Prozess

Gevelsberger Kleinunternehmer muss für 15 Monate in Haft

Justitia hat Recht zu sprechen. Diesmal im Fall des 39 Jahre alten Gevelsberger, der eine Auftraggeberin um ihr Geld brachte und dem Gericht dafür eine unglaubwürdige Erklärung liefert

Justitia hat Recht zu sprechen. Diesmal im Fall des 39 Jahre alten Gevelsberger, der eine Auftraggeberin um ihr Geld brachte und dem Gericht dafür eine unglaubwürdige Erklärung liefert

Foto: Volker Hartmann / dpa

Gevelsberg.  Eine Frau hat im Internet ein Bett erstanden und braucht einen Lieferanten. Dass sie den Gevelsberger beauftragt, erweist sich als großer Fehler.

Auf diesen „Lieferanten“ war kein Verlass: Er fuhr mit einem Ford Transit ohne Führerschein herum und prellte eine Velberterin um ihr bestelltes Bett und ihr Geld. Vor dem Schwelmer Amtsgericht erhielt der Wiederholungstäter die Quittung: sieben Monate Haft zuzüglich seiner bestehenden Bewährungen.

Eine Frau aus Velbert hatte im Internet ein Bett erstanden. Das gute Stück befand sich in Bochum. Der Angeklagte, ein 39-jähriger Gevelsberger, bot sich als Lieferant an. Er machte sich erst einmal auf nach Velbert, um von der Geschädigten die veranschlagten 280 Euro für das Bett abzukassieren. Die Frau bezahlte ihm das Geld an der Haustür.

Mit dem Versprechen, nun das Bett für sie in Bochum abzuholen, machte sich der Mann auf den Weg und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Die Velberterin war ihr Geld los und das Bett bekam sie auch nicht.

Märchenerzähler

Auf die Frage des Gerichts, was da passiert sei, versuchte sich der 39-Jährige als Märchenerzähler und wählte eine Story aus der Schublade „Großes Drama“: „Also, das war so: Ich konnte das Geld nicht zurückerstatten! Ich hatte einen schlimmen Unfall!“ Ob er denn nicht die Dame davon kurz verständigen konnte, fragte der Richter weiter. „Doch, doch“, meinte der Angeklagte eifrig, „Das wollte ich schon tun. Ich habe sogar Fotos gemacht vom Unfall.“ Und wo seien die Fotos und die Nachricht? „Ja, stellen Sie sich vor: Mir wurde dann auch noch das Handy geklaut, bevor ich ihr schreiben konnte. Und da waren ja auch die Daten der Adresse in Bochum drauf.“

In der Verhandlung kam peu à peu heraus: Der Angeklagte hatte eine andere Verwendung für die 280 Euro gefunden. „Ja, gut, ich habe davon den Unfallschaden bezahlt. Aber ich wollte das Geld von meinem Taschengeld ersetzen. Ehrenwort.“ Bloß, die Velberterin erhielt nie ihr Geld ersetzt.

Betrug und Unterschlagung

Ein Blick ins „Sündenregister“ des Gevelsbergers zeigte einen bunten Strauß an Verurteilungen wegen Betruges und Unterschlagung. Er stand unter laufender Bewährung. In 2016 und 2017 hatte der Betreiber des dubiosen Lieferdienstes zweimal vier Monate mit Bewährung erhalten, weil er Geld unterschlagen hatte. Jetzt jammerte er lauthals und bettelte um eine letzte Chance für sich und sein kleines Unternehmen.

„Die Bewährung war ihre letzte Chance“, machte ihm der Richter klar und verurteilte ihn zu weiteren sieben Monaten. „Und diese Strafe kommt noch oben drauf.“ Insgesamt hat der Mann nun 15 Monate Haft vor der Brust. Blieb noch das Fahren ohne Führerschein. Auch hier wollte der Mann dem Gericht weismachen: „Ich wusste gar nicht, dass ich keinen gültigen Führerschein hatte.“ Das Gericht entzog ihm zusätzlich die Fahrerlaubnis

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