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Gevelsberg: Wie geht es mit Gevelsberger Kirmes weiter?

Dichtes Gedränge auf der Gevelsberger Kirmes 2019: Ob es 2021 in Gevelsberg wieder so aussehen wird, ist fraglich. Voraussichtlich nach Karneval wird der Kirmesverein eine Einschätzung abgegeben können.

Dichtes Gedränge auf der Gevelsberger Kirmes 2019: Ob es 2021 in Gevelsberg wieder so aussehen wird, ist fraglich. Voraussichtlich nach Karneval wird der Kirmesverein eine Einschätzung abgegeben können.

Foto: Carmen Thomaschewski

Gevelsberg.  Ein Jahr ohne Kirmes in Gevelsberg, aber noch ein zweites? Der Vorsitzende des Kirmesvereins gibt schonmal eine Einschätzung ab.

Der Gevelsberger Kirmesverein blickt mit Hoffnung auf seine nächste Jahreshauptversammlung – auch wenn es bis zum 29. Januar noch eine Weile dauert. Aber nach einem Jahr ohne richtige Kirmes spielt die Zusammenkunft eine umso größere Rolle für das Kirmesgeschehen im kommenden Jahr.

„Wir müssen die Gruppen im Januar darauf vorbereiten, wie es 2021 mit der Kirmes weitergehen könnte“, sagt Markus Loetz, Erster Vorsitzender des Kirmesvereins. Stand jetzt blickt er noch mit Sorge in die Zukunft. „Im Moment sieht es für Kirmes und Kirmeszug nicht so gut aus“, sagt Loetz. „Aber alles, was wir sagen, ist eh immer nur eine Momentaufnahme.“ Wie berichtet stecken die Planungen für 2021 noch in den Kinderschuhen.

Entscheidend wird laut Loetz dabei weniger die Frage sein, was grundlegend erlaubt ist, sondern eher, was auch genehmigt wird. Auch mit Blick auf die Sommerfeste der einzelnen Kirmesgruppen. Aber alles zu seiner Zeit. „Für uns ist erstmal wichtig, dass wir uns überhaupt wieder versammeln können“, sagt der Vorsitzende. „Ich bin ja auch erpicht darauf, den Verein und die Gruppen zusammenzuhalten.“ Gerade deshalb sei die Jahreshauptversammlung so wichtig. „Ein Jahr ohne Kirmes können wir verknusen, aber ein zweites Jahr? Ich weiß es nicht“, bringt Markus Loetz seine Zweifel zum Ausdruck.

Kein Ersatz für Gevelsberger Kirmes

Seine Sorge: Manch einer könnte in diesem Jahr feststellt haben, dass es ohne den Kirmesstress mit seinen vielen Terminen doch angenehmer ist. Verein und Gruppen könnten Unterstützer verlieren. Umso wichtiger wird sein, wie es weitergeht. Offen bleibt, ob und falls ja wie eine Gevelsberger Kirmes 2021 stattfindet. Der Kirmesverein kündigt sie auf seiner Internetseite schon an.

Vom 25. bis 29. Juni soll sie stattfinden. Dass das Sommerfeeling der Schausteller am Ennepebogen vor ein paar Wochen kein Vorbild für die Gevelsberger Kirmes ist, hat der Kirmesverein bereits klar gemacht. „Wir haben uns das Sommerfeeling als Besucher angeguckt“, erklärt Loetz. „Von der Art her wie Andreas Alexius das gemacht hat, war das super.“

Es sei aber kein Ersatz für die Gevelsberger Kirmes. „Eventuell kann man so am Ennepebogen ja einen Weihnachtsmarkt machen oder so etwas wie eine Osterkirmes“, überlegt der Kirmes-Chef. Wie der Kirmesverein schon mitgeteilt hatte, war das Sommerfeeling auf jeden Fall ein kleiner Einblick, wie und was man tun muss, damit 2021 wieder ein wenig Leben in die Stadt kommt. Auch ein Sommerfest der Kirmesgruppen könne unter diesem Vorbild wieder besucht werden.

Die Gevelsberger Kirmes ist aber etwas anderes. „Wie sieht das für die Vereine mit ihren Bierständen aus, wenn die einen Spuckschutz und eine Spülmaschine brauchen, die mit 60 Grad spült?“, nennt Loetz ein Beispiel. „Unter Auflagen wird der Betrieb für die Vereine wohl nicht möglich sein.“

Besucherzahlen wichtiger Faktor

Zugangskontrollen habe der Kirmesverein sogar schon vor dem Coronajahr einmal angeregt. „Das wurde geprüft, ist aber wegen der Größe der Kirmes nicht möglich“, sagt Loetz. 20.000 bis 30.000 Menschen würden die Veranstaltung täglich besuchen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die Kirmes mit einem solchen Konzept machen“, mutmaßt er. „Entweder machen wir sie so, wie wir sie kennen, oder gar nicht.“ Jetzt ist ohnehin Abwarten das Gebot der Stunde.

Der nächste anstehende Termin des Kirmesvereins ist wie berichtet die Fahrt in die Brauerei nach Dortmund zur Kirmeskrugübergabe. Der darauf folgende Termin ist schon die Jahreshauptversammlung.

„Wir glauben, dass wir spätestens nach Karneval wissen, was möglich ist und welchen Aufwand wir betreiben müssen, damit in 2021 ein wenig Normalität einkehren wird“, hatte Carsten Neef, Geschäftsführer des Kirmesvereins, schon vor ein paar Tagen gegenüber dieser Zeitung gesagt. Der Verein stehe in regem Kontakt mit der Stadt Gevelsberg. Markus Loetz möchte den Kopf auf jeden Fall nicht in den Sand stecken: „Ich bin guter Dinge, dass wir ab Januar wieder Kirmesfeeling hinkriegen.“

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