Kunst

Graffiti erzählt Geschichte junger Ennepetaler

18 junge Ennepetaler im Alter von 12 bis 25 Jahren aus verschiedenen Herkunftsländern haben in enger Zusammenarbeit mit dem Kunstpädagogen Martin Domagala aus Essen im Rahmen des Verbundprojektes „Combo - Jugend stärken im Quartier“ unter Leitung von Bianca Euteneuer und Judith Gontermann vom Fachbereich Jugend, Soziales, Kultur und Sport Selbstportraits in Eigenkreation in Form von Graffiti auf eine Leinwand gesprüht: „So sehe ich aus und so bin ich.“ Organisiert und begleitet wurde das Projekt durch Jaqueline Göcke und Tim Rutetzki, zuständige Mitarbeiter der AWO EN Süd, für den Standort Ennepetal. Das Mikroprojekt „Streetart“ wurde in den letzten drei Wochen der Sommerferien für geflüchtete junge Menschen und Jugendliche mit Migrationshintergrund durchgeführt. Zusammen wurde erarbeitet, wie sie nach Ennepetal gelangten und was sie mit der Stadt verbindet, was ihnen an Ennepetal gefällt und welche Zukunftswünsche sie haben. Unter dem Motto „Ich zeige dir mein Gesicht und verrate dir, wer ich bin“ wurden so mit kulturellem Hintergrund künstlerische Fähigkeiten junger Ennepetaler geweckt. Mit den Selbstportraits zeigten die Jugendlichen am Samstag, 11. November 2017, in einer Ausstellung im Mehrgenerationenhaus, wer sie sind und woher sie kommen. Foto: Angelika Trapp, honorarpflichtig

Foto: Angelika Trapp

18 junge Ennepetaler im Alter von 12 bis 25 Jahren aus verschiedenen Herkunftsländern haben in enger Zusammenarbeit mit dem Kunstpädagogen Martin Domagala aus Essen im Rahmen des Verbundprojektes „Combo - Jugend stärken im Quartier“ unter Leitung von Bianca Euteneuer und Judith Gontermann vom Fachbereich Jugend, Soziales, Kultur und Sport Selbstportraits in Eigenkreation in Form von Graffiti auf eine Leinwand gesprüht: „So sehe ich aus und so bin ich.“ Organisiert und begleitet wurde das Projekt durch Jaqueline Göcke und Tim Rutetzki, zuständige Mitarbeiter der AWO EN Süd, für den Standort Ennepetal. Das Mikroprojekt „Streetart“ wurde in den letzten drei Wochen der Sommerferien für geflüchtete junge Menschen und Jugendliche mit Migrationshintergrund durchgeführt. Zusammen wurde erarbeitet, wie sie nach Ennepetal gelangten und was sie mit der Stadt verbindet, was ihnen an Ennepetal gefällt und welche Zukunftswünsche sie haben. Unter dem Motto „Ich zeige dir mein Gesicht und verrate dir, wer ich bin“ wurden so mit kulturellem Hintergrund künstlerische Fähigkeiten junger Ennepetaler geweckt. Mit den Selbstportraits zeigten die Jugendlichen am Samstag, 11. November 2017, in einer Ausstellung im Mehrgenerationenhaus, wer sie sind und woher sie kommen. Foto: Angelika Trapp, honorarpflichtig Foto: Angelika Trapp

Ennepetal.   18 junge Menschen mit Migrationshintergrund erzählen durch das Kunstprojekt „Streetart“ ihre Geschichte und zeigen, was sie an Ennepetal mögen.

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„So sehe ich aus und so bin ich“: 18 junge Ennepetaler im Alter von zwölf bis 25 Jahren aus verschiedenen Herkunftsländern haben ihre Selbstporträts in Form von Graffiti auf eine Leinwand gesprüht. Am Samstag präsentierten die Künstler ihre Werke im Mehrgenerationenhaus.

Das Mikroprojekt „Streetart“ fand im Rahmen des Verbundprojektes „Combo – Jugend stärken im Quartier“ statt und wurde in der zweiten Sommerferienhälfte für geflüchtete junge Menschen und Jugendliche mit Migrationshintergrund durchgeführt.

Der Weg nach Ennepetal

Zusammen mit dem Kunstpädagogen Martin Domagala aus Essen erarbeiteten die Teilnehmer, wie sie nach Ennepetal gelangten und was sie mit der Stadt verbindet, was ihnen hier gefällt und welche Zukunftswünsche sie haben.

Unter dem Motto „Ich zeige dir mein Gesicht und verrate dir, wer ich bin“ wurden so mit kulturellem Hintergrund künstlerische Fähigkeiten geweckt.

Kunstvoll und aussagekräftig

Hinter jedem Gesicht steckt eine spannende Biografie. So war – jeweils ohne Namensnennung – von einem 16-jährigen Syrer, der seit 2015 in Deutschland lebt, zu lesen: „Ennepetal soll aufwachen!“ Aber auch: „In Ennepetal habe ich die Möglichkeit, viel zu lernen.“

„In Ennepetal kann ich mich wohlfühlen“, schreibt ein 21-jähriger Afghane unter sein Portrait. Ein 13-Jähriger aus Deutschland meint: „Ennepetal braucht mehr Fahrradwege. Aber gut finde ich, dass die Stadt ihre Versprechen hält. Vor einiger Zeit war auf unserem Schulhof was kaputt und es wurde sofort wieder heile gemacht, wie versprochen.“

Der Jüngste war elf Jahre alt

Der Jüngste, ein elf Jahre alter Afghane, hielt fest: „Ich finde es gut, dass es hier so viele Projekte gibt.“ Hobbys: „Fußballspielen und schlafen.“

Berufswunsch: „Arzt – und deshalb möchte ich jetzt schon Latein lernen.“ Weitere Aussagen: „Danke Ennepetal! Danke für die große Hilfe, die ich bekommen habe.“ - „Ennepetal ist klein und ruhig. Man hat immer seine Ruhe.“ - „Mein Traum: Fußballspielen beim TuS Ennepetal“.

Fachbereichsleiter ist beeindruckt

Fachbereichsleiter Hans-Georg Heller zeigte sich beeindruckt von der künstlerischen Gestaltung und den Aussagen. „Das Ganze könnte gut ständig hängenbleiben, denn genau hier ins Mehrgenerationenhaus passt das hervorragend hin.“

Auch Giuseppe Bianco, Mitglied der SPD-Ratsfraktion und des Integrationsrats, sagte: „Diese Kunst kann sich sehen lassen.“

Kunst und Kultur verbindet Menschen

Bürgermeisterin Imke Heymann meinte in ihrer Begrüßung: „Was verbindet Menschen auf der ganzen Welt? Die Kunst. Die Kultur. Die Kunst, ob Malen, Musik oder Tanz, bietet die einzigartige Möglichkeit, sich in einer weltumspannenden Sprache auszudrücken und die eigene Geschichte zu erzählen.“

Flüchtlingskinder könne sie helfen, ihre „doppelte Sprachlosigkeit“ zu überwinden. Genau hier setze das Projekt „Streetart“ an. Den jungen Menschen, die neu in Ennepetal sind, solle ein Gesicht gegeben und ihr Selbstvertrauen gestärkt werden.

Stimme für Jugendliche

Dazu solle ihnen auch eine Stimme gegeben werden, die auf soziale Themen aufmerksam macht, die die Jugendlichen in ihrem Alltag beschäftigen.

Heymann bedankte sich bei allen, die das Projekt möglich gemacht haben, insbesondere bei Martin Domagala. Organisiert und begleitet wurde es durch Jaqueline Göcke und Tim Rutetzki von der AWo EN-Süd. Das Verbundprojekt „Jugend stärken im Quartier“ steht unter Leitung von Bianca Euteneuer und Judith Gontermann vom Fachbereich Jugend und Soziales.

Mit Spraydose Gesichter gestaltet

„Sind keine Mädchen dabei?“, fragte eine Besucherin. Bianca Euteneuer erklärte: „Mitarbeiter der Stadt in der Flüchtlingshilfe haben die Teilnehmer vorgeschlagen.“ Graffiti-Kunst sei aber auch eher Jungensache.

„Alle haben konsequent von Anfang bis zum Schluss am Projekt teilgenommen, es hat eine tolle Atmosphäre geherrscht“, betonte Euteneuer. Auch Martin Domagala betonte, dass es Freude gemacht habe, mit den Jugendlichen zu arbeiten.

Digitales Bild dienst als Graffiti-Vorlage

Zunächst war ein Foto der Jungen digital gemacht worden, das an die Wand geheftet wurde. Eine Schablone wurde erstellt – und dann ging es im Außenbereich mit der Spraydose rund. Jedes Kunstwerk konnte dem „echten“ Gesicht zugeordnet werden.

Viele Interessierte kamen zur Ausstellung, auch Angehörige der jungen Menschen. Bei Snacks und Getränken bestand im Anschluss die Möglichkeit, den Künstlern vor Ort zu begegnen und sich auszutauschen. Einige Wochen würden die Werke noch im Disco-Bereich des MGH hängen bleiben, versprach Bianca Euteneuer.

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