Ex-Landrat

Gevelsberger Visionär Volker Stein feiert 75. Geburtstag

Volker Stein, ehemaliger Landrat – hier bei seinem 70. Geburtstag – ist seit Dienstag 75 Jahre alt.

Foto: Ennepe-Ruhr-Kreis

Volker Stein, ehemaliger Landrat – hier bei seinem 70. Geburtstag – ist seit Dienstag 75 Jahre alt. Foto: Ennepe-Ruhr-Kreis

Gevelsberg.   Das heutige Erscheinungsbild der Gevelsberger Innenstadt und auch das Stadtlogo mit der Windharfe gehen auf den letzten Stadtdirektor zurück.

Keine Frage: Kaum jemand hat die Stadt Gevelsberg so geprägt wie Volker Stein. Mit seinen visionären Ideen, die der letzte Gevelsberger Stadtdirektor und spätere Landrat auch taktisch pfiffig gegen erhebliche Widerstände durchsetzte, hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass die Gevelsberger Innenstadt Vorbildcharakter genießt. Am Dienstag feierte Volker Stein seinen 75. Geburtstag.

Volker Stein, dem seine Parkinson-Krankheit, mit der er immer sehr offen umgegangen ist, seit vielen Jahren zusetzt, trat im Jahr 2002 auf eigenen Wunsch im Alter von 59 Jahren von der politischen Bühne ab. Zuletzt war er Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises und hatte sich über alle Parteigrenzen hinweg großen Respekt sowie eine hohe Wertschätzung verdient.

Volker Steins Wirken für Gevelsberg und den gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis begann im Jahr 1981. Nach dem Abitur in Dortmund und dem Studium der Rechtswissenschaften in Münster sowie Bochum war der gebürtige Leipziger bis dahin in verschiedensten Bereichen der Bezirksregierung Arnsberg tätig. Am 1. Mai 1981 wählte ihn der Gevelsberger Stadtrat zum Stadtdirektor. Mit Bürgermeister Helmut vom Schemm bildete er die letzte Doppelspitze in der Geschichte der Stadt Gevelsberg, bevor das Bürgermeisteramt hauptamtlich wurde und Dr. Klaus Solmecke zum Stadtoberhaupt gewählt wurde.

Pfiffiger politischer Taktiker

Zuvor wurde Volker Stein zum Vater des innerstädtischen Verkehrskonzepts, wie es die Gevelsberger heute kennen: die Südumgehung über die Straße am Kotten, der Ausbau der Heidestraße, der Bau des Engelberttunnels. Um diese groß angelegten Maßnahmen überhaupt auf den Weg zu bringen, erwies sich Stein als gewiefter Taktiker. Denn nach der Kommunalwahl 1989 hatte seine SPD ihre absolute Mehrheit im Stadtrat verloren, die Opposition, die sich deutlich gegen die Ideen stellte, redete plötzlich ein gewichtiges Wort mit. Der Stadtdirektor bediente sich des für die damalige Zeit revolutionären Mittels der Bürgerbeteiligung. Deren Ergebnisse wurden der Politik präsentiert, so der Grundstein für die Verkehrsführung, die erst 20 Jahre später Realität wurde, gelegt.

Noch heute ist zudem eine Idee von Volker Stein auf jedem offiziellen Briefkopf verewigt. Denn als Vasyl Seniw mit der Idee auf die Stadt zukam, die Windharfe dort zu installieren, wo Mittelstraße und Wasserstraße aufeinandertreffen, war es Volker Stein, der sie stilisiert zum Markenzeichen der Stadt machte.

Schon früh in Netzwerken gedacht

Am 19. März 1996 wurde Volker Stein durch den Kreistag zum ersten hauptamtlichen Landrat des EN-Kreises gewählt und vereinte die Aufgaben des ehrenamtlichen Landrats und des hauptamtlichen Oberkreisdirektors. Auch hier war er seiner Zeit voraus, dachte bereits in Netzwerken: Die Gründung der EN-Agentur, die Einrichtung der Koordinierungsstelle für Beschäftigung und Qualifizierung oder eine ÖPNV-Optimierung sind nur einige Beispiele, bevor er am 30. Juni 2002 aus dem Amt ausschied.

„Die inspirierenden und innovativen Ideen, die Zielstrebigkeit und der unermüdliche Einsatz von Volker Stein haben unsere Stadt maßgeblich geprägt“, sagt Bürgermeister Claus Jacobi, der Volker Stein am Dienstag in Silschede persönlich zu seinem runden Geburtstag gratulierte.

INFOBOX

Auch die Gründung der Städtischen Musikschule ist Volker Stein zu verdanken.

Als Verbandsdirektor der Volkshochschule hat er die VHS neu ausgerichtet mit den Schwerpunkten auf berufliche Qualifikation und Weiterbildung.

Volker Stein wohnt mit seiner Frau Ortrud weiter in Gevelsberg.

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