Premiere

Gevelsberger Endzeitfilm im Schwelmer Kino

Franz Wüstenberg beim Filmdreh. Er ist Drehbuchautor, Regisseur und Produktionsleiter in einem. 

Foto: Privat

Franz Wüstenberg beim Filmdreh. Er ist Drehbuchautor, Regisseur und Produktionsleiter in einem.  Foto: Privat

Schwelm/Gevelsberg.   Franz Wüstenberg stellt „The Merchant“ vor. Schauspieler und Komparsen wollen in Kostümen kommen.

Eine Kinopremiere der besonderen Art steht am Sonntag, 15. Oktober, ab 20 Uhr im Kino-Center Schwelm an. Der Gevelsberger Franz Wüstenberg wird sein Erstlingswerk „The Merchant“ vorstellen. Bei dem Kurzfilm ist er Drehbuchautor, Regisseur und Produktionsleiter in einem.

Sechs Tage Drehzeit

Im Juli 2014 hatte er mit etwa 70 Beteiligten Filmschaffenden auf dem mittlerweile größtenteils abgerissenen Glasmacher-Gelände in Düsseldorf einen Endzeitfilm gedreht (wir berichteten). „Aus dem Zug heraus hatte ich die Fläche gesehen und mir gedacht, hier muss ich was machen“. Eigentlich war der Film als Seminarabschlussarbeit im Rahmen seines Film- und Medienstudiums gedacht. Er sollte einige wenige Minuten umfassen, als praktische Übung dienen. Herausgekommen ist ein Kinofilm.

Franz Wüstenberg erklärt: „Sechs Tage Drehzeit und ein mördermäßiger Aufwand, viele Schwierigkeiten und Hindernisse haben die Drehzeit sehr herausfordernd gemacht.“ Aber auch außergewöhnlich, wie Wüstenberg am Sonntag den Kinogästen beweisen will.

30 Minuten ist der Film nun lang, gedreht mit einer Ausrüstung im Wert von fast einer halbe Million Euro. Neben Freunden und Studienkollegen konnte der Gevelsberger außerdem drei Profischauspieler verpflichten: Lars Dickel, Sophia Müller-Bienek und Marcel André Heizmann.

Beitrag für Kinofestivals

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Dorf in einer Welt, die nicht mehr so ist, wie sie einmal war. Kleine Gruppen mit sektenartigem Glauben haben sich zusammengetan. Eine glaubt, dass die Zeit stehen geblieben ist und man nichts verändern darf. Doch eines Tages trifft auf einem alten Fabrikgelände ein fahrender Händler auf diese Menschen und verändert alles.

Nach knapp drei Jahren Produktionszeit ist der Film nun endlich fertig. „Ich hätte nicht gedacht, dass danach noch so viel Arbeit auf uns zukommt. Nach dem Dreh haben wir nicht nur geschnitten, die Farben korrigiert, Musik komponiert, wir haben auch die kompletten 30 Minuten Dialoge neu im Studio vertont“, sagt Franz Wüstenberg und freut sich, Ekkehardt Belle als Sprecher dabei zu haben. Kinofans kennen ihn aus Harry-Potter-Filmen (der sprechende Hut) und als Synchronstimme von Steven Seagull.

Und da „nebenher“ sein Studium weiter ging, er als Musiker mit der Band „The O’Reillys and the Paddyhats“ immer häufiger auf der Bühne steht, Veranstalter ist und mittlerweile in einer Werbeagentur arbeitet, hätte alles etwas länger gedauert.

Doch bevor er den Kurzfilm zu Kinofestivals schickt, will er „The Merchant“ einmal zeigen. Mehr als 30 der Komparsen haben sich zur Premiere angekündigt, „die meisten wollen in ihren Kostümen kommen“, freut sich Wüstenberg, der am Sonntagabend außerdem noch ein 20-minütiges „Making of“ zeigt. Wüstenberg ist gespannt, wie der Film beim Publikum ankommt, auch die Schauspieler haben ihn übrigens noch nicht gesehen.

Ab heute auf Tour

Ob er noch einmal so einen Film drehen wird, da ist sich der Gevelsberger nicht sicher. Er wollte in alles im einmal reinschnuppern, im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit schreibt er einen Roman. „Dann habe ich tatsächlich einmal alles durch“, sagt er und lacht. Am meisten Spaß mache ihm aber die Musik. Um so mehr freut er sich, dass er ab heute mit seiner Band wieder auf Tour ist. Höhepunkt ist der Auftritt als Vorband für „In Extremo“ (20. Dezember Osnabrück), außerdem spielen sie einige Support-Shows für Kärbholz. Insgesamt stehen in diesem Jahr noch 19 Konzerte an - nicht zu vergessen das „O’Reillys“-Festival am Samstag, 18. November, in der Gevelsberger Sportalm. Die Tickets dafür sind bereits ausverkauft.

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