Kriminalität

Gevelsberg: Nach Schüssen auf Polizisten beginnt Mordprozess

Mit gepanzerten Wagen rücken die Spezialkräfte an und riegeln die Gevelsberger Innenstadt binnen Minuten ab.

Mit gepanzerten Wagen rücken die Spezialkräfte an und riegeln die Gevelsberger Innenstadt binnen Minuten ab.

Foto: Alex Talash

Haftbefehl und Heroin im Auto: Ennepetaler (37) schießt in Gevelsberg auf Polizisten. Mordprozess beginnt vor dem Landgericht Hagen

Gevelsberg. Einer der spektakulärsten Polizeieinsätze in der Geschichte der Stadt Gevelsberg sorgte Anfang Mai vergangenen Jahres für bundesweites Entsetzen und entfachte eine Debatte über Gewalt gegenüber Polizeibeamten. Vitalij K. - heute 37 Jahre alt - hatte während einer Verkehrskontrolle einen Polizisten niedergeschossen, auf seiner Flucht noch weitere Male auf Beamte und Spezialeinsatzkräfte gefeuert. Am Mittwoch beginnt der Prozess vor dem Landgericht in Hagen.

Die Staatsanwaltschaft hat eine ganze Litanei an Straftaten aufgelistet, die sie dem Ennepetaler zur Last legt. Der zentrale Vorwurf, der bei einem möglichen Urteil das Strafmaß bestimmt, lautet: versuchter Mord in drei Fällen. An 16 Verhandlungstagen wird die Kammer versuchen, die Ereignisse in der Tatnacht in Gevelsberg zu ordnen.

Laut Anklageschrift soll K. - zum Tatzeitpunkt per Haftbefehl gesucht - mit 51 Gramm Heroin und einer Walther P99 in eine Verkehrskontrolle geraten sein. Zeigte er sich zunächst kooperativ, schoss er plötzlich und unvermittelt einem Polizisten in den Bauch, der zu seinem Glück eine schusssichere Weste trugt. Ebenso feuerte er auf den anderen Beamten. Seine Flucht im Auto war nach wenigen hundert Metern nach einem Unfall beendet.

In der binnen Minuten abgeriegelten Innenstadt hatte er sich verschanzt, schoss auf SEK-Kräfte, bevor er selbst angeschossen und verhaftet wurde. Seitdem sitzt der Ennepetaler in Untersuchungshaft. Ob und wie lange er noch hinter Schloss und Riegel bleibt, will das Gericht an 16 Verhandlungstagen bis Ende März klären.

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