Freiwillige Feuerwehr

Gevelsberger Feuerwehr wirbt um neue Mitglieder

Beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Löschzug 2 konnten Besucher hinter die Kulissen schauen.

Beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Löschzug 2 konnten Besucher hinter die Kulissen schauen.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de / WP

Gevelsberg.  Feuerwehr bedeutet mehr als nur Feuer löschen. Beim Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Gevelsberg blicken die Besucher hinter die Kulissen

Feuerwehr sei eigentlich die falsche Bezeichnung. „Mädchen für alles passt besser“, sagt Sven Böhle. Wofür sich die ehrenamtlichen Kräfte des Löschzuges II einsetzen und was ihre Aufgaben sind, das präsentierten sie beim dreitägigen Sommerfest am Feuerwehrgerätehaus an der Berchemallee.

Zu etwa 60/70 Einsätze wurde der Löschzug im vergangenen Jahr gerufen. „Feuer löschen war am wenigsten dabei“, weiß der Löschzugführer Sven Böhle. Technische Hilfeleistungen, Ölspuren, Einsätze bei Verkehrsunfällen: Die Bandbreite, die geleistet wird, sei groß. „Die meisten sehen aber nur rote Fahrzeug mit geschlossenen Rollos auf den Straßen. Und im Einsatz geöffnete Rollos und wild rumlaufende Menschen.“ Die Aktion „Feuerwehr zum Anfassen“ soll dabei helfen, Transparenz zu schaffen, zu zeigen, was alles zur Feuerwehr gehört, wie sehr jeder Handgriff sitzt und aufeinander abgestimmt ist. Auch wenn die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Papier nur Ehrenamtliche sind, sie leisten das, was auch Hauptamtliche leisten. Und das in ihrer Freizeit.

Sven Böhle ist mit zwölf Jahren der Feuerwehr beigetreten und hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Er leitet den Löschzug II der Freiwilligen Feuerwehr und ist auch Oberbrandinspektor bei der hauptamtlichen Wehr. Seine Frau ist in der Feuerwehr aktiv, sein Sohn bei den Bambinis. „Feuerwehr spielt eine sehr große Rolle“, weiß Böhle. Nicht nur in vielen Familien der Stadt oder in Krisensituationen, dann, wenn Hilfe benötigt wird, sondern vor allem auch im gesellschaftlichen Leben. Dass Feuerwehr auch bei den Gevelsbergern einen großen Stellenwert haben, wurde auch an allen drei Tagen am Wochenende deutlich. „Die Resonanz war riesig, wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung.“

Früher gab es immer Action-Shows, seit dem vergangenen Jahr gehe es mehr darum, anschaulich zu sein, den Menschen die Möglichkeit geben, hinter die Kulissen zu schauen. Einen Scherenspreitzer in der Hand zu halten, sei etwas anderes, als das Gerät nur zu sehen, mit dem Menschen aus dem Auto gerettet werden, weiß Sven Böhle. An diesem Wochenende stand im Mittelpunkt, wie Hebekissen im Einsatz funktionieren. Bürger konnten sich die Feuerwehrfahrzeuge anschauen, sich den Inhalt erklären lassen, Fragen stellen. Am Sonntag präsentierten sich die Bambinis und die Jugendfeuerwehr.

Die Idee zu einem Tag der offenen Tür ist in den 80er Jahren in Berge geboren. Im Juli 1993 war das neue, gemeinsame Feuerwehrgerätehaus an der Berchemallee Schauplatz. Bis dahin hatten die Vogelsanger und Berger Wehrleute eine eigene Feuerwache. 58 Kameraden hat Sven Böhle in seinen Reihen. Auf die Frage, ob diese Zahl für seinen Löschzug ausreichend ist, antwortet Böhle : „Es kann nie genug sein.“ Es sei immer schwieriger Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. Auch deshalb seien solche Aktionen wie am vergangenen Wochenende wichtig. „Um so schöner, wenn so viele Menschen kommen.“ Die nächste große Aktion steht auch schon bevor: Die Gevelsberger Kirmes.

Fünf Tage Brandschutz und 24-Stunden am Tag Einsatzbereitschaft, damit die Gevelsberger unbeschwert feiern können.

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