Altstadtbrand

Gevelsberger leistet Millimeterarbeit mit dem Abrissbagger

Marco Neveling steuert den schweren Abrissbagger und trägt damit Stück für Stück das Brandhaus bis zur Bodenplatte ab.

Marco Neveling steuert den schweren Abrissbagger und trägt damit Stück für Stück das Brandhaus bis zur Bodenplatte ab.

Foto: Stefan Scherer / Stefan Scherer / WP

Schwelm.  Er vollbringt mit seinem riesigen Bagger eine fast chirurgische Leistung. Marco Neveling reißt das zerstörte Haus in der engen Altstadt ab.

Auf den ersten Blick sieht Marco Neveling recht entspannt aus, wie er den schweren Abrissbagger steuert. Der rollt mit dem Kettenantrieb über die Reste des Hauses Kölner Straße 24 und seine Klappschaufel befördert Stück für Stück Mauerwerk, Lehmdecken, Möbelreste, verkohlte Erinnerungsstücke und ganz viel Schutt und Asche auf den Kipplader. Doch entspannt ist Neveling nicht wirklich. Hochkonzentriert trifft es eher.

Seine Aufgabe ist es, mit dem riesigen Bagger eine fast chirurgische Leistung zu vollbringen. Er reißt das zerstörte Haus Kölner Straße 24 ab. Obwohl nur Neveling die Schaufel in dem kleinen Abschnitt steuert, hat er viel Hilfe. Ein Mitarbeiter schaut genau, was er wo wegnimmt, und dass er umliegende Häuser nicht beschädigt. „Außerdem haben wir ihm ein Funkgerät gegeben“, sagt der Schwelmer Feuerwehrchef Matthias Jansen. „Diese Kommunikation war extrem wichtig. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr läuft hervorragend“, sagt der Tiefbauer, mit Firmensitz in Gevelsberg.

Nur minimale Beschädigungen

In Absprache mit der Feuerwehr reißt er nur die oberirdische Bebauung ab. „Bevor wir entscheiden, was mit dem Keller passiert, muss sich ein Statiker das Gewölbe anschauen“, sagt Matthias Jansen. In diesem soll sich ein Film- und Fotoarchiv befinden, dass Jahrzehnte der Schwelmer Stadtgeschichte dokumentiert. „Wir wissen nicht, wie es im Keller aussieht, außerdem ist Marco Neveling mit dem schweren Bagger über die Bodenplatte gefahren. Es ist aus meiner Sicht derzeit zu gefährlich, das Kellergewölbe zu betreten“, sagt Jansen.

Ob Marco Neveling auch noch dem zweiten Brandhaus chirurgisch exakt zu Leibe rücken muss, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden. Bislang ist der Schaden an den Nachbargebäuden extrem gering: „Ein Fallrohr und eine Schieferschindel sind an der Gaststätte Müöllendiek beschädigt“, lautet die Bilanz des Feuerwehrchefs.

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