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Grünes Licht für neuen Kindergarten in Schwelm

Auf dieser Freifläche an der Rhenischen Straße könnte auch der neue Kindergarten gebaut werden.

Foto: Hans Blossey

Auf dieser Freifläche an der Rhenischen Straße könnte auch der neue Kindergarten gebaut werden. Foto: Hans Blossey

Schwelm.   Zum Kindergartenjahr 2018/19 will Schwelm eine neue Einrichtung in Betrieb nehmen. Für Unternehmen ein wichtiger Aspekt, Mitarbeiter zu gewinnen.

In der Kreisstadt wird es zum Kindergartenjahr 2018/19 einen weiteren Kindergarten-Neubau geben. Er soll vierzügig, mit U3- und Ü3-Plätzen geplant werden und ein Teil der neu geschaffenen Kapazitäten soll als Betriebskindergarten für auswärtige Mitarbeiterkinder heimischer Unternehmen konzipiert sein. Einstimmig beschloss der Jugendhilfeausschuss (JHA) diesen Richtungs-Entscheid in seiner Sitzung am Dienstag. Wer die neue KiTa bauen und wer Träger sein wird, dies wird hinter verschlossenen Türen entschieden – so wie es gängige Praxis nicht nur in Schwelm ist.

Bedarf wächst stetig

Wie berichtet, hatte die Firma Pass Interesse angemeldet, das Projekt möglichst auf einem Stadt-Grundstück an der Rheinischen Straße mit Architekt Lars Wehnau zu realisieren. Der DRK-Ortsverein Schwelm steht als Träger Gewehr bei Fuß. Jugendamtsleiter Olaf Menke und Beigeordneter Ralf Schweinsberg begründeten in der Ausschusssitzung, warum Schwelm einen weiteren Kindergarten benötigt. Die Einwohnerzahl der Kreisstadt wächst, es gibt ein neues Wohnbaugebiet am Bahnhof Loh. „Im laufenden Kindergartenjahr passt es Spitz auf Knopf. Wir konnten den Bedarf so gerade eben noch mit der Tagespflege decken“, so Olaf Menke. Laufend kämen neue Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2018. „Das sind die Fakten. Wir müssen nun relativ zügig daran gehen, den Bedarf zu decken“, gab der Verwaltungsfachmann dem Ausschuss unter Verweis auf den gesetzlich verfügten Rechtsanspruch der Eltern mit auf den Weg.

Auch Hintergründe zu den Gesprächen mit der Firma Pass und mit Geschäftsführer Burkhard Pass wurden genannt. Für die Firma Pass gehören in ausreichender Zahl vorhandene Kindergartenplätze zu den weichen Standortvorteilen, mit denen man um dringend benötigte Fachkräfte werben kann. Denn es wird auch für die Unternehmer vor Ort immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter davon zu überzeugen, ihr berufliches Heil in der „Provinz“ statt in den Großstädten wie München, Stuttgart oder Berlin zu suchen. Der Bedarf ist definitiv da. „Bei uns hat sich ein weiteres Unternehmen gemeldet, die drei bis sechs Kindergartenplätze zusätzlich brauchen könnten“, ließ Ralf Schweinsberg die Politik wissen.

„Ganz normale Kindertagesstätte“

JHA-Vorsitzenden Marcel Gießwein betonte für den Ausschuss noch einmal die Zielrichtung, keinen Betriebskindergarten für ein Unternehmen bauen zu wollen. „Das Konzept muss geklärt werden und es darf für die Stadt kein Zuschussgeschäft werden“, so Gießwein. Ralf Schweinsberg beruhigte: „Die neue Einrichtung wird den Status einer ganz normalen Kindertagesstätte haben. Es wird kein Betriebskindergraten sein. Das Konzept als solches obliegt dem Träger. Für die Betriebskinder wird der Haushalt nicht belastet.“ Es werde auch keine eigenständige Gruppe Pass-Kinder geben, sondern abrechnungstechnisch Plätze bis zu 100 Prozent einer Gruppenstärke gemäß des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz).

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