, die Hemmschwelle nicht mehr so hoch sei, etwas dazu zu stellen. Das gleiche Problem ist, wenn die Container voll sind. Auch dann landen die Kisten und Säcke eben davor, statt im Inneren. Die wenigsten nehmen ihren Müll wieder mit. Das hat auch Robert Witte beobachtet. Woche für Woche. Im Juni hat er ein Video davon gemacht, das zeigt, wie sich dort Ratten tummeln. Reinhold Lorch, Betriebsleiter Technische Betriebe, erklärt, dass daraufhin Rattenköder ausgelegt worden seien. Auch sein Unternehmen kennt die Problematik an den Containerstandorten und würde schnell handeln.

Schnelle Reaktion gefragt

Zwar sei AHE für diese Flächen zuständig, aber dennoch hätten die Technischen Betriebe ebenfalls einen Blick auf diese Standorte. Ein Mitarbeiter sei jeden Tag unterwegs, um auf wilde Müllkippen auf diesen Flächen schnell reagieren zu können. „Mehr können wir fast schon nicht tun“, sagt Lorch.

Doch damit ist das Problem nicht gelöst. Zu schnell wird der Müll achtlos abgestellt, zu großflächig sind die Containerstandorte im Stadtgebiet verteilt. Am vergangenen Freitag ist an der Heidestraße alles abgeräumt und der Kleidercontainer geleert worden. Montag stehen schon wieder Kartons neben den Containern. „Es hört einfach nicht auf“, sagt Robert Witte fast schon resigniert im Gespräch mit unserer Zeitung. Das sei seit einem halben Jahr verstärkt ein Thema. Er habe in dieser Zeit auch häufiger bei den Technischen Betrieben angerufen und auch schon mal gehört, dass man nicht zuständig sei, wenn es um Kleidercontainer gehe. Reinhold Lorch sagt dazu, dass natürlich reagiert werde, wenn sich jemand meldet. „Das haben wird auch nach der Meldung der Ratten getan und den Schädlingsbekämpfer beauftragt.“

Kleiderberge durchwühlt

Mehr als 50 Containerstandorte gibt es in Gevelsberg. Je nach Aufkommen werden die Container bis zur drei Mal die Woche geleert, teilt Heike Heinzkill mit. Da könne auch flexibel reagiert werden. Sie berichtet zudem davon, dass Container aufgebrochen werden, um an die Kleidung zu kommen. Reinhold Lorch weiß, dass die Menschen auch hineinklettern, Kinder reinschicken. „Das ist richtig gefährlich“, sagt er und berichtet von den Sperren an den Klappen.

Robert Witte würde sich wünschen, dass der Standort verlegt wird. Nicht nur wegen der Müllberge und der Ratten, sondern auch wegen des Lärms. Die Container befinden sich direkt unter den Schlafzimmern des Mehrfamilienhauses. In Blickweite sei ein freies Grundstück ohne angrenzende Wohnbebauung. „Das wäre vielleicht eine Lösung.“

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