Blutspende

Gevelsberger Werner Engelhardt spendet 175 Mal Blut

Werner Engelhardt ging etwa 1972 das erste mal zur Blutspende.

Werner Engelhardt ging etwa 1972 das erste mal zur Blutspende.

Foto: Carmen Thomaschewski

Gevelsberg.   Blutspendedienst in Gevelsberg bietet in diesem Quartal wieder drei Termine an. Erstspender sind besonders gerne gesehen

Die regelmäßigen Spender seien es, die für Verlässlichkeit beim Blutspendedienst in Gevelsberg sorgen, sagt Friedhelm Erlenhofer. Sie halten den Blutfluss regelrecht am Laufen. Der aktuelle „Rekordspender“ der Stadt knackte beim letzten Termin im Jahr 2018 die 175-Marke. Der Mann hinter der Zahl ist Werner Engelhardt. „Das ist kein besonderer Verdienst“, wiegelt der 70-Jährige ab. Er habe Glück gehabt, dass er immer gesund war und überhaupt spenden konnte. Wichtiger sei es für ihn, neue Leute dafür zu begeistern.

Zwölf Termine pro Jahr in Gevelsberg

Friedhelm Erlenhofer ist optimistisch gestimmt, dass das gelingen kann. Denn gerade auf die Nachwuchsspender komme es an, um den Bedarf an Blut auch in Zukunft sicher zu stellen. Im vergangenen Jahr habe es bei jedem der zwölf Termine Neuspender gegeben, insgesamt waren es 55. „Das ist eine tolle Entwicklung“, sagt der Leiter des Gevelsberger Blutspendedienstes, und hofft, dass diese auch 2019 weiter geht. Er blickt gespannt auf die kommende Woche, dann steht der erste von drei Terminen in der Stadt in diesem Jahr an (siehe Infokiste).

Zu spät ist es für einen Erstspender erst, wenn er seinen 69. Geburtstag gefeiert hat, also etwa so alt wie Werner Engelhardt ist. „Meine Blutspendekarriere neigt sich dem Ende zu“, sagt Engelhardt und lacht. Er will aber so lange weiter machen, wie es geht. Er findet es gut, etwas tun zu können, um anderen zu helfen. „Und dafür muss ich mir nur alle drei Monate eine Stunde Zeit nehmen und natürlich gesund sein.“ Länger würde es nicht dauern, sich anzapfen zu lassen. Wenn man danach sich noch mit den anderen Spendern verplaudert, dann sei das eine andere Sache.

Wann Werner Engelhardt das erste Mal beim Blutspenden war, das weiß er nicht mehr ganz genau. Zuhause hat er einen dicken Stapel alter gelber Blutspendeheftchen aufbewahrt, die voller Stempel sind. Der älteste, den er gefunden hat, ist von 1982 und darauf ist eingetragen, dass er bereits 30 Mal zuvor bei der Blutspende war. Also müsse das zehn Jahre früher gewesen sein, rechnet er vor. Damals durfte man nur drei Mal im Jahr zur Blutspende. Heute ist alles auf einer Chipkarte festgehalten.

Wie er zur Blutspende kam, das weiß er dafür noch ganz genau. Das war damals bei Peddinghaus, sagt er. Man konnte während der Arbeitszeit hin, er müsse etwa 24 Jahre alt gewesen sein und sein Freund Kurt hätte ihn mitgenommen. Als sie so in der Schlange standen und warteten, wurden die ersten Blutkonserven in den Wagen gebracht. „Kurt hat weiche Knie bekommen, als er das sah, und verschwand.“ Werner Engelhardt ist stehen und seitdem dabei geblieben.

Vier Mal im Jahr sucht er sich einen Termin, der ihm passt. „Es gibt ja genug Möglichkeiten im Umkreis.“ Wer will, könne auch nach Hagen, zur Blutspendedienst-Zentrale, direkt fahren. Dort seien sie mit Fernsehern und bequemen Liegesesseln ausgestattet. Wie sehr sich die Zeiten verändert haben, ist nicht nur an der Ausstattung, sondern an den gesammelten Werken Engelhardts zu sehen. Er sei halt ein Jäger und Sammler, sagt er und kramt eine alte Postkarte hervor. Darauf ist mit Schreibmaschine eine Einladung zur Blutspendeehrung geschrieben, unterzeichnet von Ruth Hasenberg. Auch jetzt hat er eine Einladung zur nächsten Ehrungsveranstaltung erhalten, dieses Mal von Friedhelm Erlenhofer, dem aktuellen Leiter des Gevelsberger Blutspendedienstes.

Stephan David Küpper, Pressesprecher des Blutspendedienstes West in Hagen, weiß, dass Menschen wie Engelhardt immer seltener werden. „Wir haben immer weniger dieser Superspender“, sagt er. „Sie gehören zur aussterbenden Spezies. Das macht uns traurig und auch Sorgen.“ Der Mann vom Blutspendedienst macht deutlich, dass jeder Spender auf sich stolz sein könne und wichtig sei, ob für das erste Mal oder das 100. Für Werner Engelhardt ist übrigens mit 75 Jahren Schluss. „Das ist die Grenze“, sagt Küpper.

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